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Judenhass und Islamhass: Zwei Seiten derselben Medaille?

Judenhass und Islamhass: Zwei Seiten derselben Medaille?

 


- Eine jüdische Grundschülerin wird in Berlin-Tempelhof von ihren muslimischen Mitschülern antisemitisch gemobbt.

- Ein Berliner Grundschullehrer verbreitet antisemitische Verschwörungstheorien auf YouTube.

- Ein jüdischer Ladenbesitzer wurde minutenlang von einem 60-jährigen beschimpft.

- Ein Kippa-tragender Araber aus den besetzten Gebieten in Palästina wird auf offener Straße mit einem Gürtel geschlagen und beleidigt.

Dies ist allein in den letzten Monaten nur in Berlin passiert. Diese Geschehnisse reihen sich in eine lange Liste judenfeindlicher Vorfälle in Deutschland ein. Doch gerade der letzte medienwirksame Vorfall könnte anders abgelaufen sein, als gedacht.

„Ich bin keiner der gegen Juden ist. Ich wollte ihn nicht schlagen, ich wollte ihm nur Angst machen“ zu Beginn der Verhandlung gesteht der 19-jährige Syrer die Schläge mit dem Gürtel sagt aber er wäre bekifft gewesen und vorher beleidigt worden.

Vorschnell und ohne die Hintergründe zu prüfen, stürzen sich die Medien auf diesen Fall und schlachteten ihn aus. Der Tenor war bei vielen eindeutig:

„Wir haben uns einen neuen Antisemitismus importiert“

Gemeint ist, dass nach der Fluchtbewegung im Jahr 2015, bei der viele Muslime nach Deutschland immigriert sind, antisemitische Vorfälle ein ganz neues Ausmaß angenommen hätten.



Die Muslime sind schuld!

Diese bequeme Haltung ist einfach aber falsch!

Laut dem Bundesministerium für Inneres rund 92% der antisemitischen Straftaten im Jahr 2017 von Deutschen begangen.

Wie antisemitisch die deutsche Bevölkerung ist, zeigt eine Allensbach-Umfrage:

  • Über 20% der Befragten halten Juden für geld- und raffgierig.
  • 55% der AfD-Wähler sind der Meinung, dass Juden zu viel Macht hätten.

Diese Zahlen sind alles andere als verwunderlich.

Doch auch bei den anderen Parteien lässt sich eine ausgeprägte Judenfeindlichkeit feststellen. Dort liegen die Werte durchgehend bei etwa 20%. Dies zeigt, dass der Antisemitismus keinesfalls ein importiertes Problem sein kann, sondern ein Problem der Mehrheitsgesellschaft darstellt.

Interessant ist, dass 54% der AfD-Wähler im gleichen Atemzug sagen, dass auch Muslime zu viel Macht hätten.

Dies bestätigt, dass Ressentiments gegenüber Juden und Muslimen Hand in Hand gehen.

In der Tat häufen sich auch Angriffe auf Muslime und muslimische Einrichtungen.

Allein 2017 gab es nach offiziellen Zahlen 950 solcher Übergriffe. Von den dutzenden Angriffen auf Moscheen ganz zu schweigen.

Doch hier ist das Medieninteresse deutlich geringer. Und Solidaritätsbekundungen von Politikern?

Fehlanzeige!

Im Gegenteil: Es werden antimuslimische Ressentiments teilweise noch befeuert. Schließlich möchten die Medien ihre Zeitungen und Abos verkaufen und Politiker wollen Wählerstimmen gewinnen. Doch genau diese verantwortungslose Schiene fahren Medien und Politik schon seit einigen Jahren.  

Das Ergebnis?

Eine breite Islamophobie in der deutschen Bevölkerung, Zulauf für rechtsextreme Parteien wie die AfD und ein steigender Assimilationdruck, der auf den Muslimen lastet.

 

Ein Teufelskreis:

Die Medien berichten islamophob, das öffentliche Meinungsbild richtet sich dadurch gegen die Muslime, Medien und Politik müssen sich diese antimuslimische Stimmung anpassen, um ihre Wählerschaft besser bedienen zu können und die Stimmung verschlimmert sich noch weiter.

Genau dieses Spiel wird schon seit Jahren gespielt. Und das nicht nur in Deutschland.

Der politische Ruck nach rechts in Europa und in den USA ist ein Zeugnis der jahrelangen Hetze und Stimmungsmache gegen den Islam.

Und genau deshalb wäre es wichtig, gerade jetzt in Deutschland als erster die Reißleine zu ziehen.

Ist dieses politische Manöver, dieser Rechtsruck, die Spaltung der Gesellschaft wirklich wert?

Ein Rechtsruck, verursacht von einigen wenigen, um von tatsächlichen gesellschaftlichen Problemen und sozialen Missständen abzulenken und um den eigenen Karriereziel Antrieb zu verleihen.

Es liegt nicht im Interesse der westlichen Gesellschaften, dieses billige Spiel der Medien und der Politik mitzuspielen.

Politik und Medien müssen die Assimilationdruck auf die Muslime endlich ein Ende setzen.

Sie müssen aufhören, mit zwei Waagschlagen zu messen und anfangen, Diskriminierungsfälle gleichwertig zu behandeln, unabhängig von der religiösen oder ethnischen Zugehörigkeit der Betroffenen.

Die verheerenden Fehler, die die deutsche Geschichte prägen, dürfen sich nicht wiederholen.

Dabei darf es keine Rolle spielen, ob es sich bei den Diskriminierungsopfer um Muslime oder um ihn handelt.

Hierbei mit einem schönen Beispiel auf der internationalen Bühne voranzugehen, wäre gerade aufgrund der düsteren Vergangenheit Deutschlands ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Geht es dem deutschen Staat darum, seine Fehler nicht zu wiederholen und die in der Vergangenheit begangenen Fehler wiedergutzumachen, so wäre dies viel authentischer als die jährlichen Schweigeminuten und Trauerbekundungen, welche reinen Symbolcharakter haben und die an der tagtäglich stattfindenden und ansteigenden Diskriminierung von Juden und Muslime faktisch nichts ändern.

Dies würde das international beschädigte Image Deutschlands viel eher aufwerten als die Titel: Export- oder Fußballweltmeister.


Quelle: Generation Islam

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