Wie geht der Islam mit Naturkatastrophen und Epidemien um?

Covid-19 Virus

Erdbeben, Tornados, Dürren, Krankheiten und Viren breiten sich enorm aus, insbesondere seit Beginn des 20. Jhs. Was aber steckt hinter diesen Naturkatastrophen und welche Maßnahmen sollten wir ergreifen, um mit diesen Unglücken und Prüfungen umzugehen?


Warum treten diese Heimsuchungen auf?

Warum treten diese Heimsuchungen auf?

Der Islam lehrt uns, dass es drei Gründe für solche Naturkatastrophen gibt:

1. Allah, gepriesen und erhaben ist Er, erhöht damit den Rang Seiner rechtschaffenen Anbeter im Paradies:

Der Muslim sieht dieses weltliche Leben als einen Übergang zum jenseitigen Leben an, das ein Ort endloser Wohltaten oder die ewige Hölle sein kann. Der Islam lehrt uns, dass der Muslim seinen Rang im Paradies aufgrund seiner guten Taten erhält sowie aufgrund seiner Geduld angesichts der Drangsale und Prüfungen, die ihm zugestoßen sind.

Wenn der Muslim durch seine Geduld die Belohnung Allahs erwartet, so wird dies seine Stellung im Paradies heben.  Es ist bekannt, dass Propheten wie Noah, Abraham, Moses, Jesus und Muhammad (Frieden sei auf ihnen), zweifellos am stärksten geprüft wurden. Der Qur’an berichtet uns von der Härte der Prüfungen, denen sie ausgesetzt waren, als sie ihr Volk
zum Islam einluden; trotzdem boten sie das beste Vorbild an Geduld und Ausdauer.

Vom ersten Augenblick der prophetischen Sendung des Gesandten Allahs an (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken), stellte sich sein Volk gegen ihn und seine wenigen Anhänger. Diese Aggression dauerte mehr als zehn Jahre und bestand aus Schikanen und Übergriffen, so dass er seine Heimatstadt Mekka heimlich verlassen musste, weil sein Volk ihn töten wollte. Trotz alledem lehrt er uns: „Wem Allah Gutes wünscht, den stellt Er mit Schwierigkeiten auf die Probe“, d. h. er erlebt Heimsuchungen und Unglücke (Al-Buchari 548).

Der Muslim ist sich vollständig bewusst, dass Allah das gesamte Universum geschaffen hat und alle Phänomene darin – große und kleine – beherrscht, und dass die Vorkommnisse dieses Lebens nicht durch Zufall geschehen, sondern durch den Willen Allahs und mit einer Weisheit, die nur Er kennt. Wenn ihn dann eine Prüfung trifft, so muss er geduldig sein und akzeptieren, was Allah geschehen lassen will. Diese Geduld und Akzeptanz sind die Motivation für den Menschen, vernünftig mit dem Ereignis umzugehen und angemessen auf die Katastrophe zu reagieren.

Der Gläubige wird sich des Urteils Allahs des Erhabenen bewusst und weiß, dass ein großer Lohn auf ihn wartet, wenn er Geduld und Ausdauer zeigt. Der Prophet sagte:

„Wer an einer Bauchkrankheit stirbt, ist ein Märtyrer. Wer an der Pest stirbt, ist ein Märtyrer“ (Al-Buchari 629).

Allah sagt: „Und Wir werden euch ganz gewiss mit ein wenig Furcht und Hunger und Mangel an Besitz, Seelen und Früchten prüfen. Doch verkünde frohe Botschaft den Standhaften, die, wenn sie ein Unglück trifft, sagen: ‚Wir gehören Allah, und zu Ihm kehren wir zurück.‘ Sie sind es, denen Segnungen von ihrem Herrn und Erbarmen zuteilwerden, und sie sind die Rechtgeleiteten“ (Sura 2:155-57).



2. Allah bedeckt die Fehler der Gläubigen:

Der Islam lehrt uns, dass jeder Mensch anfällig für Fehler und Sünden ist. Deshalb ist es notwendig, dass der Mensch unablässig zu Allah allein um Vergebung fleht, egal ob er gesündigt hat oder nicht. Unglück, das dem Menschen widerfährt, ist auch eine Gelegenheit, die Allah ihm gewährt, um aus Barmherzigkeit seine Sünden aufgrund der Heimsuchung in dieser Welt zu sühnen und Fehler in diesem Leben auszulöschen. Damit begegnet er Allah am Tag des Gerichts und ist bereits frei von Sünden.

