S Sekten & Falsche Gruppen

Gruppe

Welche ist die richtige Gruppe?

HINWEIS: Dieser Artikel soll, bei allem Respekt gegenüber denjenigen, die sich verschiedenen islamischen Gruppierungen zuschreiben, dazu dienen, die ernsthaften Probleme, welche die Muslime weltweit betreffen, zu lösen. Letztendlich ist jeder, der sagt „Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer Allah, und ich bezeuge, dass Muhammad sein Diener und Gesandter ist“, de facto ein Muslim. Sobald man jedoch darauf besteht, Adjektive hinzuzufügen, um die jeweilige „Art“ des Islams zu beschreiben, beginnt das Problem.

Behaltet folgenden Satz beim Lesen im Hinterkopf – Allah sagt:
„Er ist es (Allah), Der euch vordem schon MUSLIME nannte...“ [22:78]



Heutzutage scheinen Muslime in „allen Geschmacksrichtungen“ vorzukommen. Es gibt so viele Gruppen mit so vielen unterschiedlichen Namen. Aber welche sind die „wahren Muslime“?

Die Gruppen tragen Namen wie:
Sunniten, Salafiten, Shiiten, Ahmadiyya, Kadiani, Sufis, Nation of Islam, Hanafiten, Shafiiten, Wahabiten, Moorish Science, Five Percenters, Aghakhani, Ansar Allah, Modernisten und sogar Reformierte Muslime.

So viele Sekten und Gruppen – und alle behaupten, dass sie die „Gerettete islamische Glaubensgemeinschaft“ seien.
– Aber gibt es überhaupt eine solche? Wenn ja, welche ist es?
– Und wie können wir das nachprüfen?

Gute Frage!

Alle diese oben genannten „Glaubensgruppen“ wurden von verschiedenen Personen als Sekten bzw. Abspaltungen bezeichnet, die von „grenzwertig“ bis „vollständig aus dem Islam ausgetreten“ eingestuft wurden.

Bevor wir nun versuchen zu verstehen, wer in diesem Punkt richtig oder falsch liegt, lohnt es sich einen Blick auf die Bedeutung der Wörter zu werfen, die wir in unserer Erörterung verwenden werden.

Zunächst schauen wir uns die Bedeutung der Schlüsselwörter aus der arabischen Sprache an, da uns diese helfen, die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen und weitere Verwirrung zu vermeiden. Das erste Wort, das wir verstehen müssen, ist das Wort „Islam“ und im direkten Anschluss das Wort „Muslim“. Diese Wörter stammen nicht aus dem Deutschen und müssen daher in ihrer arabischen Bedeutung verstanden werden. Sie lassen sich nicht mit einem einzigen Wort übersetzen.

Erstes Wort – „ISLAM“. Im Grunde hätten wir uns schon die ganze Zeit die Frage stellen sollen: „Was bedeutet der Begriff ISLAM überhaupt?“

ISLAM kommt von der Wurzel „slm“ bzw. „salama“ und wird im Arabischen in Bezug auf den Glauben folgendermaßen verstanden:

ISLAM bedeutet:

  • Hingabe: „Lasse ab vom Bösen und allen Begierden – gebe dich dem Schöpfer hin“
  • Unterwerfung: „Akzeptiere die Bedingungen, die für dich als Diener des Allmächtigen Gottes gelten“
  • Gehorsam: „Befolge Seine Gebote so gut du kannst“
  • Aufrichtigkeit: „Tue alles unabhängig davon, ob es jemand sieht oder jemanden interessiert“
  • Frieden: „Nehme alles, was dir der Allmächtigen Gott in diesem Leben gibt, mit Ruhe und Gelassenheit an“

All dies ist nur möglich, wenn man den freien Willen seiner Nafs (seines Ichs oder Egos) unter den Willen des Schöpfers und Erhalters allen Daseins (ALLAH) stellt.

Man könnte dies mit der christlichen Lehre vergleichen, wo Jesus, Frieden sei auf ihm, seinen Jüngern ein Gebet lehrte, in dem es heißt: „Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden“. (Matt. 6)

Im Quran wird der Begriff ISLAM als „Dīn“ oder Lebensweise eines Menschen verwendet. Eine Lebensweise, die vollständig im Gleichgewicht ist mit allem anderen in der Schöpfung Allahs, des Allmächtigen. Im ISLAM gibt es für alles eine Anleitung, einschließlich für das Essen, Schlafen, den Umgang mit anderen Menschen, für Wirtschaft, Politik, Gesundheit, Gottesdienst und sogar für den Tod. Das gesamte Universum befindet sich „IM ISLAM“, da es zu der Schöpfung Allahs, des Allmächtigen, gehört und von Ihm aufrechterhalten wird.

