Samstag, 24. Juni 2017

Der Offenbarungsbegriff im Islam

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Was ist der Grund dafür, dass Muslime, - einerlei ob ganz einfache oder hochgebildete Menschen, - ganz offensichtlich keine Schwierigkeiten mit dem Begriff Offenbarung haben? Sie alle sind fest davon überzeugt, dass Gott im Lauf der Menschheitsgeschichte immer wieder auserwählten Gottergebenen, im Qur’an Propheten oder Gesandte genannt, Seinen Willen und Seine Rechtleitung offenbart hat.

 
In der Sure AI-Baqara / Die Kuh lesen wir, dass Gott Adam und seiner Frau Hawa / Eva im Paradies den denkbar schönsten Aufenthaltsort gewährte, allerdings mit der Auflage, nicht von einem bestimmten Baum zu essen, denn sonst würden sie Frevler sein. Wörtlich heißt es dann:



 
"Doch Satan ließ beide daran straucheln und trieb sie von dort worin sie waren. Wir sprachen: Gehet hinweg, einige von euch sind Feinde der anderen, und für euch ist eine Wohnstatt auf Erden und ein Nießbrauch für eine Weile.

 
Dann empfing Adam von seinem Herrn gewisse Worte. So kehrte Er sich gnädig zu ihm; wahrlich, Er ist der oft gnädig Sich Wendende, der Barmherzige.



 
Wir sprachen: Gehet hinaus, ihr alle, von hier. Und wer, wenn zu euch eine Weisung von Mir kommt, dann Meiner Weisung folgt, auf die soll keine Furcht kommen, noch sollen sie trauern. (2:36-38)

 
Damit steht für den Muslim fest: Bereits der erste Mensch auf Erden war ein Prophet. Er ist nicht auf die Erde geschickt worden, ohne dass ihm göttliche Rechtleitung zuteil wurde. Im Verlauf der Jahrhunderte haben die Menschen dann immer wieder die göttliche Botschaft vergessen oder gar absichtlich verfälscht und so wurden von Zeit zu Zeit erneut Propheten und Gesandte notwendig, die Menschen erinnerten und ihnen den rechten Weg zu Gott aufzeigten. Die wichtigsten darunter sind Noah, Abraham, Moses, Jesus und Muhammad - Friede sei mit ihnen allen.

 
Professor Fazlul Rahman von der Universität Chicago schreibt in seiner Abhandlung über die "Wichtigsten Themen des Qur’an" im Zusammenhang mit dem Prophetentum folgendes:

 
"Gottes Abgesandter an die Menschheit wird im Qur’an als nabi oder rasul bezeichnet. Der nabi, der Bringer guter Nachricht, bezeichnet nicht wie in der Bibel den, der gute Nachrichten über die Zukunft bringt, sondern jemanden, 'der gute Nachrichten von Gott bringt; er kommt von Gott, um vor Schlechtem zu warnen und denen frohe Botschaft zu bringen, die gut sind.

 
Dementsprechend finden wir häufig die Begriffe "Bringer froher Botschaft" und "Warner", insbesondere in der Frühzeit. Rasul bedeutet "Gesandter", jemand, der von Gott zu den Menschen gesandt wird, obwohl dieselbe Bezeichnung auch manchmal für den Offenbarungsengel verwendet wird, jemand, der von Gott zu dem Propheten geschickt wird... Die traditionellen muslimischen Qur’an-Kommentatoren haben eine Unterscheidung gemacht, indem sie sagten, der nabi sei ein götterlicher Abgesandter ohne Gesetz (scharia) und, vermutlich, ohne ein offenbartes Buch, während rasul jemanden meint mit einem Gesetz und einem offenbarten Buch. Obwohl solche Differenzierungen zweifelhaft sind, weil im Qur’an manche religiösen Persönlichkeiten sowohl als nabi wie auch als rasul bezeichnet werden..." (Seite 81-82)



 
Wenn im Qur’an von offenbaren die Rede ist, so wird oft das Wort nazala, das heißt herabsenden, herabkommen lassen, verwendet. Und die Redewendung Er (nämlich Gott) sandte Seine - ayat - Zeichen herab. Diese werden nicht nur als Zeichen göttlicher Offenbarung zum Beispiel in der Natur verstanden, sondern auch die Verse des Qur’an sind ayat, also Zeichen.

