D Das Leben des Propheten

Old Pics Of Makkah

24. Die Einnahme Mekkas

 


Die unterschiedlichen Auswirkungen Mutas

Nach der Schlacht von Muta kehrte das Heer der Muslime unter der Führung von Chalid Ibn Al Walid zurück. Sie kehrten weder als Sieger noch als Besiegte zurück, sondern waren mit der bloßen Rückkehr als Beute zufrieden. Ihr Abzug nach dem Tod von Zaid Ibn Haritha, Dschafar Ibn Abu Talib und Abdullah Ibn Rawaha rief ein recht unterschiedliches Echo bei den Römern, den in Medina lebenden Muslimen und den Kuraisch in Mekka hervor.


Die Römer freuten sich über den Abzug der Muslime und dankten ihrem Herrn, dass sie nicht länger zu kämpfen brauchten - obwohl das Heer der Römer einer Überlieferung zufolge 100.000 und einer anderen Überlieferung zufolge 200.000 Mann stark war, während doch die Zahl der Muslime nur 3.000 betrug. Ob nun die Freude der Römer auf den Todesmut Chalids bei der Verteidigung und seiner Stärke beim Angriff zurückging, so dass sogar neun Schwerter in seiner Hand zerbrachen, als er nach dem Tod seiner drei Gefährten kämpfte, oder auf seine Geschicklichkeit, die Armee am zweiten Tag so zu verteilen und so Lärm machen zu lassen, dass die Römer dachten, Hilfstruppen aus Medina seien zu ihnen gekommen - die an Asch Scham angrenzenden arabischen Stämme blickten auf die Verhaltensweise der Muslime voller Bewunderung. Als Folge gab einer ihrer Führer - Farwa Ibn Amr Al Dschudhami, Führer einer Abteilung im römischen Heer - kurz darauf seine Annahme des Islam bekannt. Daraufhin wurde er auf Befehl des Heraklius wegen Verrats verhaftet. Heraklius war bereit, ihn freizulassen, wenn er zum Christentum zurückkehren würde. Ja, er war sogar bereit, ihn wieder in sein Amt als Führer, das er bekleidet hatte, einzusetzen. Farwa weigerte sich jedoch und bestand auf seinen Islam, worauf er getötet wurde. Eine weitere Folge war, dass der Islam sich unter den Stämmen des Nedschd in der Grenzgegend von Irak und Asch Scham - wo die Herrschaft der Römer sich auf ihrem Höhepunkt befand - zunehmend verbreitete.

 

Die Verbreitung des Islam im Norden der Halbinsel

Der Übertritt der Menschen zur neuen Religion wurde durch die unruhigen Verhältnisse des byzantinischen Staates verstärkt. Sie veranlassten einen der Gouverneure des Heraklius, der beauftragt war, dem Heer seinen Sold auszubezahlen, dazu, die Araber von Asch Scham, die am Krieg teilgenommen hatten, anzuschreien: "Verschwindet! Der Kaiser bringt den Sold für seine Soldaten ohnedies nur mit Mühe auf. Deshalb hat er erst recht nichts, was er an seine Hunde verteilen könnte."


Es war also kein Wunder, dass jene sich vom Kaiser und von dessen Soldaten abwandten und das immer heller werdende Licht der neuen Religion sie zur Bejahung der erhabenen Wahrheit leitete, die den Menschen verkündet worden war. Deswegen traten in diesem Zeitraum Tausende von den Sulaim mit Al Abbas Ibn Mirdas an ihrer Spitze dem Islam bei. Sowie von den Aschdscha und Ghatafan, die bis zur Bezwingung der Juden bei Chaibar die Verbündeten der Juden gewesen waren, von den Abs, Dhubjan und von den Fazara. Somit war die Schlacht von Muta ein Grund zur Stabilisierung der Lage für die Muslime im Norden Medinas bis zu den Grenzen von Asch Scham und zur Zunahme der Macht, Stärke und Sicherheit des Islam.


Ihre Auswirkung bei den in Medina lebenden Muslimen unterschied sich jedoch davon. Kaum dass sie Chalid und sein Heer von den Grenzen Asch Schams zurückkehren sahen, ohne dass sie das Heer des Heraklius besiegt hatten, schrieen sie ihnen ins Gesicht: "0 ihr Ausreißer, ihr seid auf dem Wege Allahs geflohen." Einige der Männer der Armee schämten sich so, dass sie zu Hause blieben, damit die Jungen und Jugendlichen der Muslime sie nicht durch den Vorwurf der Flucht kränken konnten.
Die Kuraisch sahen Muta als eine Niederlage, die die Muslime und ihre Macht so empfindlich getroffen hatte, dass sie niemand mehr achtete und dem Abkommen mit ihnen Gewicht beimaß. So sollten die Dinge wieder so stehen wie vor der vereinbarten Umra und vor dem Abkommen von Al Hudaibija. Die Kuraisch wollten die Muslime und die mit ihnen Verbündeten erneut bekämpfen, ohne seitens Muhammads (s.a.s.) Vergeltung fürchten zu müssen.


Die Verletzung des Abkommens von Al Hudaibija durch die Kuraisch


Das Friedensabkommen von Al Hudaibija hatte bestimmt, dass, wer mit Muhammad (s.a.s.) oder den Kuraisch in ein Abkommen eintreten wolle, dies tun könne. Die Chuzaa hatten bereits mit Muhammad (s.a.s.) und die Banu Bakr mit den Kuraisch ein Abkommen geschlossen. Zwischen den Chuzaa und Banu Bakr gab es eine alte Fehde, die nach dem Friedensabkommen von Al Hudaibija ruhte. Jeder der beiden Stämme ergriff für eine der vertragsschließenden Gruppen Partei. Nach Muta und als die Kuraisch sich einbildeten, den Muslimen sei ein Ende gesetzt worden, dachten die Banu Ad Dil von den Banu Bakr Ibn Abd Manat, es würde sich ihnen die Gelegenheit bieten, die Chuzaa aufgrund ihrer alten Fehde zu überfallen. Sie wiegelten dazu eine Gruppe der Kuraisch auf, darunter Ikrima Ibn Abu Dschahl und einige der Herren der Kuraisch, die sie mit Waffen versorgten.


