Simultandolmetschen der Freitagspredigt

Simultandolmetschen der Freitagspredigt

Frage:


Meine Frage handelt von der Freitagspredigt. Ist es erlaubt, dass ein Jugendlicher, der die Sprache des Landes kennt, neben dem Imâm steht, um die Freitagspredigt zu dolmetschen?


Antwort:

Der Lobpreis ist Allâhs! Möge Allâh Seinen Gesandten in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken!

Und nun zur Frage:

Allâh hat die Freitagspredigt vorgeschrieben, um tiefe Weisheiten zu verwirklichen. Den Menschen soll erklärt werden, was Allâh ihnen an Regeln vorgeschrieben, an Sünden verboten und an guten Sitten empfohlen hat. Dieser großartige Nutzen kann nur durch eine verständliche Sprache verwirklicht werden. Die Bedeutungen und Ziele der Predigt sind wichtiger als das Festhalten an bestimmten Worten, zumal die Angesprochenen die arabische Sprache nicht können und somit nicht davon profitieren. Daraus ergibt sich, dass das Dolmetschen der Predigt in die unter den Angesprochenen geläufigen Sprachen, die sie verstehen, wichtiger und besser ist.

Der Beweis dafür ist, dass Allâh die Gesandten in der Sprache ihrer Völker gesandt hat, damit sie ihnen die Vorschriften Allâhs erklären. Allâh sagt: "Und Wir haben keinen Gesandten gesandt, außer in der Sprache seines Volkes, damit er ihnen (die Botschaft) klar macht." (Sûra 14:4).

Der Zweck der Predigt ist die Ermahnung und diese kann in allen Sprachen verwirklicht werden, wie An-Nawawî in Al-Madschmû' meinte.

Das Ständige Fatwâ-Komitee Saudi-Arabiens hat dies in seiner Fatwâ begutachtet und die Übersetzung erlaubt, wenn es den Zuhörern nützt, egal ob nach jedem Abschnitt der Predigt gedolmetscht wird oder die Übersetzung nach Predigtende erfolgt. Die Akademie der islâmischen Rechtswissenschaft hat ebenfalls das Dolmetschen für erlaubt betrachtet und dies ist auch die Meinung der hanafîtischen Rechtsschule.

Wie dargelegt ist es also erlaubt, dass jemand neben dem Imâm steht, um für die Zuhörer zu dolmetschen.



Allah weiß es am besten.


Von: IslamWeb