Kurz gefasste Hinweise für den Hajj und den Mu’tamir und den Besucher der Moschee des Propheten

Kurz gefasste Hinweise für den Hajj und den Mu’tamir und den Besucher der Moschee des Propheten


Es ist Pflicht für den Hajj:

1) ►Die sofortige Initiative zur aufrichtigen Reue aller Sünden zu ergreifen und den Hajj oder die Umrah von seinen gesetzlichen Einnahmen zu finanzieren 21.
2) ►Seine Zunge vor Lügen, Spott und Verleumdung zu bewahren.
3) ►Dass die Absicht für seinen Hajj und seine Umrah nur dem Angesicht Allahs und dem Jenseits wegen ist, fern von Riya’ (Augendienerei), Prahlerei oder um sich einen guten Ruf zu verschaffen.

4) ►Dass er lernt, was ihn in seinem Hajj und seiner Umrah an Worten und Taten gesetzlich gemacht ist, und dass er nach dem fragt, was ihm unklar ist.
5) ►Dass der Pilger (Hajj), wenn er am Miqat ankommt wählen kann zwischen Hajj Al-Ifrad, Al-Tamattu’ und Al-Qiran. Tamattu’ ist für denjenigen vorzuziehen, der kein Opfertier mitgebracht hat, während Qiran für denjenigen vorzuziehen ist, der ein Tier bei sich hat.
6) ►Befürchtet der Muhrim, aufgrund von Krankheit oder Furcht, nicht in der Lage zu sein, seine Handlungen zu vollenden, so soll er die Bedingung aussprechen:  „Inna mahilli haithu habastani.“
„Denn mein Austritt aus dem Ihram ist dort, wo auch immer Du mich zurückhältst.“
7) ►Der Hajj eines Jungen und eines kleinen Mädchens ist gültig, doch er erfüllt nicht seine islamische Pflicht zum Hajj.
8) ►Es ist dem Muhrim erlaubt, sich zu waschen, seinen Kopf zu waschen oder diesen zu kratzen, wenn es für ihn nötig ist.
9) ►Es ist er Frau erlaubt, ihren Khimar auf ihr Gesicht herunterzulassen, wenn sie fürchtet, dass Männer, die nicht ihr Mahram sind, sie sehen könnten.
10) ►Die Gewohnheit vieler Frauen, ein Kopfband unter ihrem Khimar zu tragen, um ihn damit vor dem Gesicht hochzuziehen. Dafür gibt es keine gesetzlichen Grundlagen.
11) ►Es ist dem Muhrim erlaubt, seine Ihram-Kleidung zu waschen und erneut zu tragen oder andere Ihram-Kleidung anzuziehen.
12) ►Trägt der Muhrim ein genähtes Kleidungsstück, bedeckt er seinen Kopf oder benutzt er Parfüm aus Vergesslichkeit oder Unwissenheit, so wird von ihm keine Fidya (Opfertier als Sühnehandlung) gefordert.
►Der Pilger bricht seine Talbiyya ab, wenn er bei der Ka’bah ankommt und bevor er den Tawaaf beginnt, wenn er Hajj Al-Tamattu’ oder Umrah verrichtet.
14) ►Das Laufen mit kleinen kurzen Schritten und das Idiba’ (das Rida’ über die linke Schulter zu legen und das Entblößen der rechten Schulter) ist nur im Tawaaf Al-Quduum (Ankunftstawaaf) gesetzlich. Das Laufen mit kleinen kurzen Schritten ist nur in den ersten drei Umschreitungen und nur für Männer vorgeschrieben aber nicht für Frauen.
15) ►Zweifelt der Pilger, ob er zum Beispiel drei oder vier Umschreitungen gemacht hat, so zählt er sie als drei. Das gleiche gilt beim Sa’ii.
16) ►Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn der Andrang zu groß ist, den Tawaaf außerhalb von Zamzam und Maqam zu verrichten, denn die ganze Moschee gilt als Ort des Tawaaf, sei es im Parterre oder in den übrigen Etagen der Moschee.
17) ►Von den Verwerflichkeiten des Tawaaf ist eine Frau, die in geschminktem oder parfümiertem Zustand oder ohne vorgeschriebene Bedeckung ist.
18) ►Beginnt die Menstruation oder die Entbindungs-blutung der Frau, nachdem sie Ihram angelegt hat, so ist es ihr so lange untersagt, Tawaaf um das Haus zu verrichten, bis sie rein ist.
