S Stellung der Frau im Islam

Trauerfeier für Marwa : Fotobericht

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Rund 1500 Menschen nahmen in Dresden am Samstag an der Trauerfeier für die von einem Russlanddeutschen ermordete Ägypterin Marwa al-Sherbiny teil. Dabei protestierten sie zugleich gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit protestiert. Unter den Gästen waren auch SPD-Chef Franz Müntefering und der ägyptische Botschafter Ramsi Ess Eldin Ramsi. Marwa sei „ein Opfer blinden Hasses" geworden sagte er.

Weit mehr als tausend Trauergäste versammeln sich vor der Goldenen Pforte des Dresdner Rathauses. Viele legen eine weiße Rose nieder für die Ägypterin Marwa al-Sherbiny. Sie war am Mittwoch vorvergangener Woche im Dresdner Landgericht vor den Augen ihres Ehemannes und ihres drei Jahre alten Sohnes von einem Russlanddeutschen mit 18 Messerstichen getötet worden war.



Es war eine bestialische Tat. Und das durch sie verursachte menschliche Leid ist kaum zu ermessen. Und doch hätten sich all diese Menschen wohl kaum nur deshalb auf den Weg zur Trauerfeier gemacht. Zumindest die Spitzen der Politik, unter ihnen SPD-Chef Franz Müntefering und Ägyptens Botschafter Ramsi Ess Eldin Ramsi, treibt auch die Sorge um das Verhältnis zu den Muslimen. Denn zu viel ist in den vergangenen Tagen passiert, das sie nachdenkliche stimmte.

Weltweit haben Muslime auf den Fall reagiert. Sie demonstrierten in der ägyptischen Hafenstadt Alexandria und in der iranischen Hauptstadt Teheran gegen ein angeblich islamfeindliches Deutschland. Sie riefen „Nieder mit Deutschland!“ und „Wir wollen Vergeltung.“ Sogar der Koordinierungsrat der Muslime nannte Marwa al-Sherbiny ein Opfer der Islamophobie in Deutschland.

Die Geschichte kürzlich :

Die Tat geschah am 1. Juli im Dresdner Landgericht. Der Deutsch-Russe Alexander W., 28, soll das Opfer 2008 auf einem Spielplatz als „Islamistin“, „Moslemschlampe“ und „Terroristin“ beleidigt haben. Kaum hatte Marwa al-Sherbiny dem Gericht den Vorfall geschildert, stürzte Alexander W. sich mit einem Messer auf sie und stach innerhalb von 30 Sekunden 18 Mal zu. Auch der seiner schwangeren Frau zu Hilfe geeilte Ehemann wurde vom Täter verletzt und von einem Polizisten durch einen Schuss schwer verwundet.

Neben dem Generalsekretär des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, sind auch Sachsens Justizminister Geert Mackenroth (CDU) und Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD), Dresdens erster Bürgermeister Dirk Hilbert (FDP) sowie viele Freunde der Familie gekommen. Gemeinsam legen sie eine Schweigeminute ein, und es wird für kurze Zeit totenstill auf dem Platz vor dem Rathaus. Dass die Trauerfeier stattfinde, „sei ein wichtiges Zeichen an die Familie und in die ganze Welt“, sagt Sebastian Vogel, der Vorsitzende des Ausländerrates, der zusammen mit ägyptischen Studenten der TU Dresden, der Stadt und anderen Organisationen zu der öffentlichen Zeremonie aufgerufen hat.



SPD-Vorsitzender Franz Müntefering (l. vorn) und rund 1000 weitere Menschen trauern in Dresden vor dem Rathaus während einer öffentlichen Trauerfeier für Marwa al-Sherbiny und legen weiße Rosen ab.SPD-Vorsitzender Franz Müntefering (l. vorn) und rund 1000 weitere Menschen trauern in Dresden vor dem Rathaus während einer öffentlichen Trauerfeier für Marwa al-Sherbiny und legen weiße Rosen ab.