Die Chuzaa bitten den Propheten um Hilfe


Während die Chuzaa eines Nachts bei einem ihnen gehörenden Brunnen namens Al Wathir lagerten, überraschten sie die Banu Bakr und töteten einige von ihnen. Da flohen die Chuzaa nach Mekka. Sie nahmen Zuflucht im Haus von Budail Ibn Warka und klagten ihm, dass die Kuraisch und die Banu Bakr ihr Abkommen mit dem Gesandten Allahs verletzt hatten. Amr Ibn Salim von den Chuzaa begab sich am Morgen eiligst Richtung Medina, bis er zu Muhammad (s.a.s.) kam, der in der Moschee unter den Leuten saß. Er erzählte ihm, was sich ereignet hatte und bat ihn um Hilfe. Der Gesandte Allahs sagte: "Dir wird geholfen, o Amr Ibn Salim."


Dann zog Budail Ibn Warka mit einer Gruppe von den Chuzaa aus, bis sie Medina erreichten. Sie teilten dem Propheten mit, was sie getroffen hatte und dass die Kuraisch den Banu Bakr gegen sie geholfen hatten. Da war der Prophet der Ansicht, dass ihm nach der Verletzung ihres Vertrages durch die Kuraisch nur noch die Einnahme Mekkas übrig blieb. Und dass er deshalb zu den Muslimen in allen Gegenden der Halbinsel schicken müsse, auf dass sie bereit wären, seinem Ruf Folge zu leisten, ohne zu wissen, welche Politik er nach diesem Ruf verfolgen würde.




Die Befürchtungen der Weisen der Kuraisch


Die Weisen und Einsichtigen der Kuraisch erkannten sogleich die Gefahr, der Ikrima und die Jugendlichen, die mit ihm waren, sie ausgesetzt hatten. Dieses Abkommen von Al Hudaibija war nun verletzt worden. Und die Macht Muhammads (s.a.s.) auf der Halbinsel hatte an Ausmaß und Stärke zugenommen. Sollte er nach den jüngsten Ereignissen daran denken, für die Chuzaa Vergeltung an den Mekkanem zu üben, wäre die heilige Stadt höchster Gefahr ausgesetzt. Was sollten sie nun also tun? Sie schickten Abu Sufjan nach Medina, um das Abkommen zu bekräftigen und seine Gültigkeitsdauer zu verlängern. Die Gültigkeitsdauer betrug wohl zwei Jahre. Sie wollten nun, dass sie zehn betragen sollte.


Ihr lebenserfahrener Führer Abu Sufjan zog nach Medina. Als er auf dem Weg Usfan erreichte, traf er auf Budail Ibn Warka und seine Gefährten. Er fürchtete, dieser sei bereits bei Muhammad (s.a.s.) gewesen und habe ihm mitgeteilt, was sich ereignet hatte, was ja seine Aufgabe erschweren würde. Obwohl Budail leugnete, bei Muhammad (s.a.s.) gewesen zu sein, sah er am Dung des Reittiers von Budail, dass der doch in Medina gewesen war. Deswegen zog er es vor, dass Muhammad (s.a.s.) nicht der erste sein sollte, auf den er traf, und wandte sich dem Haus seiner Tochter Umm Habiba, einer Frau des Propheten, zu.

 

Abu Sufjan in Medina

Vielleicht wusste Umm Habiba bereits um die Gefühle des Propheten gegenüber den Kuraisch. Auch wenn sie nicht wusste, was er bezüglich Mekkas beschlossen hatte. Vielleicht war das die Lage, in der sich alle Muslime in Medina befanden.


Abu Sufjan wollte sich auf die Schlafmatte des Propheten setzen. Doch Umm Habiba rollte sie zusammen. Als ihr Vater sie daraufhin fragte, ob sie sie zusammenrolle, weil ihr Vater zu gut für die Lagerstatt oder weil die Lagerstatt zu gut für ihren Vater sei, war ihre Antwort: " Es ist die Schlafmatte des Gesandten Allahs (s.a.s.), und du bist ein unreiner Polytheist. Ich möchte nicht, dass du darauf sitzt." Abu Sufjan sagte: " Bei Allah , meine Tochter, dir ist nach deiner Trennung von mir Böses widerfahren!" Und er ging zornig hinaus.


Danach sprach er Muhammad (s.a.s.) auf das Abkommen und die Verlängerung seiner Gültigkeitsdauer an. Doch dieser erwiderte ihm nichts. Da wandte er sich an Abu Bakr, er solle für ihn mit dem Propheten sprechen. Doch er weigerte sich. Nun sprach er Umar Ibn Al Chattab an. Der gab ihm indessen eine barsche Antwort und sagte: "Soll ich beim Gesandten Allahs für euch vermitteln! Bei Allah , selbst wenn ich nur Staub fände, würde ich damit noch gegen euch kämpfen." Schließlich trat Abu Sufjan bei Ali Ibn Abu Talib ein, während Fatima bei diesem war. Er unterbreitete ihm, weswegen er gekommen war, und bat ihn, für ihn beim Gesandten zu vermitteln. Ali teilte ihm dagegen freundlich mit, dass niemand Muhammad (s.a.s.) von etwas abbringen könne, wenn dieser sich dazu entschlossen habe. Der Unterhändler der Kuraisch bat Fatima um Vermittlung, indem ihr Sohn Al Hasan die Leute in Schutz nehmen solle. Da sagte sie: "Niemand kann jemanden gegen den Gesandten in Schutz nehmen."

