D Das Glaubensbekenntnis

Allah

Das Glaubensbekenntnis (Schahada)

Das Glaubensbekenntnis (Schahada), ist die Bezeugung, daß kein Gott da ist außer Allahund daß Muhammad der Gesandte Allahs ist; der Satz lautet auf arabisch, der Sprache desQur’an:



  Aschhadu alla ilaha illa-llah,

wa aschhadu anna Muhammada-r- Rasulu-llah.

 

 Dies bedeutet auf deutsch:

 "Ich bezeuge, daß kein Gott da ist außer Allah

und ich bezeuge, daß Muhammad der Gesandte Allahs ist."

 

 Was bedeutet nun das Glaubensbekenntnis für das tägliche Leben eines Muslims? Aus dem Satz "La ilaha illa-llah" (Es ist kein Gott außer Allah) ergibt sich, als oberstesislamisches Gebot, daß Allah (t) nichts gleichgesetzt werden darf; denn dies wäre "Schirk". Dieses Wort bedeutet nun keineswegs nur die Anbetung von Götzen im ursprünglichen Sinne des Wortes. Zu den Erscheinungsformen des Schirk gehören zum Beispiel auch - gerade in unserer Zeit - die an Anbetung grenzende Verehrung von Idolen, die Erhebung des Konsums zum Götzen, indem man über übermäßigem Streben nach materiellen Gütern Allah (t) und Seine Gebote vergißt, oder die "Vergötterung" anderer Menschen. Letzteres ist immer dann der Fall, wenn man - aufgrund welcher Motive auch immer - Lehren und Gesetzen von Menschen folgt, die nicht mit den göttlichen übereinstimmen.

Wer die Schahada mit Überzeugung ausspricht, schließt im Grunde genommeneinen Vertrag mit Allah (t): Er verpflichtet sich, Ihm allein zu dienen, Ihm allein gehorsamzu sein und die von Ihm auferlegten Pflichten zu erfüllen, und zwar - dies beinhaltet derzweite Teil des islamischen Glaubensbekenntnisses - in der Art und Weise,wie es der Prophet Muhammad, Allahs Segen und Friede auf ihm, gelehrt hat. Dafürverspricht Allah (t) ihm gewaltigen Lohn: Seine Rechtleitung im Diesseits und das Paradies im Jenseits. Ist der Mensch tatsächlich zweifelsfrei von der Wahrheit des Satzes "La ilaha illa-llah" überzeugt, bestimmt dies seine gesamte Lebenseinstellung, sein Fühlen, Denken und Handeln:



 * Es gibt ihm ein Höchstmaß an Selbstvertrauen und Selbstachtung. Denn er weiß, daß Allah (t) allein der Besitzer aller Macht ist und daß niemand außer Ihm dem Menschen schaden oder nützen, für seine Bedürfnisse aufkommen oder irgendeine Art von Einfluß ausüben  kann. Diese Überzeugung macht ihn unabhängig, furchtlos und gleichgültig gegenüber allenanderen Kräften als denen Allahs. 

 Zugleich mit der Selbstachtung bewirktdieser Glaube aber auch Bescheidenheit und Demut und macht den Menschen anspruchslos und schlicht. Denn er weiß, daß alles, was er besitzt, sei es materiell oder immateriell, ein Geschenk Allahs ist, das Er ihm genauso wieder nehmen kann. Mitdiesem Bewußtsein sind Stolz oder Überheblichkeit unvereinbar.* Die Überzeugung, daß materieller Besitz, Ehre, Macht, Ansehen usw. von Allah (t) verliehen werden, befreit den Menschen von Habgier, Eifersucht und Neid. Und derGehorsam Allah (t) gegenüber, indem er die von Allah gesteckten Grenzen einhält, bewahrt den Menschen davor, zum Sklaven seiner persönlichen Neigungen, Begierden und seines Egoismus schlechthin zu werden.

 * Dieser Glaube macht den Menschenaufrichtig und rechtschaffen. Denn er weiß, daß er jede Sekunde seines Lebens unter derAufsicht Allahs steht, daß er sich einmal vor Ihm für seine Taten verantworten muß und daß der einzige Weg zum Erfolg in der Befolgung der göttlichen Gebote liegt.Letzteres verleiht ihm große Entschlossenheit, Standhaftigkeit und Ausdauer, auch wenn die Schwierigkeiten, die seinem Ziel entgegenstehen, unüberwindlich erscheinen. Denn er ist sich sicher, daß Allah (t), der Herr des Universums, ihn bei Taten, die SeinemWillen entsprechen, unterstützen wird.

 * Die Überzeugung von Allahs Allmacht und unermeßlicher Gnade gibt dem Menschenfestes Vertrauen in Allah (t), das ihn in keiner Situation mutlos werden oder gar verzweifeln läßt. Auch unter den widrigsten Umständen gibt ihm dieses Vertrauen Trost und Hoffnung, befreit ihn von Existenz- und Zukunftsangst und erfüllt ihn mit tiefer Zufriedenheit.  
Entnommen aus:


Die Fünf  Säulen des Islam :::: von Abu-r-Rida’  Muhammad Ibn Ahmad Ibn Rassoul

 

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