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Ahmadiyya (teil 1 von 3): Ursprung und Geschichte - Weg zum Islam

Ahmadiyya (teil 1 von 3): Ursprung und Geschichte

Der Prophet, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, sagte: ´Ich bat Gott um drei Dinge, Er ab mir zwei und eines gab Er mir nicht.  Ich bat Gott, meine Nation davor zu bewahren, von Naturkatastrophen zerstört zu werden und Er gewährte mir dies.  Ich bat Gott, meine Nation vor der Niederlage durch die Hände ihrer Feinde zu bewahren, und Er gewährte mir dies.  Ich bat Gott, meine Nation davor zu bewahren, von innen heraus zerstört zu werden und dies gewährte Er mir nicht.’ (Ibn Khuzaimah)



Einleitung

Dominion over palm and pine’ (Herrschaft über Palmen und Pinien); so wird das britische Empire von Historikern beschrieben.  Bis zum späten 17.Jahrhundert hatte es viele Teile der Welt kolonialisiert, auch weite Regionen der muslimischen Welt.  

Bei der Kolonialisierung ging es nicht nur um die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen, sondern auch um die Indoktrinierung der eroberten Völker, damit sie die britische Ideologie und den Glauben übernehmen. 

Missionare arbeiteten eifrig in den unterschiedlichen Gebieten des Britischen Empires, um die Botschaft des Christentums zu verbreiten.  Schulen wurden errichtet und verschiedene Taktiken wurden angewandt, um ihre Ziele zu erreichen.  

Als die Muslime der Gefahr gewahr wurden, der sie gegenüber standen, vereinten sie sich, machten mobil und begannen mit dem Ruf nach ´Freiheit´ ihre Länder aus den Fängen des skrupellosen Reiches zu befreien. 

Nahkämpfe und bewaffnete Übergriffe waren für die Briten nichts Neues, aber als die Angriffe der Muslime immer unerbittlicher und tödlicher wurden, übernahmen sie eine neue Taktik: ‘teile und herrsche’.  Anstatt mit den Muslimen von Angesicht zu Angesicht zu kämpfen, stachelten sie unter den Muslimen einzelne Individuen dazu auf, ihre eigenen Gruppen zu bilden und sich vom Hauptstrom des sunnitischen Islams abzuspalten.

Ideologische Kriegsführung wurde gegen die Muslime eingeführt, so wollten es die Anweisungen Ludwigs IX, des sogenannten “Leutnant Gottes auf Erden”, der in seinen Kreuzzugversuchen so jämmerlich scheiterte.

Eine dieser Gruppen, die sich während dieser Zeit gebildet haben, war die Qadiyani Gruppe, auch als Ahmadis bekannt, die im Jahre 1889 zur Existenz gelangte.

Die Schritte zum Ruhm

Natürlich kann nicht jeder daher kommen und von sich behaupten, ein ´Prophet´ Gottes zu sein.  Mirza Ghulam Ahmed erkannte dies und plante seine Mission Schritt für Schritt.  Anfangs behauptete er, ein Wiedererwecker des Islam zu sein.  Er sagte: “Wir sind Muslime.  Wir glauben an einen Gott ohne Partner und an das Glaubensbekenntnis.  Wir glauben an das Buch Gottes den Qur´an, an Seinen Gesandten Muhammad.  Wir glauben an die Engel, die Wiedererweckung, Hölle und Paradies. 

Wir halten die vorgeschriebenen Gebete und das Fasten ein.  Wir wenden uns zur Qibla im Gebet und gestatten uns, was gestattet ist.  Wir fügen dem islamischen Gesetz nichts hinzu und wir lassen nichts davon weg.  Das islamische Gesetz steht über der Veränderung.”



Mit Ansprüchen wie diesem und mit kraftvollen rhetorischen Fähigkeiten war er in der Lage, bei vielen Muslimen erheblich Boden zu gewinnen.  Im Jahre 1891 behauptete er, der ´versprochene Messias´ und der ´Mahdi´ zu sein.  Im Jahre 1901 wagte er schließlich den Sprung und verkündete, ein Prophet Gottes zu sein.

Die 31 Geschmacksrichtungen des Qadiyanismus…

Damit Mirza die Gunst aller Völker gewinnen konnte, nahm er in seinen Glauben Elemente einer jeden Religion auf, die in seinem Gebiet präsent war; daher enthält seine Doktrin indische, sufische, islamische und westliche Elemente.

Mirza Ghulam Ahmed hat so viele Dinge behauptet, dass es schwer ist, sie chronologisch zu vermitteln.