Betrachten wir nun die nächste logische Frage: „Was bedeutet der Begriff Muslim eigentlich?“

Auch hier müssen wir berücksichtigen, dass es sich um ein arabisches Wort handelt, das natürlich den Regeln der arabischen Sprache unterliegt. Das Wort „Muslim“ leitet sich vom Wort ISLAM ab, wobei ISLAM als Verb oder Handlung und MUSLIM als Substantiv bzw. als jemand, der die Handlung durchführt, zu verstehen ist. Im Deutschen hängen wir zur Substantivierung eines Verbs die Endung „(D)ER“ an das Verb an. Im Arabischen übernimmt in vielen Fällen die Vorsilbe „MU“ diese Funktion.

Die folgenden Beispiele sollen dies zum besseren Verständnis erläutern. Verglichen werden Verben beider Sprachen mit den dazugehörigen Substantiven:

MU – Vorsilbe für das Verb

Substantivierung der Verben im DEUTSCHEN

 

Substantivierung der Verben im ARABISCHEN

Reisen =

ein ReisenDER



 

Safar =

MUsafar

Rufen =

ein RufER

 

Adhan =

MUadhan

Beten =

ein BetenDER

 

Salah =

MUsalah

Unterwerfen =

ein sich UnterwerfenDER

 

Islam =

MUslim

Ein „MUSLIM“ ist also jemand, der „ISLAM“ praktiziert.

Wenn wir also ISLAM als eine Handlung verstehen, könnten wir im Deutschen sagen, dass jemand, der „Islam praktiziert“ ein „IslamER“ ist. Richtig? Wie wir in der Tabelle oben sehen können, wird dasselbe im Arabischen durch die Vorsilbe „mu“ ausgedrückt. Daraus lässt sich schließen, dass jemand, der „Islam“ (Unterwerfung unter den Willen Gottes) aktiv praktiziert, ein „Mu-Islam“ bzw. „Muslim“ ist.

Leuchtet ein, oder?

Nun sollten wir die Frage stellen, wie jemand ein MUSLIM werden kann.

Nur wenn eine Person bereit ist, sich den Geboten des Erhabenen Gottes zu unterwerfen, d. h. Allah unter Seinen Bedingungen so gut wie möglich zu gehorchen, dann wird diese Person ein MUSLIM.

Allah sagt im Quran, dass die gesamte Schöpfung Ihm unterworfen ist (MUSLIM).

Stellen wir uns vor, die Sonne würde den Mond fragen: „Hey, Mond! Was für ein Muslim bist du? Shiit oder Sunnit?“ – Ein solcher Gedanke macht überhaupt keinen Sinn.


Und glücklicherweise gibt es eine Reihe von deutlichen Belegen, mit denen sich die richtige Lösung für dieses Problem ermitteln lässt.

Als erster Beleg wäre zu nennen, dass die Lehren des Islam in ihrer ursprünglichen Sprache bis heute bewahrt wurden. Allah sandte den Quran (das Rezitierte) in arabischer Sprache durch den Engel Gabriel zum Propheten Muhammad, Friede sei auf ihm, der ihn memorisierte und seinen Gefährten lehrte, die ihn auch memorisierten und diese Tradition von Generation zu Generation bis an uns heute weitergaben. In jeder Moschee auf dieser Welt wird derselbe Quran rezitiert, und in 1.400 Jahren wurde noch kein einziges Wort darin verändert.

Sicherlich gehört die Wahrung der Schrift, d. h. des Qurans (der noch immer memorisiert und in derselben Form und Sprache [Arabisch] wie vor über 1.400 Jahren rezitiert wird), zu einer der bedeutendsten Schönheiten des Islam.

Der zweite Beleg ist die Authentizität der Quellen, die als Hadith (Lehren des Propheten Muhammad, Friede sei auf ihm) bezeichnet werden. Auch diese haben wir heute vorliegen und diese wurden von den nachfolgenden Muslimen bewahrt und samt Überlieferungskette weitergegeben, um die Zuverlässigkeit und Authentizität eines jeden einzelnen Hadith sicherzustellen.