 

An der Kundgebung nahmen unter anderem der Generalsekretär des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, und der ägyptische Botschafter Elsayed Ramzy Ezzeldin Ramzy teil.An der Kundgebung nahmen unter anderem der Generalsekretär des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, und der ägyptische Botschafter Elsayed Ramzy Ezzeldin Ramzy teil.

 

Dresdner gedenken der getöteten Marwa El Sherbiny.Dresdner gedenken der getöteten Marwa El Sherbiny.

 

 



 

Vor dem Rathaus befestigten zwei Männer ein überlebensgroßes Bild von Marwa. Die Ägypterin war am 1. Juli im Landgericht Dresden niedergestochen worden und erlag ihren Verletzungen.Vor dem Rathaus befestigten zwei Männer ein überlebensgroßes Bild von Marwa. Die Ägypterin war am 1. Juli im Landgericht Dresden niedergestochen worden und erlag ihren Verletzungen.

 

 Trauer um Marwa El-Sherbiny bei einer öffentlichen Zeremonie in Dresden am 11. JuiTrauer um Marwa El-Sherbiny bei einer öffentlichen Zeremonie in Dresden am 11. Jui

 

 

Rosen für Marwa: Die Ägypterin war im Dresdner Landgericht von dem Angeklagten mit 18 Messerstichen getötet worden, nachdem sie als Zeugin gegen ihn aussagen sollte: Er hatte sie 2008 auf einem Spielplatz als Terroristin beschimpft, weil sie ein Kopftuch trug.Rosen für Marwa: Die Ägypterin war im Dresdner Landgericht von dem Angeklagten mit 18 Messerstichen getötet worden, nachdem sie als Zeugin gegen ihn aussagen sollte: Er hatte sie 2008 auf einem Spielplatz als Terroristin beschimpft, weil sie ein Kopftuch trug.


 

Neben den Rosen legen die Trauernden Beileidsbekundungen nieder. Die 31-Jährige war im dritten Monat schwanger und hinterlässt ein dreijähriges Kind.Neben den Rosen legen die Trauernden Beileidsbekundungen nieder. Die 31-Jährige war im dritten Monat schwanger und hinterlässt ein dreijähriges Kind.

 

 Mehrere Ausländervereine hatten zu der Trauerkundgebung aufgerufen. Die Bürger legten auf der Rathaustreppe als Zeichen des Respekts vor dem Opfer und für ein friedliches Zusammenleben der Gesellschaft Blumen nieder.Mehrere Ausländervereine hatten zu der Trauerkundgebung aufgerufen. Die Bürger legten auf der Rathaustreppe als Zeichen des Respekts vor dem Opfer und für ein friedliches Zusammenleben der Gesellschaft Blumen nieder.

 

Solidaritätsbekundung in Iran


Regierungstreue iranische Studenten protestierten am Samstag in Teheran gegen den Umgang mit Muslimen in der Bundesrepublik. Vor der deutschen Botschaft versammelten sich am Vormittag etwa 70 Menschen, um ihren Unmut über die Tat kundzutun. In einem Leitartikel forderte die erzkonservative Tageszeitung "Kejhan" (Samstag) die Ausweisung aller deutschen Botschafter in der islamischen Welt.

Der Zentralrat der Muslime forderte von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ein deutliches Signal gegen Islamfeindlichkeit in Deutschland. Sie möge sich "auch bitte direkt an die mehr als vier Millionen Muslime hierzulande wenden und den brutalen rassistischen Mord aus islamfeindlichen Motiven verurteilen", sagte Generalsekretär Aiman Mazyek dem Berliner "Tagesspiegel am Sonntag". Versteckte und offene Islamphobie existiere in Deutschland bereits seit längerem, sagte Mazyek in Dresden. "Die Tat des Kopftuchmörders offenbart nur eine neue Dimension." (dpa)

Derweil demonstrierten in Teheran Studenten vor der deutschen Botschaft gegen den Mord an Marwa. Sie warfen mit Eiern und riefen "Nieder mit Deutschland!" und "Ihr seid immer noch Nazis, Schande über Angela!"Derweil demonstrierten in Teheran Studenten vor der deutschen Botschaft gegen den Mord an Marwa. Sie warfen mit Eiern und riefen "Nieder mit Deutschland!" und "Ihr seid immer noch Nazis, Schande über Angela!"