Der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte: „Einen Muslim trifft weder Erschöpfung noch Krankheit, Sorge, Kummer und auch kein Schmerz oder Trauer, und nicht einmal ein Dorn sticht ihn, ohne dass Allah ihm seine Sünden bedeckt“ (Al-Buchari 545).
Abu Huraira berichtete, dass der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte:
„Prüfungen plagen den gläubigen Mann oder die gläubige Frau in ihrem Körper, der Familie und in ihrem Besitz, bis sie Allah, allmächtig und majestätisch ist Er, begegnen und frei von Sünde sind“ (At-Tirmidhi 494).

Heimsuchungen als Ergebnis von Sünden

3. Heimsuchungen als Ergebnis von Sünden:

Besonders die großen Sünden sind es, die den Zorn Allahs, segensreich und erhaben ist Er, hervorrufen. Allah sagt: „Diejenigen, die ungläubig sind, wird immer wieder ein Verhängnis treffen für das, was sie gemacht haben, oder es wird in der Nähe ihrer Wohnstätten geschehen, bis Allahs Versprechen eintrifft. Gewiss, Allah bricht nicht, was Er versprochen hat“ (Sura 13:31). „Unheil ist auf dem Festland und im Meer erschienen wegen dessen, was die Hände der Menschen erworben haben, damit Er sie einiges von dem kosten lässt, was sie getan haben, auf dass sie umkehren mögen“ (Sura 30:41).

Es ist möglich, dass die Heimsuchungen eine klare Strafe von Allah dem Erhabenen sind für die Sünden und Fehler der Menschen und gleichzeitig eine Erinnerung an den Menschen, reumütig zu Allah zurückzukehren und die Taten zu unterlassen, die Ihn, den Erhabenen, erzürnen. In solchen Momenten der Bedrängnis spürt der Mensch bewusst seine Schwäche und Abhängigkeit von Allah. In diesen Heimsuchungen liegt eine Erinnerung daran, dass es im Jenseits eine größere und härtere Strafe für den gibt, der Allah ableugnet und sich ohne Reue in schwere Sünden stürzt. Auf der anderen Seite bringen der Glaube an Allah und der Gehorsam gegenüber den Geboten Seiner Gesandten Gutes und Segnungen, welche sich unter den Menschen und auf der Erde ausbreiten. Allah sagt im Qur’an: „Hätten aber die Bewohner der Städte geglaubt und wären sie gottesfürchtig gewesen, hätten Wir ihnen bestimmt Segnungen von dem Himmel und der Erde aufgetan“ (Sura 7:96).

Ratschläge und Empfehlungen bei Epidemien

Angesichts der (Corona-) Covid-19-Pandemie, welche die ganze Welt überraschend getroffen hat und den damit einhergehenden Einschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen, zu denen die einzelnen Staaten ihre Bürger verpflichten, ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass der Islam bereits vor mehr als 1.400 Jahren klare Empfehlungen ausgesprochen und Vorschriften für den Umgang mit Epidemien erlassen hat. Erst später hat die Medizin deren Wirksamkeit bei der Verhinderung der Ausbreitung von Epidemien und Viruserkrankungen bestätigt.

Dazu gehören folgende Punkte:

Händewaschen

1. Händewaschen

Der Islam empfiehlt häufiges Händewaschen. Der Gesandte Allahs (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte: „Wenn jemand aus dem Schlaf erwacht, soll er damit nicht in ein Gefäß gelangen, bis er seine Hand dreimal gewaschen hat. Denn er weiß nicht, wo seine Hand des Nachts war“ (Muslim 541). Auch bei der Gebetswaschung (Wudu) wäscht der Muslim verschiedene Körperteile und beginnt mit dem Waschen der Hände (gewöhnlich dreimal).

Wudu ist eine Voraussetzung für die fünf täglichen Gebete. Der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) schärfte uns ein, beim Waschen der Hände und Füße darauf zu achten, dass Wasser zwischen Finger und Zehen gelangt (Muslim 502). Aus medizinischer Sicht ist dies wichtig, um Keime zu beseitigen.