Drittens bietet der Islam eine absolut umfassende und ausgeglichene Lebensweise für die gesamte Schöpfung des Allmächtigen. Islam ist mehr als nur eine weitere Glaubensrichtung oder Religion. Islam bietet einen Weg zur Vereinigung aller Menschen und enthält eine Anleitung des Allmächtigen Gottes zur Lösung aller Probleme und Streitigkeiten.


Betrachten wir nun die eigentlichen Lehren dieser zwei heiligen Quellen (d. h. Quran und Hadith), um zu erfahren, was der Islam über die Aufsplitterung in verschiedene Gruppen oder Sekten lehrt. Wie wir bereits festgestellt haben, basiert der Islam auf zwei Quellen: 1.) Quran und 2.) Sunnah [Der Prophet Muhammad, Friede sei auf ihm].

Beginnen wir zunächst mit dem Quran. Allah spricht im Quran folgendermaßen über diejenigen, die den Islam in Sekten oder Gruppen aufspalten:

„Wie aber könnt ihr (wieder) ungläubig werden, wo euch doch Allahs Zeichen verlesen werden und unter euch Sein Gesandter (Muhammad SAW) ist? Doch wer an Allah festhält (d. h., wer praktisch Allahs Religion, dem Islam, folgt und Allah gehorcht), der wird gewiß auf einen geraden Weg geleitet.

O, die ihr glaubt, fürchtet Allah in gebührender Furcht (indem man alles tut, was Er befohlen hat, und alles lässt, was Er verboten hat), [gehorcht Ihm, seid Ihm dankbar und gedenkt Ihm stets] und sterbt ja nicht anders denn als (Allah) Ergebene (als Muslime).

Und haltet alle Fest am Seil Allahs (d. h. an diesem Qur'an) und geht nicht auseinander! Und gedenkt Allahs Gunst an euch, als ihr Feinde wart und Er dann eure Herzen zusammenführte, worauf ihr durch Seine Gunst Brüder (im islamischen Glauben) wurdet. Und (als) ihr am Rand einer Feuergrube wart und Er euch dann davor errettete. So macht Allah euch Seine Zeichen klar (durch Beweise, Belege, Verse, Lehren, Zeichen, Offenbarungen usw.), auf daß ihr rechtgeleitet werden möget!

Und es soll aus euch eine Gemeinschaft werden, die zum Guten aufruft (Islam), das Rechte gebietet (d. h. islamischen Monotheismus und zu allem, was der Islam von einem verlangt) und das Verwerfliche verbietet (Polytheismus, Unglaube und all das, was der Islam verbietet). Jene sind es, denen es wohl ergeht.

Und seid nicht wie jene, die auseinander gingen und uneinig wurden, nachdem die klaren Beweise zu ihnen gekommen waren. Für jene gibt es gewaltige Strafe.“ [Quran 3:101 – 3:105]

„Gewiß, mit denjenigen, die ihre Religion spalteten und zu Lagern geworden sind, hast du nichts gemein. Ihre Angelegenheit steht (allein) bei Allah. Hierauf wird Er ihnen kundtun, was sie zu tun pflegten.“ [Quran 6:159]

Schauen wir uns nun einige wichtige Fakten an. Denke einen Moment nach und frage dich dann:

„Tauchen die Begriffe Islam und Muslim in der Schrift des Islam [dem Quran] auf?“ Antwort: JA!

Wir Muslime wurden im Quran selbst dazu angewiesen, unsere Differenzen beizulegen, da wir sonst von unserem Herrn als Ungläubige bezeichnet werden würden. Denn im Quran heißt es:

„Aber nein, bei deinem Herrn! Sie glauben nicht eher, bis sie dich [Muhammad] über das richten lassen, was zwischen ihnen umstritten ist, und hierauf in sich selbst keine Bedrängnis finden durch das, was du entschieden hast, und sich in voller Ergebung fügen [Islam].“ [An Nisaa' 4:65]

„Weder für einen gläubigen Mann noch für eine gläubige Frau gibt es, wenn Allah und Sein Gesandter eine Angelegenheit entschieden haben, die Möglichkeit, in ihrer Angelegenheit zu wählen. Und wer sich Allah und Seinem Gesandten widersetzt, der befindet sich ja in deutlichem Irrtum.“ [Al Ahzab 33:36]

Gehen wir nun zu dem zurück, was Allah in Seinem Heiligen Buch, dem Quran gesagt hat. Allah hat diejenigen, die Seinem geraden Weg (Al Mustaqeem) folgen, als „Muslime“ bezeichnet. Er sagte auch, dass wir nicht anders denn als „Muslime“ sterben sollen, gefolgt von dem Befehl an die Gläubigen, sich nicht in Gruppen aufzuspalten:

Gewiß, die Religion ist bei Allah Unterwerfung, Gehorsam in Frieden gegenüber Seinen Geboten (ISLAM)." [Al Imran 3:19]

„Wer aber als Lebensweise und Anbetung Allahs (Dīn) etwas anderes als die Unterwerfung und den Gehorsam gegenüber Seinen Geboten (ISLAM) begehrt, so wird es von ihm nicht angenommen.“ [Al Imran 3:85]

„O, die ihr glaubt, fürchtet Allah in gebührender Furcht und sterbt ja nicht anders denn als Ergebene, die sich dem Willen Gottes ergeben und Ihm gehorchen (MUSLIME)." [Al Imran 3:102]

Und haltet alle Fest am Seil Allahs (d. h. an diesem Qur'an) und geht nicht auseinander! Und gedenkt Allahs Gunst an euch, als ihr Feinde wart und Er dann eure Herzen zusammenführte, worauf ihr durch Seine Gunst Brüder (im islamischen Glauben) wurdet. Und (als) ihr am Rand einer Feuergrube wart und Er euch dann davor errettete. So macht Allah euch Seine Zeichen klar (durch Beweise, Belege, Verse, Lehren, Zeichen, Offenbarungen usw.), auf daß ihr rechtgeleitet werden möget!“ [Al Imran 3:103]

„Wen Allah rechtleiten will, dem tut Er die Brust auf für den Weg der Unterwerfung und des Gehorsam gegenüber Allahs Rechtleitung (ISLAM). Und wen Er in die Irre gehen lassen will, dem macht Er die Brust eng und bedrängt, so als ob er in den Himmel hochsteigen sollte. So legt Allah den Greuel auf diejenigen, die nicht glauben.“  [An Aam 6:125]

„Ist denn jemand, dessen Brust Allah für den Weg der Unterwerfung und des Gehorsam gegenüber Allahs Rechtleitung (ISLAM) auftut, so daß er sich nach einem Licht von seinem Herrn richtet (einem beharrlich Ungläubigen gleich)? So wehe denjenigen, deren Herzen gegen Allahs Ermahnung verhärtet sind! Sie befinden sich im deutlichen Irrtum!“ [Az-Zumar 39:22]

„Und wer ist ungerechter , als wer gegen Allah Lügen ersinnt, während er zum Weg der Unterwerfung und des Gehorsam gegenüber Allahs Rechtleitung (ISLAM) aufgerufen wird?“ [As Saff 61:7]

„Sag: Gewiß, mein Gebet und mein (Schlacht)opfer, mein Leben und mein Sterben gehören Allah, dem Herrn der Welten.“ [An Aam 6:162]

„Er hat keinen Teilhaber. Dies ist mir befohlen worden, und ich bin der erste der Ihm Ergebenen (MUSLIME).“ [An Aam 6:163]

Die vorausgeeilten Ersten (die die Unterwerfung und den Gehorsam gegenüber Allahs Rechtleitung angenommen haben) (ISLAM), von den Auswanderern (von Makkah nach Madinah) und den Ansar (Helfern von Madinah) und denjenigen, die ihnen auf beste Weise gefolgt sind (im Glauben) – Allah hat Wohlgefallen an ihnen, und sie haben Wohlgefallen an Ihm. Und Er hat für sie Gärten bereitet, durcheilt von Bächen, ewig und auf immer darin zu bleiben; das ist der großartige Erfolg.“ [At Taubah 9:100]

„Und mir ist befohlen worden, der erste der Ihm Ergebenen (MUSLIME) zu sein.“ [Az-Zumar 39:12]

„Und müht euch für Allah ab, wie der wahre Einsatz für Ihn sein soll. Er hat euch erwählt und euch in der Lebensweise und der Anbetung Allahs (Dīn) keine Bedrängnis auferlegt, dem Lebensweg und der Anbetung Allahs (Dīn) eures Vaters Ibrahim: Er hat euch Allah Ergebene (MUSLIME) genannt, zuvor und (nunmehr) in diesem (Quran), damit der Gesandte (Muhammad, Frieden sei auf ihm) Zeuge über euch sei und ihr Zeugen über die Menschen seid!“ [Al Hajj 22:78]