19) ►Es ist der Frau erlaubt, in beliebiger Kleidung den Ihram anzulegen, solange ihre Kleidung nicht Männerkleidung ähnelt und sie berücksichtigt, dass ihre Reize und Schönheit nicht zur Schau gestellt werden. Vielmehr muss sie in Kleidung sein, die nicht verführt.
20) ►Das Aussprechen der Absichten für Handlungen der Anbetung, außer für den Hajj und die Umrah, ist eine Neuerung (Bid’ah), und sie laut auszusprechen ist schändlich.
21) ►Es ist dem rechtsfähigen Muslim untersagt, am Miqat vorbei zu gehen, ohne den Ihram anzulegen, wenn er die Absicht hat, Hajj oder Umrah zu verrichten.
22) ►Kommt der Hajj oder Mu’tamir auf dem Luft-weg, so legt er den Ihram-Zustand an, wenn er einen Miqat überfliegt, und er soll sich für den Ihram vorbereiten bevor er am Miqat ankommt. Es ist nichts dagegen einzuwenden, dass er den Ihram anlegt, bevor er den Miqat erreicht, wenn er befürchtet, dass er im Flugzeug einschläft oder es vergisst.
23) ►Für das, was manche Menschen nach dem Hajj von Al-Tan’im oder Al-Ja’ranah aus machen, um die Anzahl der Umrahs zu vermehren, gibt es keine gesetzliche Grundlage.
24) ►Am Jaumu Tarwiyah (8. Dhul Hijjah) legt der Pilger an seinem Aufenthaltsort den Ihram wieder an. Es ist jedoch nicht erforderlich, ihn an einem bestimmten Ort anzulegen, wie z.B. am Mizab, wie es viele tun. Und es gibt auch keinen Abschieds- Tawaaf beim Verlassen nach Mina.
25) ►Es ist vorzuziehen sich am 9. Dhul Hijjah erst nach dem Sonnenaufgang von Mina nach Arafat zu begeben.
26) ►Es ist nicht erlaubt, Arafat vor dem Sonnenunter-gang zu verlassen. Reist der Pilger nach Sonnenuntergang ab, soll er dies mit Ruhe und Würde tun.
27) ►Das Maghrib- und Ischa-Gebet müssen nach der Ankunft in Muzdalifah verrichtet werden, entweder in der Zeit von Magrib oder nach dem Eintreten der Ischa’-Gebetszeit.
28) ►Es ist erlaubt, die Kieselsteine zum Steinigen an irgendeinem Ort zu sammeln, jedoch nicht ausschließlich in Muzdalifah.
29) ►Es ist nicht erwünscht, die Steine zu waschen, denn es existiert kein Bericht darüber, dass der Prophet oder seine Gefährten dies taten.
30) ►Es ist zulässig für die Schwachen unter den Frauen, Kinder und sonstigen bereits am Ende der Nacht von Muzdalifa nach Mina aufzubrechen.
31) ►Bei der Ankunft des Pilgers in Mina am Jaum-ul-Id (Opferfesttag), soll er mit dem Aussprechen der Talbiyyah aufhören, wenn er die Säule von 'Aqabah gesteinigt hat.
32) ►Gemäß der korrektesten Aussagen der Rechtsgelehrten, dauert die Zeit für das Opfern bis zum Sonnenuntergang des dritten Tages der Taschriq-Tage.
33) ►Tawaaf al-Ifadah ist eine Säule von den Säulen des Hajj, und ohne ihn ist der Hajj nicht vollständig. Es ist jedoch erlaubt, ihn bis zum letzten Tag des Aufenthalts in Mina aufzuschieben.
34) ►Der Qarin (der Hajj-Al-Qiran macht) verrichtet für Hajj und Umrah nur einen Sa’ii. Das gleiche gilt für denjenigen, der Hajj Al-Ifrad verrichtet.
35) ►Das Beste für den Pilger ist es, die Reihenfolge der Handlungen am Jaumu-n-Nahr (Opfertag) einzuhalten, beginnend mit dem Werfen der Steine auf die Säule von 'Aqabah; dann das Opfern, dann das Rasieren oder Kürzen der (Kopf) Haare, dann Tawaaf um das Haus und danach Sa’ii. Doch ist nichts dagegen einzuwenden, die Reihenfolge zu ändern.
36) ►Die Handlungen, durch die man die völlige Auflösung erreicht (des Ihram-Zustands) sind:
a) Das Werfen der Steine auf die Säule von Aqabah.