 

Scheitern des Vermittlungsversuches von Abu Sufjan

Die Sache wurde schwierig für Abu Sufjan. Er bat Ali um Rat. Dieser sagte zu ihm: "Bei Allah , ich weiß nichts, was dir nützen könnte. Aber du bist der Herr der Banu Kinana. Steh also auf und suche Schutz bei den Leuten. Dann kehre in dein Land zurück. Ich glaube nicht, dass das nützt, aber ich finde nichts besseres für dich."
Da ging Abu Sufjan zur Moschee und gab dort bekannt, dass er unter dem Schutz der Leute stehe. Dann ritt er auf seinem Reittier wieder nach Mekka. Sein Herz war traurig wegen dem, was er seitens seiner Tochter und jenen, die sich vor ihrer Auswanderung aus Mekka einen Blick des Mitgefühls oder der Zustimmung von ihm erhofft hatten, an Erniedrigung erfahren hatte.


Abu Sufjan kehrte nach Mekka zurück. Er erzählte seinen Leuten, was er in Medina erlebt hatte. Dass er dem Rat Alis folgend bei den Leuten in der Moschee um Schutz nachgesucht und Muhammad (s.a.s.) ihn nicht honoriert hatte. Seine Leute sagten: "Wehe dir! Bei Allah , der Mann hat mit dir nur gespielt." Und sie berieten sich erneut.

 

Vorbereitung der Muslime auf die Einnahme Mekkas

Muhammad (s.a.s.) war der Ansicht, er solle den Kuraisch keine Gelegenheit geben, auf eine Begegnung mit ihm vorbereitet zu sein. Obwohl er auf seine Kraft und die Hilfe Allahs (t.) für ihn vertraute, hoffte er, die Leute unversehens zu überraschen. So dass sie sich nicht gegen ihn verteidigen könnten und sich unterwerfen müssten, ohne dass Blut vergossen würde. Deshalb befahl er seinen Leuten, sich vorzubereiten. Als sie fertig waren, teilte er ihnen mit, dass er nach Mekka zöge, und wies sie an, sich anzustrengen. Er betete zu Allah (t.), ER möge die Spione und Neuigkeiten vor den Kuraisch verbergen, so dass diese keine Nachricht über ihren Zug erhalten würden.

 

Das Schreiben von Ibn Abu Baltaa an die Kuraisch

Während das Heer sich zum Aufbruch rüstete, verfasste Hatib Ibn Abu Baltaa ein Schreiben. Er gab es einer Frau aus Mekka namens Sara, die einigen Banu Abdul Muttalib nahe stand, und versprach ihr eine Belohnung, wenn sie es den Kuraisch überbrächte, auf dass diese erführen, was Muhammad (s.a.s.) gegen sie plante. Hatib gehörte zwar zu den Angesehensten der Muslime. Aber es gibt schwache Seiten im Menschen, die ihn zuweilen überwältigen. Sie zwingen ihn zu etwas, womit er selbst nicht einverstanden ist.


Es dauerte nicht lange, da erfuhr Muhammad (s.a.s.) von der Sache. Sofort entsandte er Ali Ibn Abu Talib und Zubair Ibn Al Auwam, die Sara erreichten und sie aufforderten, abzusteigen. Dann durchsuchten sie ihr Sattelgepäck, fanden aber nichts. Da warnte sie Ali, sollte sie das Schreiben nicht herausgeben, werde er an ihr eine Leibesvisitation vornehmen. Als die Frau sah, dass er es ernst meinte, sagte sie: "Dreh dich um", und er drehte sich um. Da entflocht sie ihre Haare und brachte daraus das Schreiben zum Vorschein. Sie brachten Sara zurück nach Medina.


Muhammad (s.a.s.) rief Hatib zu sich, um ihn zu fragen, was ihn dazu veranlasst habe. Hatib sagte: "0 Gesandter Allahs . Bei Allah , ich glaube an Allah und SEINEN Gesandten. Ich habe mich nicht geändert oder gewandelt. Aber ich bin hier ein Mann ohne nahe Angehörige unter den Leuten, während ich bei jenen Kinder und Familie habe. So schmeichelte ich ihnen." Umar Ibn Al Chattab sagte: "0 Gesandter Allahs , lass mich seinen Kopf abschlagen. Der Mann ist ohne Zweifel ein Heuchler." Da erwiderte der Gesandte Allahs : "Und was lässt dich so sicher sein, o Umar? Vielleicht hat Allah auf die Kämpfer von Badr an jenem Tag herabgeschaut und gesagt: "Tut was ihr wollt. ICH habe euch bereits vergeben." " Hatib gehörte zu denen, die an der Schlacht von Badr teilgenommen hatten. Bei dieser Gelegenheit wurden die Worte des Erhabenen geoffenbart:


"0 ihr, die ihr glaubt, nehmt nicht MEINEN Feind und euren Feind zu Freunden, denen ihr Zuneigung entgegenbringt."
(Qur´aan Surat 60 Aya 1)

 

Der Marsch des Heeres der Muslime

Das Heer der Muslime bewegte sich von Medina in Richtung Mekka, um es einzunehmen und vom Heiligtum Besitz zu ergreifen, das Allah (t.) zu einem Ort der Begegnung für die Menschen und der Sicherheit gemacht hatte. Dieses Heer brach in einer Größenordnung auf, die Medina zuvor nicht gekannt hatte. Die Stämme von Sulaim, Muzaina, Ghatafan und andere hatten den Muhadschirun und Ansar Leute geschickt. Sie strömten mit ihnen in Eisenpanzern in die weite Wüste, so dass sie, wenn sie ihre Zelte aufschlugen, den ganzen Wüstensand bedeckten und von ihm fast nichts mehr zu sehen war. Diese Tausende bewegten sich sehr schnell bei ihrem Zug. Immer, wenn sie ein Stück weitergekommen waren, schlössen sich ihnen aus den übrigen Stämmen weitere Leute an, die ihre Anzahl und Stärke noch vermehrten. Sie alle waren von dem Glauben erfüllt, dass niemand außer Allah (t.) sie besiegen könne. Muhammad (s.a.s.) zog an ihrer Spitze. Seine größte Sorge und all seine Gedanken waren, das Heiligtum zu betreten, ohne dass ein einziger Blutstropfen vergossen würde. Das Heer erreichte Marra Az Zahran* und hatte bereits die Zehntausend erreicht, von denen die Kuraisch aber noch nichts erfahren hatten. Denn sie diskutierten unablässig darüber, was sie tun sollten, um sich vor dem Angriff Muhammads (s.a.s.) zu schützen.