Gewiß, muslimische Männer und muslimische Frauen, gläubige Männer und gläubige Frauen, ergebene Männer und ergebene Frauen, wahrhaftige Männer und wahrhaftige Frauen, standhafte Männer und standhafte Frauen, demütige Männer und demütige Frauen, Almosen gebende Männer und Almosen gebende Frauen, fastende Männer und fastende Frauen, Männer, die ihre Scham hüten und Frauen, die (ihre Scham) hüten, und Allahs viel gedenkende Männer und gedenkende Frauen (Gedenken Allahs mit Herz und Zunge) – für (all) sie hat Allah Vergebung und großartigen Lohn bereitet. [33:35]


Betrachten wir nun die Aussprüche und Lehren des Propheten Muhammad, Frieden sei auf ihm, der uns sagte:

„Bedenkt, eines Tages werdet ihr vor Allah erscheinen und nach euren Taten befragt werden. Also hütet euch, verlasst den Weg der Rechtschaffenheit nicht, wenn ich von euch gegangen bin. O ihr Menschen, nach mir wird kein Prophet oder Gesandter mehr kommen, und es wird kein neuer Glaube mehr geboren werden. Überlegt daher vernünftig, o ihr Menschen, und versteht die Worte richtig, die ich euch mitteile. Ich werde nach mir zwei Dinge hinterlassen: den Quran und die Sunnah (Hadith), und wenn ihr diesen folgt, dann werdet ihr nie irregehen.“

In der Khutbatul Wada' (auch bekannt als die Abschiedspredigt des Propheten Muhammad, Allahs Frieden und Segen auf ihm) heißt es:

„Die Muslime werden sich in 73 Gruppen spalten. Alle gehen in die Hölle, bis auf eine. Es ist die, in der ich und meine Gefährten sich heute befinden.“

Dies ist die universelle Gruppe des Islam, die ihr Leben auf der Grundlage des Quran und der Sunnah führt. Der Prophet, Allahs Frieden und Segen auf ihm, hat nie gesagt, dass er ein Salaf, Sunnite oder Shiite sei, und wir müssen das tun, was unserer Prophet (saw) getan hat und uns als Muslime und nur als Muslime bezeichnen.

Muhammad, Frieden sei auf ihm, sagte in einem Hadith:

„Das Erlaubte ist offenbar und das Verbotene ist offenbar, dazwischen aber gibt es zweifelhafte Dinge, die viele Menschen nicht richtig beurteilen können.
Wer diese zweifelhaften Dinge meidet, der bewahrt seinen Glauben und seinen Ruf. Wer sich jedoch mit diesen zweifelhaften Dingen abgibt, der begeht leicht etwas Verbotenes; so, wie der Hirte, der seine Schafe am Hima (Hoheitsgebiet) anderer weiden lässt, leicht die Grenze überschreitet. Wahrlich, jeder Herrscher hat sein eigenes Hoheitsgebiet, und die Hoheitsgebiete Gottes sind seine Verbote. Wahrlich, in jedem Körper gibt es ein „Etwas“. Ist dieses Etwas gut, so ist der ganze Mensch gut. Ist dieses Etwas jedoch schlecht, so ist auch der ganze Mensch schlecht. Wahrlich, dieses Etwas ist das Herz.“
(Sahih Al Bukhari Band 1, Hadith Nr. 49)

Der Prophet Muhammad, Frieden sei auf ihm, sagt uns in einem Hadith (Lehren und Aussprüche), dass er Allah in einem Gebet um drei Dinge gebeten hat, wovon ihm jedoch nur zwei gewährt wurden. So sagt er:

„Ich bat Allah, dass meine Ummah (die Muslime) nicht aufgrund einer Minderzahl zerstört werden würde. Und Allah bewilligte mir dies.
Dann bat ich Allah, dass meine Ummah (die Muslime) nicht mit einer Hungersnot zerstört würden. Und Allah bewilligte mir dies.
Und ich bat Allah, meine Ummah (die Muslime) nicht in Gruppen aufspalten und gegeneinander kämpfen zu lassen. Doch Allah bewilligte mir dies nicht.“

Der Prophet, Friede sei auf ihm, sagte auch:

„Die Muslime werden sich in 73 Gruppen spalten. Alle gehen in die Hölle, bis auf eine. Es ist die, in der ich und meine Gefährten sich heute befinden.“

Er sagte also, dass die „gerette Gruppe“ diejenige sei, die dem Weg folgen würden, auf dem er und seine Gefährten seien, d. h „Quran und Sunnah“ befolgen würden. Daraus lässt sich ganz klar sehen, dass Allah Subhanahu wa Ta'ala uns einzig und allein als „Muslime“ bezeichnet hat.