 
"Und unter Seinen Zeichen ist dies: dass du die Erde leblos und verdorrt siehst, doch wenn Wir Wasser auf sie Niedersenden, dann regt sie sich und schwillt. Er, Der sie belebte, wird auch die Toten sicherlich lebendig machen, denn Er vermag alles zu tun." (41:39)

 
In diesem Zusammenhang ergeht die Ermahnung:

 
"Und folgt dem Besten, das zu euch von eurem Herrn herabgesandt wurde, bevor die Strafe unversehens über euch kommt, während ihr es nicht merkt, damit nicht etwa einer spreche: O wehe mir um dessentwillen, was ich gegenüber Gott versäumte! Denn wahrlich, ich gehörte zu den Spöttern; oder damit nicht etwa einer spreche: Hätte mich Gott geleitet, so wäre auch ich unter den Gottesfürchtigen gewesen, oder damit nicht einer spreche, wenn er die Strafe sieht: Gäbe es doch für mich eine Wiederkehr, dann wollte ich unter denen sein, die Gutes tun.

 
(Und Gott spricht:) Nein, es kamen zu dir Meine Zeichen, aber du verwarfst sie, und du warst hochmütig und warst einer der Ungläubigen." (39:55-59)

 
Zum besseren Verständnis zunächst eine Worterklärung. Die Offenbarung oder Eingebung ist arabisch ´wahy. Dazu heißt es beispielsweise im Qur’an:

 
"Und keinem Menschen steht es zu, dass Gott zu ihm sprechen sollte, außer durch Offenbarung (wahyan) oder hinter einem Schleier oder indem Er einen Boten schickt, zu offenbaren (fayuhiya) auf Sein Geheiß, was Ihm gefällt; Er ist erhaben, Allweise. Also haben WIR dir (O Prophet) (durch den heiligen Geist) eine Offenbarung zuteil werden lassen (auhaina) nach Unserem Gebot. Du (O Gesandter) wusstest nicht, was das Buch war noch was der Glaube. Doch Wir haben sie (die Inspiration) zu einem Licht gemacht, mit dem Wir jenen von Unseren Diener den Weg weisen, denen Wir wollen. Wahrlich, du leitest auf den geraden Weg, den Weg Gottes, Dem alles gehört, was in den Himmeln und was auf Erden ist. Höret! Zu Gott kehren alle Dinge zurück." (42:51-53)

 
Aber es gibt natürlich noch zahlreiche andere Begriffe, die sich auf Eingebungen und Offenbarungen beziehen. So etwa hudä, die Rechtleitung, oder furqän, die Unterscheidung zwischen richtig und falsch:

 
"Und wahrlich, Wir gaben Moses und Aaron die Unterscheidung und Licht und Ermahnung für die Rechtschaffenen, die ihren Schöpfer und Erhalter fürchten im verborgenen und vor der Stunde" bangen. (21:48-49)

 
Und an anderer Stelle lesen wir:

 
"Die Menschen waren eine einzige Gemeinschaft. Dann entsandte Gott die Propheten als Bringer froher Botschaft und als Warner. Und Er offenbarte ihnen das Buch mit der Wahrheit, um zwischen den Menschen zu richten über das, worüber sie uneins waren. Uneins aber waren nur jene, denen es gegeben wurde, nachdem klare Beweise zu ihnen gekommen waren, aus Missgunst untereinander. Doch Gott leitet mit Seiner Erlaubnis diejenigen, die gläubig sind, zur Wahrheit, über die sie uneins waren. Und Gott leitet wen Er will auf einen geraden Weg." (2:213)

 
Die grammatikalische Konstruktion des Satzes Und Gott leitet wen Er will auf einen geraden Weg kann sowohl so übersetzt werden wie hier, genauso gut aber mit den Worten: Und Gott leitet den, der es will, auf einen geraden Weg.

 
Mir gefällt natürlich die zweite Übersetzung wesentlich besser, ja sie erscheint mir auch viel logischer. Sayyid Qutb, einer der modernen Qur’anexegeten, kommentiert beispielsweise: "Gott sucht unter Seinen Dienern diejenigen heraus, die sich aufrichtig nach Seiner Rechtleitung sehnen."

 
Um die ganze Angelegenheit nicht ins allzu Theoretische zu verlagern, möchte ich Ihnen einige Beispiele von Propheten aus dem Qur’an aufzeigen, die den Offenbarungsbegriff praktisch erläutern. Dabei sollten wir allerdings im Auge behalten, dass es sich nach islamischer Auffassung nicht so sehr um historische Persönlichkeiten handelt, sondern vielmehr jeweils um ewiggültige menschliche Lehrbilder. In der Psychologie würde man von Archetypten sprechen.