Al Abbas Ibn Abdul Muttalib, der Onkel Muhammads, zog sich von ihren Diskussionen zurück. Er machte sich mit seiner Familie auf und traf bei Al Dschuhfa** auf Muhammad (s.a.s.). Vielleicht gab es auch eine Gruppe der Bann Haschim, die zumindest andeutungsweise etwas über den Auszug des Propheten erfahren hatten und sich ihm anschließen wollten, damit sie keinen Nachteil hätten. Neben Al Abbas zogen die Vettern des Propheten Abu Sufjan Ibn Al Harith Ibn Abdul Muttalib und Abdullah Ibn Abu Umaija Ibn Al Mughira los. Sie erreichten das Heer der Muslime bei Naik Al Ukab und baten um Erlaubnis, zum Propheten zu gehen. Doch er verweigerte ihnen diese Erlaubnis. Er sagte zu seiner Frau Umm Salama, als diese ihn darauf ansprach: "Ich brauche sie nicht. Was meinen Vetter Abu Sufjan betrifft, so hat er mir übel mitgespielt. Und was meinen Vetter und Schwager Abdullah angeht, so redete er in Mekka gegen mich, was bekannt ist." Diese Worte erreichten Abu Sufjan, woraufhin dieser sagte: "Bei Allah , entweder bekomme ich die Erlaubnis, oder ich werde die Hand dieses meines Sohnes nehmen und mit ihm umherziehen, bis wir vor Durst und Hunger sterben." Da empfand Muhammad (s.a.s.) Mitleid und gab ihnen die Erlaubnis. Sie traten bei ihm ein und nahmen den Islam an.
*Ein Ort etwa vier Meilen von Mekka entfernt.


** In einer Anmerkung weist der Autor darauf hin, dass bezüglich des Ortes und des Zeitpunktes, an dem Al Abbas Muhammad (s.a.s.) traf, Uneinigkeit bei den Historikern herrscht.

 

Al Abbas Ibn Abdul Muttalib

Was Al Abbas Ibn Abdul Muttalib an Heeren seines Neffen und dessen Stärke sah, ängstigte und beunruhigte ihn. Obwohl er bereits Muslim geworden war, konnte er die Angst nicht loswerden, was sich in Mekka ereignete, wenn dieses Heer, dem keine Macht Arabiens gewachsen war, dort einmarschierte. Hatte er Mekka nicht erst vor kurzem verlassen? Er hatte dort Verwandte, Vertraute und Freunde, und der Islam, dem er nun angehörte, sollte die Verbindung zu ihnen nicht auflösen! Es mag sein, dass er dem Gesandten seine Befürchtungen anvertraute und ihn fragte, was er täte, wenn die Kuraisch um seinen Schutz bäten. Und vielleicht freute sich sein Neffe darüber, dass Al Abbas den Anfang machte, mit ihm über diese Angelegenheit zu sprechen. Er hoffte, ihn als Unterhändler zu verwenden, der den Herzen der Kuraisch Furcht einflößen würde, so dass er Mekka ohne Blutvergießen betreten könnte. Die Heiligkeit Mekka bliebe erhalten, wie es zuvor war und wie es bleiben musste.


Al Abbas setzte sich auf die weiße Mauleselin des Propheten und ritt auf ihr, bis er die Gegend von Al Arak erreichte. Vielleicht würde er einen Brennholzsammler oder Milchmann oder irgendjemanden, der nach Mekka ging, finden. Dieser könnte dann seinen Bewohnern die Botschaft über die Stärke der Muslime und Größe ihrer Heere überbringen. So dass sie zum Gesandten Allahs herauskämen, um ihn um Sicherheit zu bitten, bevor er gewaltsam Mekka einnähme.

 

Abu Sufjans Zusammentreffen mit Al Abbas

Seitdem die Muslime sich bei Marra Az Zahran niedergelassen hatten, begannen die Kuraisch zu spüren, dass sich ihnen eine Gefahr näherte. Deshalb sandten sie Abu Sufjan Ibn Harb, Budail Ibn Warka und Hakim Ibn Hizam, einen Verwandten Chadidschas, aus, um Neuigkeiten zu erkundschaften und das Ausmaß der Gefahr, die sie in ihren Herzen fühlten, festzustellen. Als Al Abbas nun auf der weißen Mauleselin des Propheten dahinritt, hörte er ein Gespräch zwischen Abu Sufjan Ibn Harb und Budail Ibn Warka, das wie folgt verlief:


Abu Sufjan:
"Nie habe ich so viele Lagerfeuer und Truppen gesehen wie diese Nacht."
Budail: "Das sind, bei Allah , die Chuzaa, die zum Krieg gerüstet haben."
Abu Sufjan: "Die Chuzaa sind weniger und unbedeutender, als dass dies ihre Lagerfeuer und Truppen wären."
Al Abbas erkannte die Stimme von Abu Sufjan. Da rief er ihn mit seinem Beinamen: "0 Abu Hanzala!" Abu Sufjan antwortete seinerseits: "0 Abu Al Fadl !" Al Abbas sagte: "Wehe dir, o Abu Sufjan! Hier ist der Gesandte Allahs mit seinen Leuten. Welch ein Morgen erwartet die Kuraisch, wenn er Mekka gewaltsam betritt!" Abu Sufjan fragte: "Was ist dann die Lösung? Ich gebe meinen Vater und meine Mutter für dich." Al Abbas ließ ihn hinter sich auf der Mauleselin aufsitzen, schickte dessen beide Gefährten nach Mekka zurück und zog mit ihm los. Die Menschen erkannten die Mauleselin, wenn sie sie sahen, und ließen sie passieren - zwischen Zehntausend, die ihre Lagerfeuer angezündet hatten, um dem Herzen Mekkas und seinen Einwohnern Angst einzuflößen.

