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Mina2015

Saudi Arabien: Mehr als 700 Tote bei Massenpanik während Pilgerfahrt

Die Katastrophe in Mina ist das schlimmste Unglück bei der Pilgerreise Hadsch seit 25 Jahren. Wie es zu der Massenpanik mit mehr als 700 Toten kam, ist unklar. Mehr als 700 Gläubige kamen demnach ums Leben, mindestens 805 wurden verletzt. Saudi-Arabien gibt den Pilgern die Schuld.


Für die Pilgerreise Hadsch machen sich jedes Jahr rund drei Millionen Muslime aus der ganzen Welt nach Mekka in Saudi-Arabien auf. Es ist die Reise ihres Lebens. Der Hadsch gehört zu den fünf Säulen des Islam. Jeder gläubige Muslim, der gesund ist und es sich leisten kann, soll einmal in seinem Leben in die heilige Stadt pilgern. Nachdem es jahrelang vergleichsweise wenig Probleme gab, endete nun für Hunderte Pilger die Reise tödlich.

Massenpanik trotz baulicher Veränderungen

Bei einer Massenpanik während der islamischen Wallfahrt Hadsch sind nahe Mekka neuen Angaben zufolge 717 Menschen zu Tode getrampelt worden. Mindestens 805 Gläubige seien verletzt worden, teilte die Zivilverwaltung Saudi-Arabiens mit. Die Opfer kamen aus unterschiedlichen Ländern. Mehr als 220 Krankenwagen und 4000 Rettungskräfte seien im Einsatz. Bundespräsident Joachim Gauck und Außenminister Frank-Walter Steinmeier sprachen ihr Beileid aus.

Das kleine Tal von Mina ist rund drei mal drei Kilometer groß. Wenig Platz für die vielen Pilger. Was genau geschah, ist noch unklar. Den saudischen Behörden zufolge habe es an einer Straßenkreuzung Stau gegeben. Dann sei eine Massenpanik ausgebrochen. Mehr Informationen gibt es von Behördenseite nicht. Korrespondenten und Aktivisten berichten jedoch, dass zwei entgegengesetzte Pilgerströme an einer Kreuzung aufeinandergetroffen seien und Menschen zu Boden stürzten.

Iran kritisiert Saudi-Arabien

Auch Iran hat Saudi-Arabien schwere Vorwürfe gemacht. Die Behörden hätten Fehler bei den Sicherheitsvorkehrungen gemacht und einen Weg in Mina einfach gesperrt. Der oberste Führer des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, machte die Behörden in Saudi-Arabien für das Unglück verantwortlich. Sie sollten sich dazu bekennen, dass sie Fehler gemacht hätten, sagte er. Unter den Toten sind mindestens 43 Iraner.

König Salman drückt Bedauern aus

Der saudische König Salman drückte sein Bedauern über das Unglück aus. Seine Regierung werde das Unglück rasch aufklären, versprach der Monarch in einer Rede. Außerdem habe er eine Überprüfung der bisherigen Sicherheitsvorkehrungen angeordnet, um die Pilgerströme in Zukunft besser zu kontrollieren.

Nach Ansicht der Regierung Saudi-Arabiens ist das Unglück auf fehlende Disziplin bei den Pilgern zurückzuführen. Viele würden sich "in Bewegung setzen, ohne die Uhrzeiten zu respektieren", die ihnen von den Verantwortlichen vorgegeben worden seien, sagte Gesundheitsminister Chaled al-Faleh. Nach bisherigen Erkenntnissen war eine Menschenmenge auf eine andere Menge aus der Gegenrichtung getroffen, was zu einer Massenpanik führte. Der Minister kündigte eine rasche und transparente Untersuchung an.



Massenpanik am gleichen Ort bereits 2006

An der gleichen Stelle war bereits 2006 eine Massenpanik ausgebrochen. Damals waren 350 Gläubige ums Leben gekommen. Seitdem gab es mehrere Baumaßnahmen, die für einen reibungslosen Strom der Pilger sorgen und einen Massenandrang verhindern sollen. So werden die Pilger heute so geleitet, dass sich ihre Wege nicht mehr kreuzen. Außerdem ließen die Behörden ein fünfstöckiges Gebäude bauen, von dem aus die Pilger nach islamischem Glauben den Teufel steinigen können.

1990 ereignete sich die bislang schlimmste Katastrophe im Zuge der Hadsch-Festlichkeiten. Damals kam es in einem überfüllten Fußgängertunnel zu den heiligen Stätten in Mekka ebenfalls zu einer Massenpanik. 1426 Pilger kamen ums Leben.

Mehr als zwei Millionen Muslime in Mekka

Mehr als zwei Millionen Muslime in Mekka

Nach Angaben saudischer Medien haben sich in diesem Jahr mehr als zwei Millionen Menschen auf die Pilgerfahrt nach Mekka gemacht, darunter fast 1,4 Millionen Gläubige aus anderen Ländern. Ein Großaufgebot von etwa 100.000 Sicherheitskräften sollte für einen reibungslosen Ablauf sorgen.

Immer wieder kommt es in Mekka während der Pilgerfahrt zu Unglücken. Erst wenige Tage vor Beginn der diesjährigen Wallfahrt waren mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen, als ein Kran bei einem schweren Unwetter auf die Große Moschee stürzte.

(AFP / gam / Spiegel / tagesshau / Weg zum Islam)

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