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Brandanschlag auf DITIB-Moschee in Berlin

 



In der Nacht auf Sonntag wurde ein Brandanschlag auf die Koca Sinan Moschee in Berlin verübt. Die Resonanz auf den Angriff ist groß. Politische und religiöse Vertreter besichtigten die Moschee und zeigten sich solidarisch mit der Gemeinde.

In Berlin-Reinickendorf wurde ein Brandanschlag auf die Koca Sinan Moschee verübt. In der Nacht auf den Sonntag sollen bisher Unbekannte vermutlich zwei brennende Objekte in die Moschee geworfen und sie in Brand gesteckt haben. Tatverdächtige konnten bisher nicht ausgemacht werden. Die Polizei geht von politisch-motivierten Kriminalität aus und der Staatsschutz ermittelt.

Bei dem Brandanschlag verbrannten die Innenräume der Moschee nahezu komplett ab. Das Feuer konnte sich dank des frühzeitigen Eingreifens der Rettungskräfte nicht stärker verbreiten. Die umliegenden Wohnungen wurden nicht beschädigt. Zwar sei der Sachschaden sehr groß, doch niemand wurde verletzt.

Die Koca Sinan Moschee ist der DITIB zugehörig und befindet sich in der Pankower Allee in Berlin im Erdgeschoss eines Mehrfamilienhauses. Zeugen sollen der polizeilichen Mitteilung zufolge um zwei Uhr nachts ein Klirren gehört und drei jugendliche Verdächtige gesehen haben, die in Richtung Letteplatz wegliefen.

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Starke Resonanz auf den Moscheeanschlag

Am frühen Sonntagmorgen berichteten sowohl regionale und überregionale Zeitungen und Medienhäuser über den Moscheeanschlag. Die Gemeindemitglieder zeigten sich angesichts der Brutalität des Angriffs erschüttert und verurteilten den Angriff über die sozialen Netzwerke. „Ein Anschlag auf ein Gotteshaus, egal aus welchem Grund, ist nicht akzeptabel und nicht hinnehmbar“, so lautet es in einem Post der Gemeinde. Der Post wurde zu dem mit dem Hashtag ##händewegvonmeinerMOSCHEE versehen. Die Bilder des komplett ausgebrannten Hauptraumes und der stark beschädigten Eingangstür wurden mehrfach über die sozialen Netzwerke geteilt.

Solidarität mit der Moscheegemeinde

Im Laufe des Tages besuchten politische und religiöse Vertreter die ausgebrannte Moschee. Laut dem „Tagesspiegel“ habe Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) den Tatort besucht, um Solidarität zu zeigen. Auch Reinickendorfs Bezirksbürgermeister Frank Balzer (CDU) kam, ebenso wie CDU-Innenpolitiker Burkard Dregger und der Islamratsvorsitzende Burhan Kesici.

Außerdem sollen islamische Gemeindevorsitzende der umliegenden Moscheen in Berlin der Moschee einen Besuch abgestattet haben.

„Die Stimmung ist sehr gefasst, aber die die Gemeindemitglieder sind fassungslos. Wir haben einen großen Andrang an Menschen erlebt, die sich mit der Moscheegemeinde solidarisch zeigen“, so Kesici gegenüber IslamiQ. Mit deutschen und türkischen Fahnen sollen Menschen gegen den Hass und für Uneinigkeit demonstriert haben.



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In einer Pressemitteilung fordert die DITIB den Staat und die Sicherheitsbehörden dazu auf, den Schutz der Moscheen zu gewährleisten, die Hintergründe der Angriffe so schnell wie möglich aufzudecken und die Verantwortlichen zur Verantwortung zu ziehen. „Ebenso zwingend notwendig ist, dass die Politik sich der Thematik annimmt, bevor noch was Schlimmeres passiert und Menschenleben zu beklagen sind. Angriffe auf Muslime und ihre Einrichtungen dürfen nicht länger nur das Thema der Kommunalpolitik bleiben. Der Ort dieses Anschlages zeigt uns deutlich, dass auch die Bundesebene sich der Thematik der Diskriminierung und Gefährdung von Muslimen annehmen muss. Diesmal ereignete sich der Angriff vor der Haustür der Bundesregierung in Berlin“, heißt es in der DITIB-Stellungnahme.

Moscheeanschläge häufen sich

Nur zwei Nächte vorher wurde eine Moschee der IGMG ebenfalls Ziel eines Angriffs. In der Nacht zum Freitag haben Unbekannte mit Steinen mehrere Fensterscheiben zerschlagen und einen Molotowcocktail in das Gebäude geworfen. Seit Beginn 2017 werden islamfeindliche Angriffe separat erfasst. Im letzten Jahr sollen über 1000 islamfeindliche Angriffe gezählt worden sein. Vertreter islamischer Religionsgemeinschaften zeigen sich angesichts der bedrohlichen Entwicklungen besorgt.

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