 

Abu Sufjan beim Gesandten

Als sie beim Feuer von Umar Ibn Al Chattab vorbeikamen und dieser sie sah, erkannte er Abu Sufjan. Er begriff, dass Al Abbas ihn in Schutz nehmen wollte. Er ging deshalb eilig zum Zelt des Propheten und verlangte von ihm, Abu Sufjan zu köpfen. Al Abbas sagte: "0 Gesandter Allahs , ich habe ihn in Schutz genommen!" In dieser Situation zu jener nächtlichen Stunde und nach einer Debatte zwischen Al Abbas und Umar, die nicht frei von Schärfe war, sagte Muhammad (s.a.s.): "0 Abbas, gehe mit ihm zu deinem Lagerplatz und bringe ihn morgen früh zu mir." Als Abu Sufjan am Morgen zum Propheten und vor die Ältesten der Muhadschirun und Ansar gebracht worden war, fand folgender Dialog statt:


Der Prophet:
"Wehe dir, o Abu Sufjan. Ist es nicht Zeit für dich zu wissen, dass es außer Allah keinen Gott gibt?!"
Abu Sufjan: "Du bist mir Vater und Mutter! Wie sanftmütig, großzügig und verwandtschaftsbewusst du bist! Bei Allah , ich war schon der Meinung, wenn es einen anderen Gott neben Allah gäbe, hätte er schon etwas Positives geleistet!"
Der Prophet: "Wehe dir, o Abu Sufjan, ist es nicht Zeit für dich zu wissen, dass ich der Gesandte Allahs bin?!"
Abu Sufjan: "Du bist mir Vater und Mutter! Wie sanftmütig, großzügig und verwandtschaftsbewusst du bist! Bei Allah , was dies betrifft, so regt sich bis jetzt etwas in der Seele dagegen!"


Da mischte sich Al Abbas ein und sprach Abu Sufjan an, er solle Muslim werden und bezeugen, dass es außer Allah (t.) keinen Gott gibt und Muhammad (s.a.s.) der Gesandte Allahs (t.) ist, bevor er geköpft werde. In dieser Situation fand Abu Sufjan nichts besseres als Muslim zu werden.* Dann sprach Al Abbas den Propheten (s.a.s.) an: "0 Gesandter Allahs . Abu Sufjan ist ein stolzer Mann, so gewähre ihm etwas." Der Gesandte Allahs sagte: "Ja! Wer das Haus Abu Sufjans betritt, ist sicher. Und wer seine Tür hinter sich schließt, ist auch sicher. Und wer die Moschee betritt, ist ebenfalls sicher."


*Dieser hier wiedergegebene Vorfall widerspricht in keiner Weise dem koranischen Gebot, dass es hinsichtlich der Religion keinen Zwang geben darf. Eine Hinrichtung Abu Sufjans wäre nämlich nicht deshalb erfolgt, weil er nicht hätte Muslim werden wollen, sondern nur, weil er einer der Führer der feindlichen Armee war. Sein Übertritt zum Islam machte es Jedoch möglich, dass ihm all seine früheren Feindseligkeiten verziehen wurden und zudem seine Ehre gewahrt wurde, wie die folgenden Zeilen beweisen.

 

Ereignete sich dies alles zufällig?

Über diese Ereignisse herrscht Einigkeit unter sämtlichen Historikern und Biographen. Einige fragen sich jedoch, ob sich dies alles rein zufällig ereignet habe. Denn der Ausritt von Al Abbas zum Propheten geschah in der Absicht, zu ihm nach Medina zu gehen. Er traf jedoch bereits bei Al Dschuhfa auf die Heere der Muslime.
Der Ausritt von Budail Ibn Warka mit Abu Sufjan Ibn Harb war nur der Erkundigung wegen, wenn er auch zuvor nach Medina gegangen war und dem Propheten erzählt hatte, was den Chuzaa passiert war, und von diesem erfahren hatte, dass er ihnen helfen werde.


Der Ausritt Abu Sufjans geschah in Unwissenheit seinerseits, dass Muhammad (s.a.s.) bereits zur Einnahme Mekkas unterwegs war. Oder gab es bereits zuvor mehr oder weniger Übereinkunft, die Al Abbas ausziehen ließ, um Muhammad (s.a.s.) zu treffen, und Al Abbas und Abu Sufjan zusammentreffen ließ? War Abu Sufjan, nachdem er nach Medina gezogen war, um die Gültigkeitsdauer des Abkommens von Al Hudaibija zu verlängern, und mit leeren Händen zurückgekehrt war, bereits davon überzeugt, dass es für die Kuraisch keine Möglichkeit gab, Muhammad (s.a.s.) aufzuhalten, und war er sich schon sicher, dass ihm, wenn er den Weg für die Einnahme ebnete, seine Führerstellung und hervorgehobene Position in Mekka erhalten blieben? Und ging diese Übereinkunft nicht über Muhammad (s.a.s.) und die von der Sache betroffenen Personen hinaus? Was dadurch bewiesen würde, dass Umar Abu Sufjan beinahe getötet hätte.