 
Seyyed Hossein Nasr schreibt in seinem Buch Jdeal und Wirklichkeit im Islam" in diesem Zusammenhang:

 
"Der Qur’an enthält eine Botschaft, die zumindest an der Oberfläche einem großen Geschichtsbuch ähnelt. Er erzählt die Geschichte von Völkern, Stämmen, Königen, Propheten und Heiligen aller Zeitalter, von ihrer Mühsal und ihrem Leid. Diese Botschaft ist zwar in historischen Begriffen dargestellt, wendet sich aber an die Seele des Menschen... Der Heuchler (munaflq), der die Völker teilt und Falsches in religiösen Dingen verbreitet, ist auch in der Seele eines jeden Menschen vorhanden, wie auch derjenige, der in die Irre gegangen ist, derjenige, der dem 'geraden Weg' folgt, oder derjenige, der von Gott bestraft oder belohnt wird. Alle diese Akteure auf der Bühne der heiligen Geschichte, wie sie der Qur’an erzählt, sind auch Symbole der Kräfte, die in der Seele des Menschen walten. Der Qur’an ist deshalb ein umfassender Kommentar über das Erdendasein der Menschen. Er ist ein Buch, dessen Lektüre die Bedeutung des menschlichen Lebens offenbart, das mit der Geburt beginnt und mit dem Tod endet, von Gott ausgeht und zu Ihm zurückkehrt." (S.60f.)

 
So steht Noah unter anderem für den gottesfürchtigen Menschen, der sich vom Auftrag, die Arche zu bauen, keineswegs durch den Hohn und Spott seiner Nachbarn abbringen lässt.

 
Abraham durchlebt in nächtlicher Meditation die Zweifel des auf der Gottessuche befindlichen Menschen, indem er sich fragt, ob Himmelskörper wie Sterne, Mond und Sonne, die ihre geheimnisvollen Bahnen ziehen, nicht vielleicht doch Gott sind.

 
Moses steht offenbar machtlos vor dem allmächtigen Pharao, der sich in seiner Willkür selbst zum Gott erklärt und gewinnt doch durch seine Aufrichtigkeit und seine absolute Gottergebenheit diesen nur scheinbar ungleichen Kampf.

 
Oder Jesus, von dem es heißt, dass ihm klare Beweise gegeben wurden und dass er durch den Geist der Heiligkeit in Form göttlicher Eingebung gestärkt wurde, doch dass die Menschen, sobald ihnen etwas davon nicht behagte, von Hochmut erfüllt waren und Gesandte wie ihn zu Lügnern erklärten.

 
Und schließlich Muhammad, den seine Verfolger beschuldigten, den Qur’an erdichtet zu haben, worauf er sie aufforderte:

 
"Bringt denn eine (einzige) Sure wie diesen (Qur’an) hervor und rufet, wen ihr nur könnt, außer Gott, wenn ihr wahrhaftig seid." (10:38)

 
Doch es gelang ihnen nicht einmal ein einziger Vers.

 
Wir wollen nun sehen, was für eine allgemeingültige Lehre die Muslime -beispielsweise im Hinblick auf den Generationen-Konflikt - aus dem ziehen können, was im Zusammenhang mit Noah im Qur’an offenbart worden ist. Er hatte also trotz des Gelächters seiner Mitmenschen die Arche fertiggestellt. Nun heißt es:

 
"Alsdann erging Unser Befehl und die Fluten (der Erde) brachen hervor. Da sprach Gott: Bringe in das Schiff je zwei von allen (Arten) hinein, Pärchen, und deine Familie mit Ausnahme derer, gegen die das Wort bereits ergangen ist, und die Gläubigen. Und keiner glaubte ihm außer einer kleinen Schar. Und Noah sprach: Steigt ein! Im Namen Gottes erfolgt die Ausfahrt und die Landung. Mein Herr ist wahrlich Allverzeihend, Barmherzig. Und es (das Schiff) fuhr mit ihnen über Wogen gleich Bergen einher, und Noah rief zu seinem Sohn, der sich abseits hielt: `O mein Sohn, steig mit uns ein und bleibe nicht bei den Ungläubigen. (Der Sohn) sagte: Ich will mich sogleich auf einen Berg begeben, der mich vor dem Wasser retten wird. (Noah) sagte: Es gibt heute keinen Retter vor Gottes Befehl - (Rettung) gibt es nur für jene, derer Er Sich erbarmt.

 
Und die Woge brach zwischen beiden herein, (und) so war er unter denen, die ertranken. Und es wurde befohlen: `O Erde, verschlinge dein Wasser, O Himmel, höre auf zu regnen!` Und das Wasser begann zu sinken, und die Angelegenheit war entschieden. Und das Schiff kam auf dem (Berg) Güdyy zur Rast. Und es wurde befohlen: Fort mit dem Volk der Frevler! "Und Noah rief zu seinem Herrn und sagte: Mein Herr, mein Sohn gehörte doch zu meiner Familie, und Dein Versprechen ist doch wahr, und Du bist der beste Richter. Er sprach: ‘O Noah, er gehörte nicht zu deiner Familie; siehe, dies ist kein rechtschaffenes Benehmen. So frage Mich nicht nach dem, von dem du keine Kenntnis hast. Ich ermahne dich, damit du nicht einer der Toren wirst. (Noah) sagte: Mein Herr, ich nehme meine Zuflucht bei Dir davor, dass ich Dich nach dem frage, wovon ich keine Kenntnis habe. Und wenn Du mir nicht verzeihst und Dich meiner erbarmst, so werde ich unter den Verlierenden sein. Es wurde befohlen: `O Noah, geh an Land (und sei) mit Unserem Frieden begleitet..." (11:40-48)

