Viele Muslime rufen nach Macrons Bemerkungen zum Boykott französischer Produkte auf

Viele Muslime rufen nach Macrons Bemerkungen zum Boykott französischer Produkte auf

Viele Muslime rufen nach Macrons Bemerkungen zum Boykott französischer Produkte auf


Aufrufe zum Boykott französischer Waren nehmen in der islamischen Welt und darüber hinaus zu, nachdem französische Präsident Emmanuel Macron den Islam kritisiert und geschworen hatte, „Karikaturen“, die den Propheten Mohammed darstellen, nicht „aufzugeben“.
Macrons Kommentar am Mittwoch, 21.10.20 kam nach Mord eines Lehrers, in einem Vorort von Paris Anfang dieses Monats, nachdem er Karikaturen des Propheten Mohammed gezeigt hatte.

Am Samstag erklärte das jordanische Außenministerium, es verurteile die „fortgesetzte Veröffentlichung von Karikaturen des Propheten Mohammed unter dem Vorwand der Meinungsfreiheit“ und alle „diskriminierenden und irreführenden Versuche, den Islam mit dem Terrorismus in Verbindung zu bringen“.
Die jordanische Oppositionspartei Islamic Action Front forderte den französischen Präsidenten jedoch auf, sich für seine Äußerungen zu entschuldigen, und forderte die Bürger des Königreichs auf, französische Waren zu boykottieren.

Solche Boykotte sind bereits in der Türkei, Kuwait, Katar und anderen muslimischen Ländern im Gange.
Dutzende von kuwaitischen Geschäften boykottieren französische Produkte, wobei Bilder in sozialen Medien zeigen, wie Arbeiter französischen Kiri- und Babybel-Schmelzkäse aus den Regalen nehmen.
In Doha sah ein AFP-Korrespondent, wie Arbeiter Regale mit französischem St. Dalfour-Konfitüren und Saf-Instant-Hefe in einer Filiale der Supermarktkette Al Meera am Samstag abräumen.
Al Meera und ein anderer Lebensmittelhändler, Souq Al Baladi, gaben am späten Freitag Erklärungen heraus, in denen sie erklärten, sie würden bis auf weiteres französische Produkte aus den Läden nehmen.

Recep Tayyip Erdogan — der Präsident der Türkei hat am Samstag Macron wegen seiner Politik gegenüber Muslimen kritisiert und gesagt, der französische Präsident brauche „mentale Kontrolle“.
„Was kann man über ein Staatsoberhaupt sagen, das Millionen von Mitgliedern verschiedener Glaubensrichtungen auf diese Weise behandelt: Zuerst einmal eine mentale Kontrolle“, sagte Erdogan in einer Fernsehansprache.

Macron müsse „seinen geistigen Zustand überprüfen“ lassen

Der Türkische Präsident kritisierte auch das französische Staatsoberhaupt Emmanuel Macron: „Was kann man noch über einen Präsidenten sagen, der die Religionsfreiheit nicht versteht – und Millionen Menschen anderen Glaubens in seinem Land so behandelt?“ Er fragte weiter: „Was für ein Problem hat diese Person namens Macron mit dem Islam und den Muslimen?" Aufgrund seiner Haltung gegen Muslime gehöre dieser in „psychologische Behandlung“, so Erdoğan.

Macron hatte muslimische Gemeinschaften in Frankreich mit „Separatismus“ beschuldigt und bezeichnete den Islam als „eine Religion, die überall auf der Welt in der Krise steckt“. Zuletzt waren Karikaturen des islamischen Propheten Mohammed auf französische Regierungsgebäuden projiziert worden. Das führte zu Entrüstung in der islamischen Welt.

Vor Macrons Bemerkungen am Mittwoch hatte er bereits Anfang Oktober eine Gegenreaktion ausgelöst, als er sagte: „Der Islam ist eine Religion, die überall auf der Welt in der Krise steckt“.
Nayef Falah Mubarak Al-Hajraf, Generalsekretär des Golfkooperationsrates, bezeichnete Macrons Worte am Freitag als „unverantwortlich“ und sagte, sie würden „die Verbreitung einer Kultur des Hasses verstärken“.

Am selben Tag schrieb die Universität Katar auf Twitter, dass nach „dem absichtlichen Missbrauch des Islam und seiner Symbole“ die Französische Kulturwoche auf unbestimmte Zeit verschoben werde, und das in einem Kontext, in dem 2020 das Kulturjahr Frankreich-Katar ist.

Millionen Muslime in der ganzen Welt haben ihr Profil auf Facebook und sozial Media geändert, um die Botschaft „Respektiere Mohammad, den Propheten Allahs (Gott)“ hinzuzufügen.
In Jaffa, einer weitgehend palästinensischen Stadt in historischen Palästina, protestierten am Samstag etwa 200 Menschen nach dem Abendgebet vor der Residenz des französischen Botschafters.



Auch in der Türkei, Palästina, Gaza, Beirut, Tunesien, und in andere Länder haben viele Muslime gegen die Beleidigung des Propheten Muhammad protestiert. 

Nachdem in vielen muslimischen Ländern zum Boykott französischer Produkte aufgerufen wurde, wendet sich Frankreich nun mit einem Appell an die Öffentlichkeit.

"Diese Aufforderungen zum Boykott sind ohne Grundlage und müssen sofort aufhören, genauso wie alle anderen Angriffe auf unser Land, die von einer radikalen Minderheit gefördert werden.", so das französische Außenministerium in einem Statement am Sonntag.

Es scheint, als befürchte Frankreich durch den Boykott eine weitere Verschärfung seiner ohnehin schon angespannten wirtschaftlichen Lage.

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