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Türkei schließt Botschaft in Syrien

Beirut (Reuters) - Angesichts der angespannten Sicherheitslage in Syrien hat die Türkei ihre Botschaft in der Hauptstadt Damaskus bis auf weiteres geschlossen.

Dies teilte das türkische Außenministerium am Montag mit. Mit dem Schritt distanziert sich die Türkei weiter von ihrem einstigen Verbündeten. Bereits am Sonntag hatte die Regierung angekündigt, sie werde gemeinsam mit den USA die syrische Opposition mit Medikamenten und Kommunikationsmitteln unterstützen, nicht aber mit Waffen. Zuvor hatten bereits andere Staaten ihre Diplomaten abgezogen. Die deutsche Botschaft in Damaskus ist seit Februar vorübergehend geschlossen.

In dem Konflikt zwischen Regierungstruppen und Aufständischen wurden nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) mehr als 8000 Menschen getötet. Laut dem UN-Koordinator für die syrischen Flüchtlinge haben sich rund 100.000 Personen in Nachbarländer wie die Türkei oder Jordanien in Sicherheit gebracht. Nach Angaben syrischer und libanesischer Regierungsvertreter erschwerte die Regierung in Damaskus vor kurzem allerdings die Ausreise für Männer im wehrfähigen Alter erheblich. Vor Auslandsreisen müssen Männer zwischen 18 und 42 Jahren eine Genehmigung der Rekrutierungs- und Einwanderungsbehörden einholen. Seit die neue Regelung in Kraft ist, sind nach offiziellen libanesischen Angaben 60 Prozent weniger Menschen aus Syrien in das Land gekommen.

Die Rebellenhochburg Homs wird nach Angaben der Opposition weiterhin intensiv mit Granaten angegriffen. "Der Beschuss geht jeden Tag weiter. Das Regime ist dabei, die Stadt auszulöschen", sagte ein Vertreter der Opposition. Berichte aus Syrien können nicht unabhängig bestätigt werden, weil die Regierung von Präsident Baschar al-Assad eine freie Berichterstattung unterbindet.

Die Suche nach einer politischen Lösung für den Konflikt geht unterdessen weiter. Der Sondergesandte der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga, Kofi Annan, reiste nach seinen Gesprächen in Moskau nach China weiter. Der ehemalige UN-Generalsekretär will China überzeugen, seinen Friedensplan im UN-Sicherheitsrat zu unterstützen. Am Sonntag hatte bereits der scheidende russische Präsident Dmitri Medwedew Annan seine Unterstützung zugesagt. Der Plan sieht unter anderem vor, dass Syriens Präsident Assad einem Waffenstillstand zustimmt und Hilfsorganisationen in das Land lässt. Ein Rücktritt des Präsidenten, der von vielen Staaten gefordert wird, ist nicht vorgesehen. Russland und China hatten in der Vergangenheit im Sicherheitsrat mehrfach Resolutionen zu Syrien blockiert. Nach Ansicht Medwedews könnte Annans Friedensplan jedoch die letzte Chance sein, einen langanhaltenden und blutigen Bürgerkrieg zu verhindern.

Für Montag und Dienstag haben die Türkei und die Arabische Liga Vertreter syrischer Oppositionsgruppen aufgerufen, sich zu Gesprächen in Istanbul zu treffen. Die zersplitterte Opposition solle sich dort um Einigkeit bemühen. Am kommenden Sonntag werden ebenfalls in Istanbul Außenminister jener Staaten zusammenkommen, die als "Freunde Syriens" eine politische Lösung des Konflikts anstreben.


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