Es ist gewagt, ein Urteil abzugeben. Wir können jedoch ruhigen Gewissens bestätigen, dass - ob nun der Zufall all das zuwege gebracht oder eine Art Übereinkunft stattgefunden hatte - beide Fälle die Präzision Muhammads (s.a.s.) und sein Geschick belegen, die größte Schlacht in der Geschichte des Islam ohne Krieg und Blutvergießen zu gewinnen

 

Vorbereitung Muhammads (s.a.s.) auf die Einnahme Mekkas

Abu Sufjans Annahme des Islam hinderte Muhammad (s.a.s.) nicht, für den Einzug nach Mekka alle möglichen Vorbereitungen und Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Und wenn auch der Sieg in der Hand Allahs (t.) liegt, und ER ihn gibt, wem ER will - Allah (t.) gibt den Sieg doch nur dem, der sich sorgfältig darauf vorbereitet hat und sich vor allen möglichen großen oder kleinen Hindernissen in acht nimmt. Deshalb ordnete er an, Abu Sufjan in der Talenge am Zugang zum Gebirgszug um Mekka zurückzuhalten, bis die Soldaten der Muslime an ihm vorbeigezogen wären. So dass er sie sehen und seinen Leuten davon als Augenzeuge erzählen könnte. Und damit nicht durch seine eilige Rückkehr zu ihnen der geringste Widerstand hervorgerufen würde.


Die Stämme zogen an Abu Sufjan vorbei. Nichts erregte in ihm mehr Erstaunen als das "grüne Schwadron", das Muhammad (s.a.s.) umgab und in dem sich die Muhadschirun und Ansar befanden, von denen er nur den Anblick von eisernen Rüstungen gewahr wurde. Als Abu Sufjan sie gesehen hatte, sagte er: "0 Abbas! Niemand kann diesen widerstehen. Bei Allah , o Abu Al Fadl, das Reich deines Neffen ist über Nacht gewaltig geworden!" Dann ging er fort zu seinen Leuten und rief unter ihnen ganz laut: "0 ihr Kuraisch! Muhammad (s.a.s.) ist mit etwas zu euch gekommen, worüber ihr keine Macht habt. Wer also das Haus Abu Sufjans betritt, ist sicher. Und wer seine Tür hinter sich schließt, ist sicher. Und wer die Moschee betritt, ist sicher."


Muhammad (s.a.s.) zog mit dem Heer bis Dhu Tuwa, von wo er sah, dass Mekka keinen Widerstand leisten würde. Da befahl er seinen Streitkräften zu halten. Er brachte sein Kamel zum Stehen und beugte sich dankbar im Gebet gegenüber Allah (t.). Allah (t.) hatte ihm die Wiege des Islam und die Stätte des Heiligtums in die Gewalt gegeben, auf dass er und die Muslime sie sicher und in Frieden betreten könnten.


Unterdessen hatte Abu Kuhafa, der im Gegensatz zu seinem Sohn noch kein Muslim geworden war, eine Enkelin von ihm gebeten, mit ihm auf den Berg Abu Kubais zu klettern. Er war bereits erblindet. Als sie mit ihm auf den Berg gestiegen war, fragte er sie, was sie sehe. Sie erwiderte: "Ich sehe eine schwarze Ansammlung." Er meinte: "Das sind die Pferde." Dann berichtete sie: "Bei Allah , das Schwarze hat sich ausgebreitet." Da sagte er: "Diese Pferde wurden nach Mekka getrieben. So beeile dich mit mir nach Hause." Er erreichte sein Haus erst, als die Pferde bereits vorgerückt waren und auf ihn stießen

 

Aufmarsch des Heeres

Muhammad (s.a.s.) dankte Allah (t.), dass ER ihm Mekka in die Hand gegeben hatte, blieb aber dennoch äußerst vorsichtig. Er ordnete an, dass das Heer sich in vier Abteilungen gliedere, und befahl ihnen allen, nicht zu kämpfen und kein Blut zu vergießen, es sei denn, sie würden dazu gezwungen. Er gab Az Zubair Ibn Al Auwam das Kommando über die linke Flanke des Heeres und befahl ihm, Mekka von Norden her zu betreten. Die rechte Flanke stellte er unter den Befehl des Chalid Ibn Al Walid mit der Anweisung, unterhalb Mekkas einzurücken. Sad Ibn Ubada setzte er über die Medinenser, auf dass diese Mekka vom Westen her beträten. Dem Abu Ubaida Ibn Dscharrah unterstellte Muhammad (s.a.s.) die Muhadschirun; er zog mit ihnen los, um in Mekka von seinen Anhöhen gegenüber dem Berg Hind her einzumarschieren. Während sie sich vorbereiteten, hörten einige, wie Sad Ibn Ubada sagte: "Heute ist der Tag blutigen Kampfes, heute gilt der verwehrte Bezirk als erlaubt..." Dies beinhaltete eine Zuwiderhandlung gegen den Befehl des Propheten, dass die Muslime in Mekka niemanden bekämpfen sollten. Deshalb hielt es der Prophet, als er erfuhr, was Sad gesagt hatte, für besser, ihm das Banner abzunehmen und es dessen Sohn Kais anzuvertrauen. Dieser war zwar ein sehr korpulenter Mann, hatte aber ein ruhigeres Gemüt als sein Vater.