Wudu

2. Sauberkeit oder Reinheit

Die Betonung von Sauberkeit wird aus dem Wort des Propheten (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) klar: "Reinigung ist die Hälfte des Glaubens“ (Muslim 432). Sauberkeit oder Reinheit sind im Islam von größter Bedeutung. Es gibt einige vorgeschriebene rituelle Handlungen, die man nur im Zustand der Sauberkeit und Reinheit durchführen kann. Dem Muslim ist es nicht erlaubt, das rituelle Gebet zu verrichten oder den Qur’an zu rezitieren, bevor er nicht Wudu vorgenommen hat. Befindet er sich im Dschanaba-Zustand (Untauglichkeit zur Verrichtung der Riten durch Brechen des Tahara-Zustands), muss er sich duschen, um einige Rituale durchführen zu können. Auch gehört es zur Sunna (empfohlene Handlung), am Freitag vor dem Gebet in der Moschee eine Ganzwaschung vorzunehmen.

Es gibt einen authentischen Hadith des Propheten (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken), der noch weiter geht, da er uns über die Gewohnheiten der natürlichen Anlage des Menschen (Fitra) informiert. Die dort erwähnten Handlungen dienen der persönlichen Hygiene und jeder Mensch soll diese umsetzen, um das größtmögliche Maß an Sauberkeit zu erreichen.
Aischa berichtete, dass der Gesandte Allahs (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte:

„Zur Naturveranlagung gehören zehn Dinge: das Kürzen des Schnurrbarts, den Bart wachsen zu lassen, der Gebrauch des Zahnhölzchens (Siwak), das Reinigen der Nase mit Wasser, das Schneiden der Nägel, das Waschen der Fingergelenke, das Auszupfen der Achselhaare, das Abrasieren der Schamhaare und das Reinigen der Ausscheidungsorgane mit Wasser“ (Muslim 502; Anm.: Der Überlieferer war sich beim zehnten Punkt nicht mehr sicher).

Heutzutage entspricht dem Zahnhölzchen die Zahnbürste. Die Einhaltung dieser Gebote ist eine Möglichkeit für den Muslim, sauber und rein zu bleiben und verringert die Wahrscheinlichkeit, sich mit Viren oder Bakterien zu infizieren. 

Siwak

3. Empfehlungen beim Essen und Trinken

Der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) untersagte, beim Trinken in das Gefäß zu atmen: „Wenn jemand von euch aus einem Gefäß trinkt, so soll er nicht hineinatmen“ (Al-Buchari 5630). Er verbot auch, bei Wasserschläuchen aus Leder direkt vom Mundstück zu trinken. Abu Huraira (möge Allah mit ihm zufrieden sein) sagte: „Der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) untersagte es, von der Öffnung des Trinkgefäßes zu trinken“ (Al-Buchari 5628).
Beide Verbote schützen die persönliche Gesundheit und beugen der Ausbreitung von Krankheiten vor. Der Islam empfiehlt auch, Speisen und Getränke vor dem Schlafengehen nicht offen stehen zu lassen und Töpfe zu verschließen. Dschabir berichtete, dass der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte: „Löscht die Lichter, wenn ihr schlafen geht, macht die Türen zu, verschließt die Gefäße und bedeckt Speisen und Getränke“. Der Überlieferer fügte hinzu: „und wenn es auch nur mit einem Stäbchen darüber sei“ (Al-Buchari 5624).

Der Islam warnt auch vor übermäßigem Essen und empfiehlt Zurückhaltung. Zweifellos ist das Übertreiben beim Essen Ursache vieler Krankheiten und wirkt sich negativ auf die Gesundheit aus.

Sauberkeit der Kleidung

4. Sauberkeit der Kleidung

Der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) reinigte seine Kleider selbst und bemühte sich darum, sie sauber zu halten, da Allah, allmächtig und majestätisch ist Er, ihm dies aufgetragen hatte: „(…) und deine Gewänder, die reinige“ (Sura 74:4). Ein Muslim sollte daher stets auf die Sauberkeit seiner Kleidung achten. 

Bedecken des Gesichts beim Niesen

5. Bedecken des Gesichts beim Niesen

Abu Huraira (möge Allah mit ihm zufrieden sein) sagte: „Wenn der Gesandte Allahs (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) nieste, bedeckte er seinen Mund mit seiner Hand oder seinem Gewand, was das Geräusch verminderte“ (Abu Dawud 5011).

Diese Maßnahme wird dringend gegen Ansteckungen empfohlen, um die Ausbreitung von Bakterien auf andere zu vermeiden.

