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Gebetsverbot im „Raum der Stille“ an der Universität Duisburg-Essen

 



An der Universität Duisburg-Essen darf in dem Raum der Stille, der als Rückzugsort deklariert wird, nicht das islamische Gebet verrichtet werden. Die Vertreter der islamischen Hochschulvereine protestieren dagegen.

Die Kontroverse um den stillen Raum an der Universität Duisburg-Essen hält an. Anfang März hat das Rektorat in einer Pressemitteilung bekannt gegeben, dass rituelle Handlungen und somit das islamische Gebet, verboten sind. Diese Entscheidung ist die Folge einer zweijährigen Verhandlung des Senats, in deren Rahmen sich ein Runder Tisch mit einem Regelwerk zum stillen Raum befasst hat. Dem Runden Tisch wohnten neben der Prorektorin Prof. Ziegler, Vertreter aus allen Bereichen der Universität an.

In der Mitteilung der Hochschule steht geschrieben, dass der Raum der Stille „allen Hochschulangehörigen offen stehen (soll), die sich zurückziehen oder besinnen, die meditieren oder in sich gekehrt beten wollen.“ Das islamische Gebet, welches für Muslime verpflichtend ist, sei jedoch verboten. Dies bestätigte eine Pressesprecherin der Universität Duisburg-Essen.

Unterschiedliche Interessen am runden Tisch

Es sollen unterschiedliche Interessen bei den Beteiligten des Runden Tisches gegeben haben. Dennoch habe man sich „auf einen guten Konsens geeinigt“, so lautet es in der Pressemitteilung der Universität. Dem widersprechen die Vertreter der islamischen Hochschulvereine. In einer gemeinsamen Pressemitteilung des Islamischen Studierendenbunds (ISB) Essen und des Islamischen Studierenden Vereins (ISV) Duisburg gaben diese an, dass der Entschluss des Gebetsverbotes nicht gemeinsam am Runden Tisch gefasst worden sei. Außerdem sei eine solche Entscheidung auch nicht im Entwurf der Nutzungsordnung zu finden.

Diskriminierung religiöser Studenten

Die islamischen Studierendenvereine sehen angesichts der Entscheidung eine gezielte Diskriminierung religiöser Studierender. „Ist der Rest des Campus denn ein religionsdurchtränkter Raum, weswegen der Raum der Stille explizit religionsbefreit sein soll? Wir können beim besten Willen nicht nachvollziehen, wie ein Raum, der jegliche religiöse Handlungen somit die Religion ausschließt, für Toleranz und Miteinander stehen soll und inwieweit so unsere pluralistische Gesellschaft widergespiegelt wird.“

Kommunikation ohne Konsens

Die Kommunikation am Runden Tisch habe nicht auf Konsens gebaut und es habe auch keine Abstimmung der einzelnen Punkte gegeben. Eine Pressesprecherin der Universität streitet dies ab und verwies auf die veröffentlichte Pressemitteilung. Die Vertreter der islamischen Hochschulvereine bewerten das Ergebnis als unzureichend und fordern eine Wiederaufnahme der Gespräche. Die neue Prorektorin, Prof. Dr. Barbara Buchenau, werde sich laut der Pressesprecherin „neuen Gesprächen gegenüber nicht verweigern“, auch wenn es momentan von Seiten der Universität „keinen weiteren Erklärungsbedarf“ gebe.

Sanierungsarbeiten führen zu Übergangslösungen

Aufgrund laufender und künftiger Sanierungsarbeiten seien für die Räume der Stille zunächst Übergangslösungen geplant. An dem Standort Duisburg soll der Raum in einem Container sein. Später soll er dauerhaft im Erdgeschoss der Zentralmensa entstehen. In Essen kann der endgültige Standort zunächst für zwei Jahre nur provisorisch bezogen werden. Bis zu deren Fertigstellung müsse eine weitere Zwischenlösung für Essen gefunden werden. Insgesamt sollen die Kosten etwa 190.000 Euro betragen.

Bei beiden Räumen soll dreimal täglich ein Wachdienst „nach dem Rechten sehen.“ In Essen sollen die Sicherheitsleute die Aufgabe übernehmen. In Duisburg müsse noch ein Wachdienst beauftragt werden.

Quelle: IslamiQ



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