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Die Mutter der Armen, Zainab bint Chuzaima - Die fünfte Ehefrau des Propheten

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Zainab bint Chuzaima, die Mutter der Armen - Die fünfte Ehefrau des Propheten



Den Beinamen „Mutter der Armen“ erhielt Zainab bint Chuzaima, weil sie gegen die Armen ungewöhnlich gütig und barmherzig war und sie mit Gaben überaus reichlich bedachte.

Vorgeschichte

Kurz nach der Heirat Muhammads, Allahs Segen und Friede auf ihm, mit Hafsa, Allahs Wohlgefallen auf ihr, seiner vierten Ehefrau, heiratete der Gesandte Zainab bint Chuzaima, Allahs Wohlgefallen auf ihr, die wie Hafsa auch Witwe war. Da diese Ehe nur kurz währte, ist es verständlich dass viele Biographen und Autoren sich weniger ausführlich mit ihr befassen. So sind die Berichte über sie nur sehr spärlich, enthalten viele Widersprüche und recht verschiedene Meinungen. Fest steht, dass Zainab bint (d.h. Tochter des) Chuzaima, Sohn des al-Harith, Sohn des ‘Abdullah, Sohnes des ‘Amr ‘Abd Manaf, Sohnes des Hilal, Sohnes des ‘Amer, Sohnes des Sasa war. Heiratsanlass des Gesandten war, dass ihr Mann in der Schlacht Uhud als Märtyrer gestorben war und sie dadurch Witwe wurde. Doch auch ihr Leben währte nicht lang, denn bald nach der Heirat des Gesandten starb Zainab bint Chuzaima.

Die Schriftsteller sind sich in ihren Überlieferungen uneinig darüber:
a) wie der Name ihres gefallenen Mannes ist,
b) wann und in welcher Schlacht ihr Mann gefallen ist,
c) auf welche Weise diese Ehe zustande gekommen ist,
d) wie lange sie im Hause des Gesandten geblieben ist.

Die Berichte über ihren verstorbenen Ehemann sind zusammengefasst bei Bint asch-Schati‘.[1] Nach einem Bericht war der Ehemann ‘Abdullah ibn Dschahsch, der Cousin des Gesandten, später sein Schwager.[2] Nach einem anderen Bericht war Zainab zuerst Ehefrau des at-Tufail ibn al-Harith, Sohnes des ‘Abdul-Muttalib, Sohnes des ‘Abd Manaf und später nach seinem Tod war sie mit seinem Bruder ‘Ubaida ibn al-Harith verheiratet gewesen.[3]

Nach einem dritten Bericht war Zainab bint Chuzaima vor dem Gesandten mit ‘Ubaida ibn al-Harith, Sohn des ‘Abdul-Muttalib, Sohnes des ‘Abd Manaf, verheiratet, nachdem sie zuvor mit Dschahm, Sohn des ‘Amr, Sohnes des al-Harith, ihrem Cousin,[4] verheiratet gewesen war. Über die Zeit, wann ihr Mann gefallen ist, berichtet uns Ibn Haadschar[5] dass ‘Abdullah ibn Dschahsch in der Schlacht von Uhud gefallen ist, während nach Ibn al-Kalbiy ihr Ehemann ‘Ubaida ibn al-Harith in der Schlacht von Badr gefallen ist.

Es ist uns auch nicht genau überliefert, auf welche Weise die Ehe mit Muhammad zustande kam. Nach einem Bericht von Ibn Hischaam hatte ihr Onkel sie dem Gesandten in die Ehe gegeben, wobei ihr der Gesandte 400 Dirham als Morgengabe übergab.[6] Die Ehe Zainabs mit Muhammad währte nach Ibn Haadschar[7] zwei bist drei Monate, während Ibn al-Kalbiy uns berichtet, dass der Gesandte sie im Monat Ramadan des dritten Jahres n.H. heiratete und sie im Monat Rabi‘ al-Aaachar des vierten Jahres n.H. verstarb, also acht Monate nach der Eheschließung. Nach einem weiteren Bericht ist Zainab mit dem Gesandten nur drei Monate verheiratet gewesen, bevor sie verstarb. Ebenso wie die älteren Biographen vertritt der morderne Autor Haikal in „Das Leben Muhammads“ die Meinung, dass Zainab bint Chuzaima mit ‘Ubaida ibn al-Harith, der in der Schlacht von Bard fiel, verheiratet gewesen war. Nach Haikal hat Zainab noch ein oder zwei Jahre mit dem Gesandten gelebt, bevor sie starb. Demnach ist Zainab die zweite Frau des Gesandten – nach Chadidscha, Allahs Wohlgefallen auf ihr – die zu seinen Lebzeiten starb.[8]

