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Proteste in der arabischen Welt reißen nicht ab - Weg zum Islam

Proteste in der arabischen Welt reißen nicht ab

Sanaa (AFP) - Der Widerstand gegen autoritäre Machthaber in der arabischen Welt hält an. Im Golfstaat Bahrain protestierten tausende Menschen am Sonntag erstmals vor dem Sitz der Regierung, während die Opposition im Jemen zu neuen Demonstrationen gegen Präsident Ali Abdallah Saleh aufrief. Anhänger des algerischen Präsidenten Abdelaziz Bouteflika verhinderten in Algier dagegen einen Protestmarsch; Saudi-Arabien untersagte jeglichen Protest.


Im kleinen Golfstaat Bahrain fordern die Demonstranten seit drei Wochen das Ende der Herrscherdynastie von König Hamad bin Issa el Chalifa. Nachdem das Zentrum ihrer Proteste bisher auf dem Perlenplatz im Zentrum der Hauptstadt Manama war, zogen tausende Demonstranten erstmals vor den Palast El Kudaibija, wo jeden Sonntag die Regierung zusammenkommt. Dort bezogen Sicherheitskräfte Stellung.

Ein Sprecher der jemenitischen Opposition sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Demonstrationen und Sitzblockaden müssten in sämtlichen Regionen des Landes intensiviert werden, damit Präsident Saleh nur noch der Rücktritt übrig bleibe. Bei einem Angriff hunderter Regierungsanhänger auf Demonstranten im südjemenitischen Ibb wurden nach Angaben der Opposition 61 Menschen verletzt.

Die staatliche Nachrichtenagentur Saba schrieb unter Berufung auf Vertreter des Präsidialamts, die Reformvorschläge der Opposition seien "wirr und widersprüchlich". Ein "friedlicher Übergang an der Macht" lasse sich nicht durch Salehs vorzeitigen Rücktritt und durch "Chaos" herbeiführen. Der Oppositionssprecher sagte, der seit 32 Jahren herrschende Saleh habe mit dieser Haltung seinen "politischen Tod" besiegelt.

In den marokkanischen Städten Rabat, Casablanca und Tanger folgten hunderte Regierungskritiker Internet-Aufrufen zu Demonstrationen. Auch in Algerien waren Demonstrationen geplant. In der Hauptstadt Algier verhinderten allerdings Anhänger von Präsident Bouteflika einen Protestmarsch. Die Aufrufe zu weiteren Märschen der Opposition wurden kaum befolgt, wie AFP-Reporter berichteten. In anderen Städten wurden die Proteste verboten.

Die Regierung Saudi-Arabiens untersagte jegliche Demonstrationen. Kundgebungen, Märsche und Sitzblockaden verstießen gegen das islamische Gesetz, die Scharia, sowie die Werte der saudiarabischen Gesellschaft, erklärte das Innenministerium. Die Polizei sei berechtigt, gegen "Gesetzesbrecher" vorzugehen.

In Ägypten, wo die Protestbewegung vor drei Wochen den Sturz von Präsident Husni Mubarak erwirkt hatte, stürmten Demonstranten am Freitag und am Samstag in mehreren Städten Gebäude der verhassten Staatssicherheit.

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