 

Die iranischen Studenten geben der deutschen Regierung die Schuld an dem Mord: Sie gewährleiste weder die Rechte noch die Sicherheit religiöser Minderheiten wie der Moslems.Die iranischen Studenten geben der deutschen Regierung die Schuld an dem Mord: Sie gewährleiste weder die Rechte noch die Sicherheit religiöser Minderheiten wie der Moslems.

  

Die Iraner sammeln sich bei einem Trauerzug und tragen Marwas Sarg - eine Attrappe.Die Iraner sammeln sich bei einem Trauerzug und tragen Marwas Sarg - eine Attrappe.

 

Auch in Pakistan herrscht Empörung: Anhänger der islamischen Partei Jamat-e-Islami demonstrieren in Karachi mit Bannern.Auch in Pakistan herrscht Empörung: Anhänger der islamischen Partei Jamat-e-Islami demonstrieren in Karachi mit Bannern.

 

ولا تحسبن الذين قتلوا في سبيل الله أمواتا بل أحياء عند ربهم يرزقون

 

Und meine ja nicht, diejenigen, die auf Allahs Weg getötet worden sind, seien (wirklich) tot. Nein! Vielmehr sind sie lebendig bei ihrem Herrn und werden versorgt. (Koran, Sure 3 : 169)

 

Marwa war schwanger und hinterlässt Kind und EhemannMarwa war schwanger und hinterlässt Kind und Ehemann„Unsere geliebte Schwester Marwa ist eine Märtyrerin, denn sie starb für ihre Religion (Islam)“, steht auf einem Transparent, das ein Student aus Jordanien vor dem Dresdner Rathaus in der Hand hält. An der Wand des Rathauses hängen große Bilder des Opfers. „Ich kann nicht verstehen, dass ein Mensch aus einem anderen Kulturkreis einfach ausgelöscht wird“, sagt eine Rentnerin. Auch eine Gruppe Vietnamesinnen bringt Blumen, um ihre Trauer zu zeigen und ihre Hoffnung, „dass so etwas nicht wieder passiert“.

 

Marwa ist inshaallah - so Gott will - nicht umsonst gestorben, wenn...

… wenn es das erste und das letzte Mal war, dass Hetze gegenüber dem Islam und den Muslimen zum Tode eines Menschen führt.

… wenn Deutschland lernt zu unterscheiden, zwischen kritischem Diskurs zum Islam vs. Pseudo-Aufklärung und Islam-Hetze

… wenn wir lernen, dass Hetze und Hass egal auf welcher Seite zu nichts als Leid führt

… wenn Muslime als Terroristen beschimpft werden, es nicht einfach so stehen bleiben darf

… wenn die Muslime sich nicht abschrecken lassen, sich weiter friedlich in diesem Land einzubringen und sich zu engagieren

… wenn die Muslime die Mutter, Ehefrau und Pharmazeutin Marwa als Vorbild erkennen, denn sie war integriert, engagiert und gebildet

...wenn die Gesellschaft zukünftig das Phänomen Islamfeindlichkeit ernster nimmt, verlässliche Statistiken über islamfeindliche Straf- und Gewalttaten zu erfasst und vor allem im Wahlkampf keine Ausländerhetze betreibt

… wenn wir lernen, dass unsere deutsche Gesellschaft mit all mit all ihren Facetten nur auf der Basis des respektvollen, toleranten Miteinanders friedlich zusammenleben kann


Quellen:

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