Wenn wir zudem bedenken, dass die abweichenden Gruppierungen immer eine weitere Bezeichnung benötigen, um sich von anderen abzugrenzen, dann können wir langsam das Prinzip erkennen. Wenn jemand meint, dass es notwendig sei, zu beschreiben, welche Art „Muslim“ er/sie sei, dann ist das sein/ihr Problem.

Natürlich könnte man sagen: „Ich bin ein großer Muslim“ oder „Er ist ein kleiner Muslim“. Diese Art von Beschreibung würde dann zur Feststellung der Körpermerkmale verwendet werden.

Auch wäre es möglich die Herkunft eines Muslims durch Nennung des Landes oder der Nationalität zu beschreiben, wie z. B. „Pakistanischer Muslim“ oder „Arabischer Muslim“. Durch diese Beschreibungen wird eine Person nicht aus dem Schoß des Islam ausgeschlossen.

Es wird jedoch problematisch, wenn das Adjektiv, das sich auf das Wort „Muslim“ oder „Islam“ bezieht, etwas mit dem GLAUBEN oder der ÜBERZEUGUNG zu tun hat.

Wir müssen verstehen, dass Allah Subhanahu wa Ta'ala sowohl im Quran als auch in den Aussprüchen des gelobten Propheten, Friede sei auf ihm, in aller Deutlichkeit gesagt hat, dass die Religion des Islam schon während der Lebzeit des Propheten, Friede sei auf ihm, vervollkommnet und vervollständigt wurde und dass es bis zum Jüngsten Tag keine neue Religion mehr geben würde und dass diejenigen, die dem Islam folgen würden, von Allah als MUSLIME bezeichnet werden würden.

In einem Hadith zeichnete der Prophet, Frieden sei auf ihm, mit einem Stock eine gerade Linie in die Erde. „Er sagte: ‚Dies ist der gerade Weg zu Allah‘ [d. h. der Weg des Islam]. Dann zeichnete er Striche, die links und rechts von der geraden Linie abgingen, und sagte ‚Dies sind die Gruppen (bzw. Sekten), die vom geraden Weg abgewichen sind und an jeder Abzweigung ist ein Teufel, der sie ruft.‘“

Er erwähnte, dass es bis zum Jüngsten Tag immer eine Hauptgruppe von Muslimen geben würde, die sich auf dem geraden Weg befänden.


Nehmen wir also dieses Konzept und wenden wir es auf die verschiedenen Gruppierungen an, die allesamt behaupten, zur „geretteten Gemeinschaft“ zu gehören. Wenn dies nicht in der Zeit des Propheten, Friede sei auf ihm, offenbart wurde und seine Gefährten, möge Allah mit ihnen zufrieden sein, dies nicht praktiziert haben, weshalb sollten wir dies in unseren Dīn [Lebensweise im Islam] mit aufnehmen? Zumal es Allah in Seinem Buch bereits deutlich gemacht hat:

{Inna deenah innda lahi, Islam}
„Gewiß, die Religion [Dīn] ist bei Allah der Islam.“(3:19)

Auch in Kapitel Ma'idah (5:3), wo Allah Subhanahu wa Ta’ala sagt:

{Al yawmal akmal tu lakum deenakum wa atmumtu alaykum ni'mati wa raditu lakum al Islam adeena}
„Heute habe Ich euch eure Lebensweise (oder Religion) vervollkommnet und Meine Gunst an euch vollendet, und Ich bin mit dem ISLAM als eure Lebensweise (Religion) für euch zufrieden.“

Sheikh Mohammad Jibaly, ein Gelehrter des Islam, erzählte mir vor einiger Zeit von einem Hadith, in dem der Prophet, Friede sei auf ihm, sagte, dass es für uns bis zum Jüngsten Tag verboten sei, uns anders als „Abdullah, Abdur Rahman oder Muslim“ zu bezeichnen.

Diese Worte sollten eine genauso tiefe oder noch größere Wirkung auf die heutigen Gläubigen wie bei denjenigen ausüben, die diese Worte vor 1.400 Jahren gehört haben. Heute sehen wir, dass diese Bezeichnungen und Gruppierungen wie nie zuvor zu Spaltung, Hass und Gewalt führen.



Von

Sheikh Yusuf Estes

Aus dem Englischen übersetzt von Way to Allah e.V. (Way-to-Allah.com)

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