Räumliche Isolation und Quarantäne

6. Räumliche Isolation und Quarantäne

Es ist bemerkenswert, dass der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) vor mehr als 14 Jahrhunderten Maßnahmen empfahl, die heute von Regierungen und internationalen Gesundheitsbehörden in vielen Ländern durchgesetzt werden, so wie die räumliche Distanzierung in Zeiten von Pandemien.
Der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte:

„Wenn ihr von einem Ausbruch der Pesthört, geht nicht dorthin. Wenn die Pest dort ausbricht, wo ihr euch befindet, so verlasst diesen Ort nicht“ (Al-Buchari 624).
In einer ähnlichen Version heißt es: „Wenn ihr hört, dass so etwas (Seuche, Pest) in einer Gegend aufgetreten ist, dann begibt euch nicht dorthin. Wenn sie dort auftritt, wo ihr seid, so flieht nicht aus dieser Gegend“ (Al-Buchari 626).

Maßnahmen im Falle einer Virusinfektion

Der Islam lehrt uns Behandlungen und Maßnahmen, die dazu beitragen können, die Ausbreitung jeder Krankheit oder jedes Virus zu bekämpfen. Darunter zählen:

1. Medizinische Behandlung

Der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) ermutigte seine Gefährten, sich bei Krankheiten ärztlich behandeln zu lassen. So trug er ihnen z. B. auf, Wasser zur Behandlung von Fieber zu verwenden. In einem Hadith heißt es: „Der Gesandte Allahs (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) befahl uns, es (d. h. das Fieber) mit Wasser zu kühlen“ (Al-Buchari 620).

2. Die Hoffnung auf Heilung nicht aufgeben

Während viele internationale Gesundheitsbehörden uns damit überraschen, dass es für manche Krankheiten keine Heilung geben solle, stärkt der Islam in uns den Optimismus und die Hoffnung, dass es für jede Krankheit eine Behandlung gibt. Allah, der Mächtige und Majestätische, leitet zu dieser Heilung, wen Er will von seinen Geschöpfen. In einem Hadith sagt der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken): „Nicht hat Allah eine Krankheit herabgesandt, ohne Heilung dafür zu senden“ (Al-Buchari 582). Ebenfalls sagte er: „Fürwahr, Allah hat Krankheit und Heilung herabgesandt. Für jede Krankheit hat Er eine Heilung geschaffen. So lasst euch behandeln, doch behandelt euch nicht mit Verbotenem“ (Abu Dawud 3865).

Von Usama ibn Scharik (möge Allah mit ihm zufrieden sein) wird überliefert: „Ich kam zum Propheten (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) und seine Gefährten saßen sehr ruhig (wörtl.: „als ob Vögel auf ihren Köpfen säßen“). Ich setzte mich nach der Begrüßung hin, und Beduinen kamen von hier und da und fragten: ‚Gesandter Allahs, sollen wir uns mit Medikamenten behandeln?‘
Darauf entgegnete er ihnen: ‚Lasst euch mit Heilmitteln behandeln, denn Allah der Allmächtige und Majestätische hat keine Krankheit geschaffen, ohne dagegen ein Heilmittel zu schaffen – außer gegen Altersschwäche‘“ (Abu Dawud 3846).


3. Spenden und Wohltätigkeit

Der Islam ruft bei zahlreichen Gelegenheiten dazu auf, Bedürftige gut zu behandeln und ihnen zu helfen. Der Islam macht dies zu einer Form der Annäherung an Allah, gepriesen und erhaben ist Er. Dafür gibt es verschiedene Wege. Einerseits werden freiwillige Spenden (Sadaqa) und vorgeschriebene Spenden (Zakah) von den Reichen abgegeben, weil dies zu den Säulen der Religion gehört. Andererseits werden auch Zuwendungen an Bedürftige geleistet als eine Möglichkeit, eine eigene Verfehlung zu sühnen. Manchmal werden Spenden empfohlen, um Verdienste zu erwerben, und manchmal sind sie eine Möglichkeit, Heilung von Krankheit zu erlangen.

4. Vertrauen auf Allah

Zusammen mit der passenden medizinischen Behandlung muss der Mensch auf Allah vertrauen. Der Gläubige ist tief davon überzeugt, dass Allah der Schöpfer von allem Existierenden ist: ob groß oder klein. Obwohl Er für jede Wirkung eine Ursache festgelegt hat, hat Allah alles in Seiner Hand, und hält alles in dieser Welt aufrecht. Daher beruhigt der edle Qur’an den Gläubigen und versichert ihm, dass Allah seine Unterstützung und Hilfe ist, wenn er sich Ihm anvertraut. Allah, allmächtig und majestätisch ist Er, sagt: „Und wer sich auf Allah verlässt, dem ist Er seine Genüge“ (Sura 65:3).