Die Heere rückten in Mekka ein und trafen außer der Abteilung von Chalid Ibn Al Walid auf keinen Widerstand. In diesem Gebiet unterhalb Mekkas befanden sich die mit Muhammad (s.a.s.) am meisten verfeindeten Kuraisch sowie jene, die mit den Banu Bakr durch das Überfallen der Chuzaa an der Verletzung des Abkommens von Al Hudaibija teilgenommen hatten. Sie stellte das, was Abu Sufjan gerufen hatte, nicht zufrieden; einige bereiteten sich vielmehr auf Kampfhandlungen vor, während andere sich auf Flucht einrichteten. Safwan, Suhail und Ikrima Ibn Abu Dschahl standen an der Spitze ersterer. Als die Heeresabteilung Chalids anrückte, beschossen sie sie mit ihren Pfeilen. Doch Chalid trieb sie sogleich auseinander. Von seinen Leuten wurden nur zwei Männer getötet, die sich verirrt hatten und von ihm abgeschnitten waren. Die Kuraisch verloren nach einer Überlieferung dreizehn, nach einer anderen Überlieferung achtundzwanzig Mann. Als Safwan, Suhail und Ikrima erkannten, dass das Geschick sich gegen sie wandte, liefen sie davon. Sie ließen hinter sich diejenigen zurück, die sie erst dazu angespornt hatten, Widerstand zu leisten, und die nun der Stärke Chalids und den Schlägen seiner mutigen Kämpfer ausgesetzt waren.


Während Muhammad (s.a.s.) an der Spitze der Muhadschirun eine Anhöhe erklomm, von der aus er - zufrieden, dass er Mekka ruhig und friedlich einnehmen konnte - nach Mekka hinabsteigen wollte, blickte er auf die Mutter der Städte und all das, was sich dort abspielte. Er erblickte das Aufblinken der Schwerter unterhalb der Stadt und dass die Armee Chalids ihre Angreifer verfolgte. Dies bekümmerte ihn, und er rief zornig - an seinen Befehl erinnernd - dass es keinen Kampf geben sollte. Als er erfuhr, was sich ereignet hatte, bemerkte er, dass das Gute in dem liege, was Allah (t.) erwählt habe.

 

Der Einzug nach Mekka

Der Prophet lagerte auf den Anhöhen Mekkas gegenüber dem Berg Hind, wo man ihm in der Nähe der Gräber Abu Talibs und Chadidschas ein Zelt aufschlug. Er wurde gefragt, ob er sich in seinem Haus ausruhen wolle. Da antwortete er: "Nein! Sie haben mir in Mekka kein Haus gelassen." Er betrat das Zelt, um sich auszuruhen. Sein Herz war erfüllt vom Dank an Allah (t.), dass ER ihn gestärkt und siegreich in die Stadt zurückgebracht hatte, die ihm Arges zugefügt und ihn gepeinigt sowie von seinen Verwandten und Wohnstätten vertrieben hatte. Er ließ seinen Blick über das Tal und die es umgebenden Berge wandern. Jene Berge, in deren Schlucht er Zuflucht gefunden hatte, als sich die Angriffe der Kuraisch gegen ihn und ihr Boykott verschärften. Jene Berge, bei denen die Höhle Hira war, in der er gebetet hatte, als die Offenbarung zu ihm kam:


"Lies im Namen deines Herrn, DER erschuf. DER den Menschen erschuf aus einem Blutklumpen. Lies, denn dein Herr ist der Allgütige. DER durch die Schreibfeder lehrte; den Menschen lehrte, was er nicht wusste."(96, V.1-5)


Er ließ seinen Blick wandern über diese Berge und das Tal, in dem die Häuser von Mekka verstreut lagen mit dem Heiligtum in ihrer Mitte. Seine Demut vor Allah (t.) ging soweit, dass aus seinem Auge eine Träne der Unterwerfung und des Dankes floss gegenüber dem Einzigen, zu DEM alle Dinge zurückkehren. Er spürte in dieser Stunde, dass die Aufgabe des Führers zu einem Ende kam. Er blieb deshalb nicht lange im Zelt, sondern ging hinaus und ritt auf seiner Kamelstute Al Kaswa, bis er die Kaba erreichte. Dann umschritt er das Haus siebenmal auf seinem Reittier und berührte die Ecke mit einem Stock in seiner Hand. Als er seine Umschreitungen vollendet hatte, rief er Uthman Ibn Talha, damit er die Kaba öffne. Muhammad (s.a.s.) stand an ihrer Tür, während immer mehr Leute in die Moschee kamen. Er sprach zu ihnen und rezitierte ihnen die Worte des Erhabenen:


"0 ihr Menschen, WIR haben euch fürwahr aus Mann und Frau erschaffen und euch zu Völkern und Stämmen gemacht, damit ihr einander erkennt. Der vor Allah am höchsten Geehrte unter euch ist gewiss der Gottesfürchtigste unter euch. Allah ist fürwahr wissend und kundig." (49,V.13)


Dann fragte er sie: "0 ihr Kuraisch, was denkt ihr, dass ich mit euch tun werde?" Sie erwiderten: "Gutes, denn du bist ein edler Bruder und der Sohn eines edlen Bruders!" Er sagte: "So geht, denn ihr seid frei." Mit diesen Worten wurde den Kuraisch und den Mekkanern insgesamt eine Generalamnestie erteilt

 

Die Generalamnestie

Wie schön ist Vergebung aus Stärke heraus! Wie gewaltig ist diese Seele, die sich über alles erhöhte, sich über Hass und Rachsucht erhob, jede niedere Emotion verwarf und über die menschenmögliche Edelkeit hinausging!


Muhammad (s.a.s.) kannte unter jenen Kuraisch diejenigen, die sich gegen ihn verschworen hatten, um ihn zu töten. Die ihn und seine Gefährten zuvor peinigten, die ihn bei Badr und Uhud bekämpften, die ihn beim Kriegszug von Al Chandak belagerten und sämtliche Araber gegen ihn aufhetzten, und die, wenn sie ihn zu töten und zu zerreißen vermocht hätten, dabei keinen Augenblick gezögert hätten! Diese Kuraisch waren in Muhammads (s.a.s.) Hand und lagen zu seinen Füßen. Die Schwerbewaffneten waren in der Lage, Mekka und seine Einwohner in einem Augenblick zu vernichten! Aber Muhammad (s.a.s.), der Prophet, der Gesandte Allahs , war kein Mann, der Feindseligkeit kannte oder sie unter den Menschen entstehen lassen wollte. Er war weder ein Tyrann noch arrogant. Allah (t.) hatte ihm Macht über seinen Feind gegeben. Er hätte zu strafen vermocht, aber er vergab. Und gab damit der ganzen Welt und allen ihren Generationen ein Beispiel der Güte, Vertragstreue und Erhabenheit der Seele, die sonst keiner zu erreichen vermag.