  1. Er behauptete, Gott zu sein und der Schöpfer der Himmel und der Erde.  Er hat geschrieben: “Ich sah in meinen Träumen, dass ich ALLAH / Gott bin und ich glaubte, ohne einen Zweifel, dass ich der Eine bin, der die Himmel geschaffen hat.”  [Aaina-e-Kamaalaat]
  2. Er behauptete, neun Propheten zu sein.  Er sagte:  „Ich bin Adam.  Ich bin Noah.  Ich bin Abraham.  Ich bin Ismail.  Ich bin Moses.  Ich bin Jesus und ich bin Muhammad.”  [Roohaani Khazaain]
  3. Er behauptete, die Mutter des Propheten Jesus gewesen zu sein, und dann behauptete er, Jesus selbst gewesen zu sein.  Er sagte, der ´erste Gott´ habe ihn in Maria verwandelt.  Nach zwei Jahren habe Gott ihn für zehn Monate schwanger gemacht nach denen Gott ihn in Jesus umgewandelt habe.  [Roohaani Khazaain]
  4. Er behauptete, Muhammad, der Gesandte Gottes gewesen zu sein.  “Muhammad ist der Gesandte Gottes. Und die, die mit ihm sind, sind hart gegen die Ungläubigen, doch barmherzig zueinander”(Quran 48:29)   Er behauptete, in dieser göttlichen Offenbarung sei er selbst Muhammad und der Gesandte genannt worden.  [Roohaani Khazaain, Bd. 18, Seite 207]
  5. Er behauptete, der Mahdi zu sein und der versprochene Messias, obwohl er keine der Bedingungen erfüllte, die der Prophet Muhammad in bezug auf den Mahdi und den versprochenen Messias genannt hat.  
  6. Bei einem Vortrag, den er 1904 in Sialkot gehalten hat, erklärte er, dass Gott ihn darüber in Kenntnis gesetzt habe, dass Krishna, der vor Tausenden von Jahren unter den Aryas erschienen war, tatsächlich ein Prophet Gottes auf den der Heilige Geist Gottes herabgestiegen sei, doch später seien seine Lehren verdreht worden und er fing an, angebetet zu werden. Hier erhebt er den Anspruch, der das Profilbild desjenigen zu sein, den die Hindus in den letzten Tagen erwarten und dass er in der Gestalt Krishnas erschienen sei, mit denselben Eigenschaften. [1]

Ausbruch

Die Ahmadiyah-Gruppe zerbrach in zwei Einzelgruppen.  Dies geschah nach dem Tod von Hakim Noor-ud-Din, dem ersten Nachfolger Mirza Ghulam Ahmeds.  Die erste Gruppe ist bekannt als ‘Ahmadiyya Muslim Community’ und die zweite, kleinere, ist bekannt als ‘Lahore Ahmadiyya Movement for the Propagation of Islam’.

Die Unterschiede zwischen beiden Gruppen können in zwei Punkten zusammengefasst werden:. Der erste Punkt ist ihr Glaube bezüglich des Prophetentums Mirza Ghulam Ahmeds.  Die Lahore Ahmadiyya  Gruppe betrachtet Mirza Ghulam Ahmad als einen Propheten im metaphorischen Sinne des Wortes; während die Ahmadiyyah Muslim Community glaubt, dass Mirza Ghulam Ahmad ein Prophet gewesen sei mit allen notwendigen Eigenschaften, die ein Prophet besitzen sollte.

Der zweite Unterschied besteht darin, wie sie den Hauptstrom der sunnitischen Muslime betrachten.  Die Lahore Ahmadiyya- Gruppe glaubt, dass jeder Mensch, der das Glaubensbekenntnis ausspricht, ein Muslim ist, und nicht als Nicht- Muslim bezeichnet werden kann.[2]

Die Ahmadiyya Muslim Community  glaubt, dass jeder Muslim, der Mirza Ghulam Ahmads Anspruch nicht akzeptiert hat, ein Nicht-Muslim ist, auch wenn die Person den Namen von Mirza Ghulam Ahmad in seinem Leben nie gehört hatte.[3]

 

Von

Abdurrahman Murad
Übersetzer: Dr. Moulay Mohamed Ghembaza

Weiterlesen:

Ahmadiyyah (teil 2 von 3): Blasphemische Qadiyani-Ansichten

Ahmadiyya (teil 3 von 3): Der Maßstab


 

Footnotes:

[1] http://en.wikipedia.org/wiki/The_claims_of_Mirza_Ghulam_Ahmad

[2] http://aaiil.info/misconceptions/muslim/whois.htm

[3] http://www.ahmadiyya.org/qadis/takfir2.htm

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