 
Manchem Muslim mag es schwer auf der Seele liegen, dass er seine Kinder oder junge Menschen nicht vor dem bewahren kann, was er als schlecht erkannt hat. Aber es gibt einen Punkt, wo alles gute Zureden nichts mehr nützt. Vielleicht hilft es ihm dann in seiner Verzweiflung, sich an Noahs Gottergebenheit und Demut ein Beispiel nehmen zu können - das Problem ist in etwa dasselbe, ob heute oder vor mehr als 5.000 Jahren....

 
Über Abraham finden wir den folgenden Bericht im Qur’an. Er betete zu Gott:

 
"Mein Herr, gewähre mir einen rechtschaffenen (Sohn)." Dann gaben Wir ihm die frohe Botschaft von einem sanftmütigen Sohn. Als er alt genug war, um mit ihm zu arbeiten, sagte (Abraham zu ihm): `O mein Sohn, ich sehe im Traum, dass ich dich als Opfer darbringen soll. Nun schau, was meinst du dazu? (Der Sohn) antwortete: `O mein Vater, tu, was dir befohlen wird; du sollst mich - so Gott will - unter den Geduldigen finden. Als sie sich beide (in Gottes Willen) ergeben hatten und er ihn mit der Stirn auf den Boden hingelegt hatte, da riefen Wir ihm zu: `O Abraham, du hast bereits das Traumgesicht erfüllt. So belohnen Wir die, die Gutes tun. Wahrlich, das ist offenkundig eine schwere Prüfung." (37-100-106)

 
Der greise Abraham wünscht sich also nichts sehnsüchtiger als einen Sohn, der seine Aufgaben von ihm übernehmen kann. Und tatsächlich wird sein Wunsch erfüllt. Dann aber kommt der Punkt, wo er diesen Jungen, vermutlich das Liebste, das er auf dieser Welt hat, opfern soll. Diese wohl schwerste Entscheidung zwischen Gott und dem, was man liebt, findet sich in den Schriften der drei großen monotheistischen Weltreligionen wieder und ich glaube, sie rüttelt uns alle immer wieder auf. Wäre unser Glaube stark genug, Gott zu gehorchen?

 
Wo es uns doch in ganz profaneren Dingen schon oft so schwer fällt, Verzicht zu üben...

 
Bei Moses fällt es mir schwer, mich mit einer Geschichte aus dem Qur’an zu bescheiden. Denn es wird uns berichtet, dass er einst einen weisen Mann traf und ihn bat, ihn begleiten zu dürfen. Dieser erlaubt es ihm unter der Bedingung, dass er ihn nicht über sein Handeln befragt, doch er werde sich nicht gedulden können. Und tatsächlich geschehen dreimal so merkwürdige Dinge, dass Moses immer wieder sein Versprechen bricht. Beispielsweise versenkt der weise Mann ein Boot, mit dem arme Leute die beiden über einen Fluss gesetzt hatten. Als sich ihre Wege trennen, erklärt ihm der weise Mann, dass in jenem Land ein König im Begriff stand, alle Boote für einen ungerechten Krieg einzuziehen. Er habe das Bot deshalb vorübergehend unbrauchbar machen wollen, damit die armen Leute nicht die Mittel zum Verdienst ihres Lebensunterhalts verlieren sollten. Doch er habe dies nicht aus eigenem Gutdünken getan, sondern weil Gott es so gewollt hatte.

 
Wie oft ergeht es dem Muslim so, dass er den Sinn von eigentlich unbegreiflichen Ereignissen erst viel später versteht. Wie schwer fällt es ihm, in allen Lebenslagen auf Gottes Weisheit zu vertrauen...

 
Hier ist noch eines der vielen anderen Ereignisse, die uns über Moses im Qur’an berichtet werden. Er war also mit seinem Bruder Aaron an den Hof von Pharao gekommen und hatte ihn aufgefordert, an den Einen Gott zu glauben und die Kinder Israels aus der Knechtschaft zu entlassen. Und um zu beweisen, dass er von Gott gesandt war, hatte er seinen Hirtenstab vor Pharao auf den Boden geworfen und dieser war zu einer leibhaftigen Schlange geworden. Dies hatte eine solche Panik bei Pharao und seinen Beratern ausgelöst, dass sie beschlossen, die besten Zauberer des Landes zusammenzurufen, um das Wunder von Moses als Zauberei zu entlarven. Es wurde ihnen die herrlichste Belohnung versprochen, wenn sie obsiegen würden. Als diese Zauberer, die ihr gewiss einträgliches Leben bis dahin nur mit Hilfe ihrer Tricks zu führen vermochten, zum großen Versammlungsplatz des Volkes kamen, sagten sie:

 
"O Moses, entweder wirfst du (den Stock) oder wir werfen (zuerst). Er sagte: Ihr sollt werfen. Und als sie geworfen hatten, bezauberten sie die Augen der Leute und versetzten sie in Furcht und brachten einen gewaltigen Zauber hervor. Und (Gott) offenbarte Moses: Wirf deinen Stock!' Und siehe, er verschlang alles, was sie an Trug hervorgebracht hatten. So wurde die Wahrheit festgestellt, und ihre Werke erwiesen sich als nichtig. Jene wurden damals besiegt, und beschämt kehrten sie um. Und die Zauberer trieb es, dass sie niederfielen in Anbetung. Sie sprachen: Wir glauben an den Herrn der Welten, den Herrn von Moses und Aaron. Da sprach Pharao: Ihr habt an ihn geglaubt, ehe ich es euch erlaubte. Gewiss, das ist eine List, die ihr in der Stadt ersonnen habt, um ihre Bewohner daraus zu vertreiben; doch ihr sollt es bald erfahren. Wahrlich, für den Ungehorsam lasse ich euch Hände und Füße abhauen. Dann lasse ich euch alle kreuzigen.' (Die Zauberer) antworteten: Zu unserem Herrn kehren wir dann zurück. Du nimmst nur darum Rache an uns, weil wir an die Zeichen unseres Herrn glaubten, als sie zu uns gekommen sind. Unser Herr, wappne uns mit Geduld und nimm uns als (Gott-)Ergebene zu Dir." (7:114-126)

 
Schier unglaublich, dass Privilegierten wie diesen Zauberern von einem Moment auf den anderen die Augen aufgehen. Und sie bereit sind, ihr Leben auf die schlimmste Art zu verlieren, um dadurch für ihre bisherigen Sünden zu büßen. Der Muslim, der seinen Qur’an mindestens einmal im Jahr durchlesen soll, findet darin viel Stoff zum Nachdenken.

 
Eine ganze Sure des Qur’an wird Al-Ma`ida - Der Tisch - genannt. Dabei geht es um Jesus und seine Jünger. Gott spricht:

 
"Als Ich den Jüngern eingab, an Mich und Meinen Gesandten zu glauben, da sprachen sie: Wir glauben, und sei Zeuge, dass wir Gottergeben sind. Als die Jünger sprachen: `O Jesus, Sohn der Maria, ist dein Herr imstande, uns einen Tisch mit Speise vom Himmel herabzusenden? antwortete er: Fürchtet Gott, wenn ihr Gläubige seid. Sie sagten: Wir begehren davon zu essen, und unsere Herzen sollen in Frieden sein, und wir wollen wissen, dass du die Wahrheit zu uns gesprochen hast, und wollen selbst davon Zeugen sein. Da sprach Jesus, Sohn der Maria: `O Gott, sende uns einen Tisch vom Himmel herab mit Speise, dass er ein Fest für uns sei, für den ersten von uns und für den letzten von uns, und ein Zeichen von Dir; und gib uns Versorgung, denn Du bist der beste Versorger. Gott sprach: "Siehe, Ich will ihn Niedersenden zu euch; wer von euch aber danach undankbar wird, den werde ICH strafen mit einer Strafe, womit Ich keinen anderen auf der Welt strafen werde. (5:111-115)

 
Für den Muslim wird daraus klar: Gott lässt also Wunder geschehen. Aber wehe denen, die danach doch vom Glauben abfallen. Wenn es den gläubigen Menschen doch möglich wäre, die kleinen alltäglichen Wunder - ein in verzweifelter Lage gestammelter und erhörter Hilferuf an Gott, ja ein durch eine Alphaltdecke durchgestoßenes Gänseblümchen oder ein neugeborenes Kätzchen - noch wirklich ernst zu nehmen, sich dadurch in ihrem Glauben bestärken zu lassen.

 
Eine der frühesten Suren ist an Muhammad (Friede sei mit ihm) gerichtet, der an seiner Sendung zu verzweifeln drohte, weil es nach der ersten Offenbarung eine längere Unterbrechung gab. Er wird mit folgenden Worten getröstet:

 
Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen. Beim Vormittag, und bei der Nacht, wenn sie am stillsten ist! Dein Herr hat dich nicht verlassen, noch ist Er böse. Wahrlich, jede (Stunde), die kommt, wird besser für dich sein als die, die vorausging. Und fürwahr, dein Herr wird dir geben und du wirst wohl zufrieden sein. Fand Er dich nicht als Waise und gab (dir) Obdach? Und ER fand dich irrend (in deiner Sehnsucht nach Ihm) und leitete dich (zu Sich Selbst). Und Er fand dich in Armut und machte (dich) reich. Darum bedrücke nicht die Waise, und schilt nicht den Bettler, und sprich überall von der Gnade deines Herrn." (93-1-11)

 
So weit einige praktische Offenbarungsbeispiele.