Ein gutes Beispiel für uns ist der Prophet Ibrahim (Frieden sei auf ihm), der mit Zuversicht zu seiner Familie sagte: „und Der, wenn ich krank bin, mich heilt“ (Sura 26:80). In seinen Worten zeigt sich die vollständige Ergebung in Allah und die Zuversicht, dass Er jede Krankheit heilen kann.

Ruhe und Optimismus

5. Ruhe und Optimismus

Die ruhige und optimistische Einstellung, dass wir die Krankheit überstehen werden, ist ein wichtiger Teil der Behandlung. Dies hilft dem Immunsystem, effizienter zu reagieren. Umgekehrt gilt, dass negative und pessimistische Gefühle das Immunsystem des Menschen schwächen. Der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte: „Und ich mag das gute Vorzeichen (Fa‘l)“. Daraufhin wurde er gefragt, was das sei, und er entgegnete: „Das gute Wort“ (d. h. zur Ermutigung)“ (Muslim 5520).

Deshalb sollte der Patient stets seine optimistische Haltung beibehalten und sich z. B. sagen: „Wenn Allah es erlaubt, wird es mir bis Ende der Woche besser gehen, und ich werde bald wieder arbeiten.“

6. Eine Geheimwaffe gegen Krankheiten

Es geht um das Bittgebet. Dieses ist eine wirksame Waffe gegen jede Krankheit. Allah empfahl uns, dass wir uns Ihm anvertrauen und zu Ihm beten bei jedem Problem, das uns zustößt. Er hat uns versprochen, unsere Gebete zu beantworten, indem Er sagte: „Ruft Mich an, so erhöre Ich euch“ (Sura 40:60). Er sagte uns auch, dass Er die Gebete all derer erhört, die Hoffnung auf Befreiung vom Leiden haben: „Oder (ist besser) wer den in einer Notlage Befindlichen erhört, wenn er Ihn anruft“ (Sura 27:62).

Aischa (möge Allah mit ihr zufrieden sein) berichtete, dass wenn der Gesandte Allahs (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) einen Kranken besuchte oder man einen Kranken zu ihm brachte, er zu sagen pflegte: „Allah, Herr der Menschen, nimm den Schmerz weg. Heile, denn du bist der Heilende. Keine Heilung gibt es außer Deiner Heilung – eine Heilung, die keine Krankheit übrig lässt“ (Al-Buchari 579). Allah liebt es, dass Seine Anbeter sich im Bettgebet an Ihn wenden, wenn sie Heimsuchungen, Prüfungen und Schwäche erleiden, und dass sie mit zum Himmel erhobenen Händen im Gebet um Seine Barmherzigkeit flehen, damit Er das Leiden von ihnen nimmt und sie heilt.
Der Prophet sagte uns: „Das Einzige, was den Menschen länger leben lässt, ist Frömmigkeit. Nichts kann das Schicksal abwenden außer dem Bittgebet. Und nur die Sünde eines Menschen ist es, die ihn seinen Lebensunterhalt verlieren lässt“ (Ibn Madscha 90).

Duaa

Fazit

Die momentane weltweite Pandemie wird früher oder später mit Allahs Erlaubnis ihr Ende finden, so wie es bei allen Katastrophen und Seuchen der Fall ist, welche die Welt zuvor heimgesucht haben. Das Leben wird wieder seinen gewohnten Lauf nehmen. Die Regierungen und Gesundheitsbehörden auf der ganzen Welt werden hoffentlich aus dieser Lektion eine Lehre ziehen und ihre medizinischen Möglichkeiten und Verwaltungsressourcen verbessern, um mit ähnlichen Epidemien besser fertig zu werden. So sollte auch jeder Mensch aus dieser Pandemie lernen, sich der Macht Allahs stärker bewusst werden und sich Ihm zuwenden, um von Ihm Vergebung für die eigenen Sünden zu erbitten. Möge sich der Mensch entschließen, nicht in die gleiche Nachlässigkeit und Entfremdung von Allah zurückzufallen, wie es vor der Pandemie geschah!

Wir wünschen allen Menschen Gesundheit und Wohlergehen!

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