b) Rasieren oder Kürzen der Kopfhaare.
c) Tawaaf Al-Ifadah mit Sa’ii.
37) ►Will der Pilger seinen Aufenthalt in Mina verkürzen, ist es notwendig, dass er Mina vor dem Sonnenuntergang verlässt.
38) ►Für ein Kind, das nicht in der Lage ist, die Steinigung selbst durchzuführen, steinigt sein Vormund, nachdem er für sich selbst gesteinigt hat.
39) ►Es ist zulässig für jemanden, der aufgrund von Krankheit, fortgeschrittenen Alters oder anderem außerstande ist zu steinigen, einen Vertreter zu beauftragen, der für ihn steinigt.
40) ►Es ist zulässig für den Vertreter, bei jeder Säule der drei Säulen erst für sich und dann für den Vertretenen zu steinigen. Er bleibt dabei an einem Ort.
41) ►Ist der Pilger Mutamatti’ oder Qarin, so ist es seine Pflicht – mit Ausnahme der Bewohner von Masjid Al-Haram – ein Tieropfer darzubringen, und zwar ein Schaf, den siebten Teil eines Kamels oder den siebten Teil einer Kuh.
42) ►Ist der Mutamatti’ oder der Qarin außerstande ein Tieropfer darzubringen, so ist es seine Pflicht, drei Tage während des Hajj und sieben Tage nach der Rückkehr zu seiner Familie (zuhause) zu fasten.
43) ►Das Beste für den Pilger ist, dass er das Fasten der drei Tage vor Jaumu Arafat beendet, so dass er bei Arafat nicht fastend ist, andernfalls muss er die Taschriq-Tage fasten.
44) ►Es ist zulässig, die erwähnten drei Tage aufeinander folgend oder einzeln zu fasten, sie aber nicht auf die Zeit nach den Taschriq-Tagen zu verschieben. Genauso ist es zulässig die sieben Tage aufeinander folgend oder einzeln zu fasten.
45) ►Der Abschiedstawaaf ist für jeden Pilger Pflicht, außer für Frauen, die ihre Regel haben oder Wöchnerinnen.
46) ►Es ist erwünscht (Sunnah) die Moschee des Gesandten zu besuchen, sei es vor dem Hajj, nach dem Hajj oder zu irgendeinem Zeitpunkt im Jahr.
47) ►Es ist erwünscht (Sunnah), dass der Besucher der Moschee des Propheten an irgendeinem Ort darin zwei Raka’at Tahiyyat Al-Masjid (Begrüßungsgebet für die Moschee) betet.
48) ►Das Besuchen des Grabes des Propheten und anderer Gräber ist nur Männern gestattet und nicht den Frauen unter der Vorraussetzung, dass dies nicht der Grund der Reise ist.
49) ►Die edle Kammer zu reiben oder sie zu küssen oder Tawaaf darum zu machen sind verwerfliche Neuerungen, die nicht von den rechtschaffenen Vorfahren überliefert wurden, und wenn mit dem Tawaaf die Gunst des Propheten beabsichtigt wird, so ist das großer Schirk.
50) ►Es ist für niemanden zulässig, den Gesandten um die Erfüllung eines Bedürfnisses oder die Vertreibung von Sorgen zu bitten, denn dies ist Schirk.
51) ►Das Leben des Gesandten in seinem Grab ist ein Leben im Barzakh und nicht so wie das Leben vor dem Tod; vielmehr ist es ein Leben, dessen Wesen und Art und Weise niemand kennt außer Allah Subhanahu wa Ta’ala.
52) ►Was manche Besucher beim Grab des Gesandten an Du’a in Richtung Grab machen, ist eine verwerfliche Neuerung (Bid’ah).
53) ►Der Besuch des Grabes des Propheten ist weder Pflicht noch gehört er zu den Bedingungen des Hajj, wie manche Leute glauben.
54) ►Die Hadithe, die von manchen Menschen zitiert werden, als Beweis dafür, dass der Besuch des Grabes des Propheten vorgeschrieben ist, haben entweder eine schwache Erzählerkette oder sind erfunden bzw. erlogen.

 


21 D.h.: Geld für seinen Hajj zu verwenden,welches auf dem Halal-Weg verdient wurde. [K.d.ÜA]

 

 

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