 
Für den Muslim ist der Prophet Muhammad (Friede sei mit ihm) Beispiel und Vorbild, ja der vorgelebte Qur’an. Darum kommt den Ahadith, den sorgfältig überlieferten Worten und Taten des Propheten, eine so große Bedeutung zu.

 
Neben dem Qur’an gelten sie als Grundlage des Islam. Ich will darum einen Hadith im Zusammenhang mit der Offenbarung anführen, der sich bei Bukhari findet:

 
"AI-Harith Ibn Hisham, Gottes Wohlgefallen sei mit ihm, fragte den Gesandten Gottes, Friede sei mit ihm, indem er sagte: `O Gesandter Gottes, wie kommt die Offenbarung zu dir? Der Gesandte Gottes, Friede sei mit ihm, sagte: Manchmal kommt sie zu mir wie der Klang einer Glocke, und dies ist für mich die schwerste Art; er (Gabriel) verlässt mich dann, wenn ich alles, was er sagte, in meinem Gedächtnis bewahrt habe. Manchmal erscheint der Engel vor mir in der Gestalt eines Mannes und spricht zu mir, und ich bewahre in meinem Gedächtnis, was er sagt. Aisha sagte: Ich habe ihn (den Propheten) im Zustand gesehen, als die Offenbarung zu ihm kam: an einem sehr kalten Tag lief der Schweiß von seiner Stirn herunter, als der (der Engel) ihn verließ.

 
Für den Muslim ist auch klar, dass Muhammad, Friede sei mit ihm, der letzte Gottesgesandte war, denn in Sure 33, Vers, 40 heißt es:

 
"Muhammad ist nicht der Vater einer eurer Männer, sondern der Gesandte Gottes und das Siegel der Propheten; und Gott hat volle Kenntnis aller Dinge."

 
Muslimische Denker, Theologen, Philosophen und Historiker haben versucht, dies durch zwei Argumente zu untermauern. Es habe eine Evolution der Religion stattgefunden und der Islam sei die endgültige und abschließende Form. Und wenn man die Inhalte der verschiedenen Religionen untersuche, könne man eindeutig feststellen, dass der Islam die der menschlichen Natur am besten angemessene und vollkommenste Religion darstelle.

 
Im Hinblick darauf, dass der Mensch sich in ethischer Hinsicht noch immer auf Irrwegen befindet und dass sein Moralempfinden keineswegs Schritt gehalten hat mit seinen wissenschaftlichen Errungenschaften, muss diesen Argumenten unbedingt ein weiteres hinzugefügt werden: Die sittliche Reife des Menschen ist nur unter der Bedingung gegeben, dass er unaufhörlich Rechtleitung in den göttlich offenbarten Schriften sucht. Für den Muslim ist das natürlich der Qur’an. Ein angemessenes Verständnis der göttlichen Rechtleitung ist seiner Meinung nach allerdings nicht mehr "auserwählten" Personen vorbehalten, sondern jeder Mensch hat die Pflicht, so an sich zu arbeiten, dass er dieses Verständnis erlangt. Nicht blinder Glaube wird im Qur’an gefordert, sondern nachdenken, sich ermahnen lassen, den Verstand gebrauchen:

 
"(Dies ist) ein Buch, das Wir dir offenbart haben, voll des Segens, auf dass sie über seine Verse (ayatihi / also auch seine Zeichen!) nachdenken, und dass die mit Verständnis Begabten ermahnt seien." (38:29)

 
Und

 
"Dies ist eine genügende Ermahnung für die Menschen (auf dass sie daraus Nutzen ziehen) und sich dadurch warnen lassen, und auf dass sie wissen mögen, dass Er nur der Einige Gott ist, und auf dass die mit Verständnis Begabten es bedenken." (14:52)

 
Der Prophet ist geschickt worden, um zu ermahnen, zu erinnern und zu warnen, nicht aber um über die Menschen zu wachen. Er ist nicht verantwortlich für das was sie tun, hat keinerlei Macht, sie zum Glauben zu zwingen. Verharren sie im Unglauben, dann wird er getröstet:

 
"Wir wissen wohl, dich betrübt in der Seele, was sie sagen; denn siehe, nicht dich zeihen sie der Falschheit, es sind die Zeichen Gottes, die jene Frevler verwerfen." (6:33)

 
An anderer Stelle lesen wir:

 
"Und fürwahr, Wir wissen, dass deine Brust beklommen wird ob dessen, was sie reden. Aber lobpreise deinen Herrn und sei von denen, die anbetend niederfallen. Und lasse nicht ab, deinem Herrn zu dienen, bis der Tod zu dir kommt." (15:97-99)

 
Gott verspricht im Qur’an, dass Er die Seinen nicht verlässt:

 
"Wahrlich, helfen werden Wir Unseren Gesandten und denen, die gläubig sind, im Leben hienieden und an dem Tage, da die Zeugen vortreten werden." (40.5 1)

 
Und

 
"Und die, welche Gott und Seinen Gesandten und die Gläubigen zu Freunden nehmen (mögen versichert sein), dass es Gottes Schar ist, die obsiegen wird." (5:56)

 
Als sich dann tatsächlich der Erfolg einstellte, sahen die Muslime dies als Beweis für die Wahrhaftigkeit des Propheten und seiner Sendung an und als Vorboten des endgültigen Sieges. Den Höhepunkt finden wir in folgendem Vers:

 
"Sie (die den Glauben ablehnen) möchten gerne Gottes Licht auslöschen mit ihrem Munde; jedoch Gott will nichts anderes als Sein Licht vollkommen machen, mag es denen, die den Glauben ablehnen, auch zuwider sein." (9:32)

 
Bestätigung für diesen endgültigen Sieg finden die Muslime, wenn sie im Qur’an den Bericht von Noah lesen, der vor der Flut gerettet wurde, von Abraham, den das Feuer verschonte, von Moses, der Pharaos Verfolgung entging.

 
An Muhammad ergeht angesichts der Anfeindung der Mekkaner, die um ihre einträglichen Geschäfte im Zusammenhang mit dem Götzendienst besorgt waren, die Weisung:

 
"Richte deine Augen nicht auf das, was Wir manchen von ihnen zu kurzem Genuss verliehen, und betrübe dich auch nicht über sie; und senke den Fittich deiner (Barmherzigkeit) gegen die Gläubigen. Und sprich: Ich bin gewiss ein deutlicher Warner.' Denn Wir (haben beschlossen, Strafe) herabzusenden auf jene, die sich (gegen dich) in Gruppen verbanden, die den Qur’an als lauter Lüge erklärten. Darum, bei deinem Herrn, Wir werden sie sicherlich zur Rechenschaft ziehen um dessentwillen, was sie zu tun pflegten. So tue denn offen kund, was dir geboten ward, und wende dich ab von denen, die Götzen anbeten." (15:90-96)

 
Selbst ein Prophet bedarf der göttlichen Hilfe, um nicht den Tricks und Machenschaften seiner Gegner zu erliegen. Sie versuchten, ihn zu Kompromissen zu veranlassen. Dazu heißt es im Qur’an:

 
"Sie möchten, dass du entgegenkommend wärest, dann würden auch sie entgegenkommend sein." (68:9)

 
Ergänzend dazu lesen wir:

 
"Und beinahe hätten sie dich in Versuchung geführt, hinweg von dem, was Wir dir eingegeben haben, damit du etwas anderes über Uns erdichtest. Denn dann hätten sie dich ganz gewiss zum Freund genommen. Und wenn Wir dich nicht gefestigt hätten, fürwahr, dann hättest du dich ihnen beinahe ein wenig zugeneigt." (17:73-74)

 
Mit allen Mitteln versuchten also die Mekkaner, gegen die neue Offenbarung anzugehen. Da es ihnen nicht gelang, ihn zum Einlenken zu bewegen, behaupteten sie, er sei nichts weiter als ein Dichter oder Wahrsager, also keineswegs ein Prophet. Dazu sagt Gott im Qur’an:

 
"Nein, Ich schwöre bei allem, was ihr sehr, und bei allem, was ihr nicht seht, dass dies fürwahr die Botschaft eines ehrenhaften Gesandten ist. Es ist nicht das Werk eines Dichters; wenig ist`s, was ihr glaubt. Noch ist es die Rede eines Wahrsagers; wenig ist`s, was ihr bedenkt. (Es ist) eine Offenbarung vom Schöpfer und Erhalter der Welten." (69:40-45)

 
Ihr nächstes Argument war, dass er besessen, wahnsinnig sei. Zu diesem Vorwurf lesen wir im Qur’an:

 
"...Bei der Feder und bei dem, was sie schreiben. Du bist, durch die Gnade deines Herrn, kein Wahnsinniger. Und für dich ist ganz sicherlich nicht endender Lohn bestimmt. Und du besitzest ganz sicherlich hohe moralische Eigenschaften. Also wirst du sehen und sie werden sehen, wer von euch der Besessene ist." (68:1-6)

 
Weiter forderten die Mekkaner ihn auf, Wunder zu vollbringen, um seine Glaubwürdigkeit zu beweisen:

