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Besatzungsarmee stürmt al-Aqsa-Moschee - Weg zum Islam

Besatzungsarmee stürmt al-Aqsa-Moschee

Kurz vor Beginn des jüdischen Neujahrsfestes ist es am frühen Sonntagmorgen an der Al-Aqsa-Moschee in Jerusalem zu schweren Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften der israelischen Besatzung und Palästinensern gekommen.


Palästinenser bewarfen die Besatzungssoldaten mit Steinen und Feuerwerkskörpern, als diese die Moschee am frühen Sonntagmorgen stürmten. Die Palästinenser wollten verhindern, dass radikale Juden aus Anlass des jüdischen Neujahrsfests die heilige Stätte eindringen, wie sie es veröffentlicht haben.

Der Aktivist Mahmud Abu Atta sagte dagegen der Nachrichtenagentur AFP, "ein Spezialkommando ist bis bis zum Predigerstuhl am Ende der Moschee vorgedrungen und hat durch den Einsatz von Blendgranaten Brandflecken an Gebetsteppichen verursacht".

Nach Angaben von Waqf-Sprecher Firas al-Dibs hat die Polizei der israelischen Besatzung erstmals auch die von Jordanien eingesetzten offiziellen Wachen gewaltsam vertrieben und dabei Hartgummigeschosse eingesetzt. Auch der Moschee-Direktor Omar Kaswani sei verletzt und festgenommen worden.

Trümmer innerhalb der ‪‎Aqsa‬-Moschee nach dem israelischen Angriff gestern morgen

 

Die Israelische Besatzungstruppen stürmen in den Hof der ‪Aqsa‬-Moschee und schossen auf Betende

Wie ein AFP-Fotograf beobachtete und dokumentierte, zerschlug die Polizei auf dem Dach der Moschee Fenster, um Granaten ins Innere zu werfen.

Nach der derzeit gültigen Regelung dürfen Juden und andere nicht-muslimische Besucher den Tempelberg zwar besuchen, nicht aber dort beten. Rechtsradikale Juden versuchen immer wieder, das Verbot zu durchbrechen. So besuchte am Sonntag auch Agrarminister Uri Ariel von der Siedlerpartei Jüdisches Heim demonstrativ den Al-Haram al-Scharif.

Ultraorthodoxe Juden versuchen immer wieder, das Verbot im von Israel während des Sechs-Tage-Kriegs 1967 besetzten und später annektierten Ost-Jerusalem zu durchbrechen. Die UNO erkennt die Annexion nicht an. Israel betrachtet Jerusalem als seine "unteilbare" Hauptstadt, während die Palästinenser den Osten der Stadt zur Hauptstadt eines eigenen Staates machen wollen.



Abbas spricht von "Angriff auf Moschee"

Palästinenserpräsident Abbas verurteilte "scharf den Angriff von Armee und Polizei der Besatzungsmacht auf die Moschee und die dortigen Gläubigen". Er warnte: "Die Heiligen Stätten der Christen und Muslime in Ost-Jerusalem bilden eine rote Linie, deren Verletzung wir nicht zulassen." Auch die Regierungen Jordaniens und Ägyptens kritisierten die "unannehmbare Eskalation".

Abbas hatte gesagt, er befürchte, dass die israelische Regierung die Nutzung des Geländes um die Moschee und den Felsendom geografisch oder zeitlich teilen will. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu versicherte dagegen in einer Pressemitteilung: "Wir wollen den Status Quo erhalten. Aber wir müssen gegen die Aufrührer vorgehen, um die Religionsfreiheit an diesem heiligen Ort zu sichern."

Quelle: n-tv.de , rpe/AFP

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