Viele Historiker gehen an dieser Ehe vorüber und erwähnen sie nur am Rande in ihren Werken. Das einzige, worin sich Historiker und Biographen, sofern sie überhaupt über sie berichten, einig sind, ist, dass sie barmherzig, gütig und großzügig den Armen gegenüber war, und von ihnen deshalb „Wohltäterin“ genannt wurde. Ihr Name ist keinem Buche ohne den Ehrentitel „Mutter der Armen“ überliefert worden.


Ehe

Die Ehe Muhammads mit Zainab bin Chuzaima verlief friedlich und gelassen, frei von weiblichen Streitereien mit den anderen Frauen. Vielleicht vor allem deshalb, weil sie nur so kurz währte und Zainab bin Chuzaima außerdem keine Eifersucht besaß und von friedlicher Natur war. So verbrachte Zainab bint Chuzaima ein glückliches und würdiges Leben im Hause des Gesandten, stolz darauf, die Ehefrau des Gesandten Allahs zu sein und ein hohes Ansehen in der islamischen Gemeinschaft zu genießen. In den Berichten der Biographen kommen während der Zeit ihrer Ehe keine besonderen Ereignisse vor.

Zainab bin Chuzaima war voll ausgefüllt mit der ihrer Neigung entsprechenden Tätigkeit, für die Armen zu sorgen, dass die Zeit der Ehe und ihres restlichen Leben zu kurz, bemessen war, um in intensiven Kontakt mit anderen Ehefrauen zu kommen. Sie war alles in allem eine bescheidene Frau, zufrieden mit dem, was ihr der Gesandte zukommen ließ.



Sie war sozusagen gleich einer Wolke, die für einen Augenblick einem Ort Schatten spendet. Sie verließ das Haus des Gesandten so, wie sie es betreten und dort in Frieden gelebt hatte. Sie verstarb im Alter von 30 Jahren und wurde auf dem Friedhof al-Baqi‘ in Madina begraben. Durch ihr Leben und Wirken erwarb sie sich den Namen „Mutter der Armen“. Dieser Beiname ist eine persönliche Bezeichnung, durch welche sie sich von den anderen Ehefrauen des Gesandten unterscheidet. Zugleich wird sie, wie die anderen Ehefrauen auch, „Mutter der Überzeugten“ genannt, dem religiösen Titel und Rang, der in die islamische Religionsgeschichte eingegangen ist.


Vorbildfunktion

Wer von den heutigen Muslimen erhält so einen ehrenhaften Titel, wie Zainab bint Chuzaima, die als die „Mutter der Armen“ genannt wird?! Sie selbst lebte nicht im Luxus, um viel an Material spenden zu können, dennoch sorgte sie sich vom ganzen Herzen so sehr um Bedürftige, sodass sie wirklich diesem Titel als Mutter der Armen gerecht wird!

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[1] Bint asch-Schati‘, s. 118 ff.

[2] Ibn Haadschar, al-Isabah, Band 8, S. 94 in: Bint asch-Schati‘, S. 1118.

[3] Geschichte des at-Tabariy, Band 3, S. 33 und 179.

[4] Ibn Hischaam, as-Sirah, Band 4, S. 279.

[5] Ibnh Haadschar, Band 8, S. 94.

[6] Ibn Hischaam, Band 4, S. 296.

[7] Ibn Haadschar, ebenda.

[8] Haikal, S. 320 f.

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