 
"Und wahrhaftig, Wir haben den Menschen in diesem Qur’an Gleichnisse aller Art auf mannigfache Weise vorgelegt, allein die meisten Menschen weisen alles zurück, nur nicht den Unglauben. Und sie sprechen: Wir werden dir nimmermehr glauben, bis du uns einen Quell aus der Erde hervorbrechen lässt; oder (bis) du einen Garten von Dattelpalmen und Trauben hast und lässest mitten darin Ströme hervorsprudeln im Überfluss; oder (bis) du den Himmel über uns in Stücke einstürzen lässt, wie du es angedroht hast, oder Gott und die Engel vor unser Angesicht bringst; oder (bis) du ein Haus von Gold besitzest oder aufsteigst zum Himmel; und wir werden nicht an deinen Aufstieg glauben, bis du uns ein Buch hinabsendest, das wir lesen können. Sprich: Preis meinem Schöpfer und Erhalter! Bin ich denn mehr als ein Mensch, ein Gesandter? Und nichts hat die Menschen abgehalten, zu glauben, da die Leitung zu ihnen kam, als dass sie sprachen: 'Hat Gott einen Sterblichen als Gesandten geschickt? Sprich: 'Wären auf Erden Engel gewesen, friedlich und in Ruhe wandelnde, Wir hätten ihnen gewiss einen Engel vom Himmel als Gesandten geschickt." (17:91-95)

 
Schließlich kamen die Mekkaner mit der Frage:

 
"... Warum ist dieser Qur’an nicht einem angesehen Mann aus den beiden Städten offenbart worden?" (43:3 1)

 
Die Antwort im Qur’an lautet:

 
"Sind sie es, die Barmherzigkeit deines Herrn zu verteilen haben? Wir Selbst verteilen unter ihnen ihren Unterhalt im irdischen Leben, und Wir erhöhen einige von ihnen über die andern im Rang..." (43:32)

 
Zum Vorwurf, dass der Qur’an nichts weiter als Lug und Trug sei, lesen wir:

 
"Jene, die ungläubig sind, sprechen: Dies ist ja nichts anderes als eine Lüge, die er erdichtet hat, und andere Leute haben ihm dabei geholfen. Zweifellos sind sie der Ungerechtigkeit und der Unwahrheit schuldig. Und sie sprechen: Fabeln der Alten; er hat sie aufschreiben lassen, und sie werden vor ihm diktiert am Morgen und am Abend. Sprich: Er, Der das Geheimnis in den Himmeln und auf Erden kennt, hat ihn offenbart. Er ist wahrlich verzeihend, barmherzig." (25:4-6)

 
Für den Muslim jedoch ist Beweis für die Aufrichtigkeit des Propheten die Tatsache, dass er nicht lesen und schreiben konnte. Er war sozusagen ein "unbeschriebenes Blatt". Seyyed Hossein Nasr schreibt in Jdeal und Wirklichkeit des Islam": "Die Seele des Propheten war vor der göttlichen Feder eine Tabula rasa, und auf der menschlichen Ebene kennzeichnet diese Eigenschaft des Analphabetentums jene höchste Tugend der Erkenntnis der Wahrheit durch deren Kontemplation, die eine Auslöschung im metaphysischen Sinne vor der Wahrheit bedeutet." (Seite 93) Im Qur’an lesen wir dazu:

 
"Und nie verlasest du vordem ein Buch, noch konntest du eines schreiben mit deiner rechten Hand; sonst hätten die Lügner zweifeln können." (29:48)

 
Und

 
"Er ist es, Der unter den Schriftunkundigen einen Gesandten erweckt hat aus ihrer Mitte, ihnen Seine Zeichen vorzutragen und sie zu reinigen und sie die Schrift und die Weisheit zu lehren, wiewohl sie zuvor in offenkundigem Irrtum gewesen waren." (62:2)

 
Zum Abschluss möchte ich noch einige Zeilen aus Frithjof Schuons Buch "Den Islam verstehen" über den Charakter und die Vorbildfunktion des Propheten Muhammad zitieren:

 
"Der Prophet ist der Maßstab für den Menschen (oder wir sollten wohl sagen für den Muslim?), sowohl in Hinblick auf individuelle und kollektive als auch auf geistige und irdische Aufgaben. Seinem Wesen nach ist er Ausgewogenheit und Auslöschung: Ausgewogenheit vom menschlichen Gesichtspunkt her und Auslöschung gegenüber Gott... - so verkörpert der Prophet Gelassenheit, Großherzigkeit und Stärke... Die Nachahmung des Propheten umfasst: Stärke sich selbst gegenüber; Großherzigkeit gegenüber den anderen; Gelassenheit in Gott und durch Gott. Wir könnten auch sagen, Gelassenheit durch Frömmigkeit im tiefsten Sinne dieses Wortes." (Seite 127/129)

 
Von
Fatima Grimm

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