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Shaimaa (16) angegriffen, weil sie Kopftuch trägt

Schülerin (16) wurde wegen Kopftuch angegriffen

 


Berlin – Den zehnminütigen Fußweg von der S-Bahn-Haltestelle nach Hause in Berlin-Marzahn ist Shaimaa A. (16) bislang jeden Tag allein gelaufen. Nach der Schule, dem Treffen mit Freundinnen oder einem Stadtbummel.

Jetzt möchte die Syrerin den Weg nie mehr allein gehen. Das Flüchtlingsmädchen sagt: „Ein Fremder griff mich dort mit einer Bierflasche an, weil ich ein Kopftuch trage!“

Am Freitag, den 8. Februar 2019, war die Schülerin mit einer Freundin (15) auf dem Heimweg. Shaimaa A.: „Uns kam ein großer, dicker Mann entgegen, etwa 25 Jahre alt.“

Als die Mädchen an ihm vorbeigingen, soll es zum Angriff gekommen sein. Die Syrerin: „Er brüllte: ‚Scheiß Ausländer! Zieht das Kopftuch aus und verschwindet aus meinem Land!‘“

Als der Angreifer gesehen habe, dass sie zu ihrem Handy griff, habe er das Telefon auf den Boden geworfen: „Er schlug mir mit der flachen Hand ins Gesicht. Dann mit der Faust und mit einer Bierflasche auf den Kopf. Ich wurde bewusstlos. Der Mann ist geflüchtet.“

Sie kam mit Gehirnerschütterung ins Krankenhaus. Ihr Vater erstattete Anzeige bei der Polizei. Shaimaa A.: „Ich habe mich in Deutschland immer sicher gefühlt, obwohl ich schon oft wegen des Kopftuches beleidigt wurde. Aber das war wirklich schlimm.“

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Shaimaa A. (16) und der BILD-Reporter beim Interview. Die Schülerin sitzt im Rollstuhl, weil ihr durch die Gehirnerschütterung immer noch schwindelig ist Foto: Michael Hübner / www.nurfotos.de

 

Die Syrerin ist seit 2012 in Deutschland, hat einen anerkannten Asylstatus. Sie geht aufs Gymnasium und möchte Ärztin werden. Sie sagt: „Als der Krieg ausbrach, holte eine Tante meinen Bruder und mich über den Familiennachzug. Wir kamen mit einem Flugzeug. Das Kopftuch habe ich damals schon getragen. Freiwillig!“

Ihre Eltern und beide Schwestern (21, 22 Jahre) reisten drei Jahre später über die Balkanroute nach Berlin. Seitdem lebt die Familie in Marzahn.



Shaimaa A.: „Ich habe mich in dem Viertel immer wohlgefühlt. Aber jetzt möchte ich dort nicht mehr leben.“

Ihr Vater wird sie nicht mehr allein den Weg gehen lassen. Ab jetzt wird er sie jeden Tag zur Haltestelle begleiten …

Quelle: Bild

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