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Katja ist zum Islam konvertiert

Katja ist zum Islam konvertiert: Ich habe mich für die Religion entschieden, nicht für irgendeine Kultur

 


Mit Anfang 20 entscheidet sich Katja dafür, zum Islam zu konvertieren. Die Religion bietet ihr etwas, nach dem sie schon lange sucht: einen wertschätzenden und toleranten Umgang mit ihren Mitmenschen. Für ihre Familie ist der Schritt anfangs trotzdem schwer nachvollziehbar.

Mit Anfang 20 suchen die meisten Menschen noch nach ihrem Weg durchs Leben. Katja hat ihn zu diesem Zeitpunkt schon gefunden – und um ihn zu gehen, hat sie ihr Leben komplett auf den Kopf gestellt. 2013 ist Katja zum Islam konvertiert.

Die heute 30-Jährige ist im russischen Omsk geboren und mit einem Jahr nach Deutschland gekommen. Ihre Oma ist sehr gläubig (evangelisch-baptistisch), ihre Eltern sind nicht besonders religiös. Katja dagegen ist schon immer interessiert daran, andere Glaubensrichtigungen kennenzulernen. Da sei sie sehr von einem ehemaligen Politik-und-Wirtschafts-Lehrer geprägt, der darauf gepocht hat, immer alles zu hinterfragen, erzählt sie.

Der Islam vereint alles, was ihr wichtig ist

Katja liest die Bibel und den Koran und beschäftigt sich mit dem Buddhismus. Mit 18 Jahren entscheidet sie sich gegen ihre Taufe – weil es einiges gibt, das ihr am christlichen Glauben nicht zusagt.

Durch ihren Mann, einen türkischstämmigen Muslim, kommt sie einige Jahre später wieder mit dem Islam in Berührung. Im hr3 Interview mit Jasmin Pour erklärt sie: "Ich habe mich ungefähr ein Jahr damit beschäftigt. Der Islam hat eigentlich alles vereint, was vorher für mich noch offen war, wo ich nicht 100 Prozent dazu stehen konnte." Für sie steht der Islam für Tugenden wie Streben nach Fortschritt durch Bildung und Wissenschaft und für einen wertschätzenden, toleranten und aufrichtigen Umgang mit allen Mitmenschen.

Die Familie ist erstmal geschockt

2013 spricht sie das Glaubensbekenntnis und konvertiert. Fortan nennt sie sich Khadija, trägt weite Kleider und ein Kopftuch. Ihre Familie ist anfangs alles andere als begeistert. "Da ist auch eine Sorge dabei, wenn man das nicht kennt. Was man nicht kennt, macht einem Angst", so Katja. Ihre Freunde dagegen hätten locker reagiert: "Die wollten einfach nur wissen, warum ich das mache. Die Freundschaften bestehen auch bis heute noch."

Auch im Alltag begegneten ihr die Menschen meist freundlich und offen, sagt Katja. "Es kommt auch immer darauf an, wie man in die Welt blickt. So wie man den anderen entgegentritt, so kommt es auch meistens zurück", glaubt sie. Dazu passt auch Ihr Lieblingszitat: "Der Prophet (Frieden und Segen auf ihm) sagte auch: 'Seid tolerant und Euch wird Toleranz begegnen.'"

Kultur und Religion müssten getrennt werden

Trotzdem gebe es hin und wieder Situationen, in denen sie die Blicke der anderen spürt. "Aber man merkt es eher hintenrum. Das wird nicht direkt ausgesprochen."

Besonders die erste Zeit als Konvertierte sei hart gewesen, gibt Katja im hr3 Interview zu. Sie musste sowohl in ihrer Familie als auch ihrer neuen Gemeinde um Toleranz kämpfen. "Als Konvertierter kämpft man an zwei Fronten: einmal auf der nicht-muslimischen Seite und einmal auf der muslimischen Seite. Das zieht einem manchmal den Boden unter den Füßen weg, es führt einen aber auch wieder zu sich selbst."



Für Katja ist besonders eines wichtig: Kultur und Religion getrennt zu betrachten. "Ich habe mich für die Religion entschieden und nicht für eine Kultur."

"Ich wollte meinen eigenen Weg finden"

Oftmals gebe es innerhalb einer Kultur nur eine Perspektive. Dadurch habe sie sich überrannt gefühlt, erinnert sich Katja. "Ich vertrete gerne meine eigene Perspektive und wollte auch meinen eigenen Weg in der Religion finden. Man ist am Anfang total motiviert, will alles richtig machen und kennt sich aber noch nicht aus. Man konvertiert ja sozusagen immer weiter. Das ist ja unglaublich viel Wissen, was man sich da aneignet und dabei nimmt man das auch an, was von außen kommt."

Mittlerweile kann Katja von sich behaupten, ihren eigenen Weg gefunden zu haben. Und auch die schwere Anfangszeit hat sie nicht davon abgebracht: Sie bereut es nicht, konvertiert zu sein und will mit ihrer Geschichte auch den Dialog in der Gesellschaft fördern. Denn sie ist sicher: Nur so können gegenseitige Akzeptanz und ein friedliches Miteinander entstehen.

Lesen Sie auch: Wie konvertiert man zum Islam?


Quelle: hr3

Sendung: hr3, "hr3 am Vormittag", 19.06.2019, 09:30 Uhr

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