 

Die Bilder in der Kaba

Muhammad (s.a.s.) betrat die Kaba und sah, dass an ihren Wänden Bilder mit Engeln und Propheten hingen. Er sah Abraham abgebildet mit Lospfeilen in der Hand, mit denen er das Orakel befragte. Er sah in ihr die Figur einer Taube aus Flechtwerk und zerbrach sie mit seiner Hand und warf sie auf den Boden. Das Bild Abrahams schaute Muhammad (s.a.s.) jedoch eine Weile an und sagte dann: "Allah möge sie bekämpfen! Sie lassen unseren Ahnherrn Lospfeile ziehen. Was hat Abraham mit Lospfeilen zu tun! Abraham war weder Jude noch Christ, sondern ein rechtgläubiger Muslim. Er gehörte nicht zu den Polytheisten."
Was die Bilder der Engel, die als schöne Frauen abgebildet waren, betrifft, so stellte Muhammad (s.a.s.) in Abrede, dass die Engel weder männlich noch weiblich sind. Dann befahl er, all diese Bilder zu vernichten.


Die Götzen, die die Kuraisch anstelle Allahs (t.) anbeteten, waren um die Kaba an ihren Wänden mit Blei befestigt; auf gleiche Weise war Hubal im Innern der Kaba angebracht. Da zeigte der Prophet mit einem Stab in seiner Hand auf all diese Götzen und sagte:
"Und sprich: Die Wahrheit ist gekommen, und das Nichtige ist zugrunde gegangen. Das Nichtige ist fürwahr vergänglich." (17,V.81)

 

Die Säuberung der Kaba von den Götzen

Die Götzen wurden umgestürzt, wodurch das Heiligtum von ihnen gesäubert wurde. Muhammad (s.a.s.) vollendete dadurch am ersten Tag der Einnahme Mekkas, wozu er seit zwanzig Jahren aufgerufen hatte und worin ihn Mekka aufs heftigste bekämpft hatte. Er vollendete die Zerschlagung der Götzen und die Vernichtung des Heiligtums im Heiligtum unter den Augen der Kuraisch. Diese erkannten, dass ihre Götzen, die sie und ihre Väter angebetet hatten, sich selbst weder zu helfen noch Schaden abzuwenden vermochten.

 

Die Furcht der Ansar und ihre Zerstreuung

Die Ansar von den Einwohnern Medinas sahen das alles. Sie sahen, wie Muhammad (s.a.s.) auf dem Hügel As Safa stand und Allah (t.) anrief. Sie glaubten, er könnte Medina zugunsten seiner früheren Heimat verlassen, nachdem Allah (t.) ihm diese nun in die Hand gegeben hatte. Sie redeten untereinander: "Denkt ihr, der Gesandte Allahs (s.a.s.) wird in seinem Land und seiner Stadt bleiben, da Allah ihn sie einnehmen ließ?" Vielleicht waren ihre Befürchtungen sogar berechtigt. Er war der Gesandte Allahs , und in Mekka war die heilige Moschee, das Haus Allahs (t.) . Doch kaum hatte Muhammad (s.a.s.) seine Bittgebete beendet, fragte er sie, über was sie sprächen. Als er nach anfänglichem Zögern ihrerseits von ihren Befürchtungen erfuhr, meinte er: "Allah behüte! Ich lebe, wo ihr lebt, und sterbe, wo ihr sterbt." Damit gab er den Leuten ein Beispiel für die Einhaltung seines Vertrages beim Gelöbnis von Al Akaba und der Treue gegenüber seinen Helfern, die ihm in der Stunde der Not zur Seite gestanden hatten. Eine Vertragstreue, die weder Heimat noch Familie, ja noch nicht einmal Mekka, die heilige Stadt, zum Vergessen verleiteten.


Als die Kaba von den Götzen gesäubert war, wies der Prophet Bilal an, auf ihrem Dach zum Gebet zu rufen. Und die Leute beteten unter der Leitung Muhammads (s.a.s.). Von damals bis heute - eine Zeitspanne von 14 Jahrhunderten! - ließen Bilal und seine Nachfolger ohne Unterbrechung diesen Gebetsruf fünfmal am Tag vom Dach der Moschee Mekkas ertönen. 14 Jahrhunderte hindurch verrichteten die Muslime seitdem die Pflicht des Gebetes zu Allah (t.) und des Segenswunsches für SEINEN Gesandten; mit Herz und Geist Allah (t.) zugewandt und auf dieses Heiligtum ausgerichtet, das Muhammad (s.a.s.) am Tag der Einnahme Mekkas von seinen Götzen und Bildern gesäubert hatte.


Die Kuraisch fügten sich dem, was ihnen passierte. Sie fühlten sich durch Muhammads (s.a.s.) Vergebung für sie beruhigt und betrachteten ihn und die Muslime um ihn herum mit Augen des Erstaunens und der Bewunderung, vermischt mit Furcht und Vorsicht. Eine Gruppe von 17 Männern unter ihnen hatte Muhammad (s.a.s.) jedoch von seiner Barmherzigkeit ausgenommen. Er befahl zur Stunde seines Einzuges nach Mekka ihre Hinrichtung, selbst wenn sie an den Vorhängen der Kaba hängend gefunden würden. Einige von ihnen zogen es vor, sich zu verstecken, während sich andere zur Flucht wandten. Muhammads (s.a.s.) Entscheidung, sie hinrichten zu lassen, lag weder Hass seinerseits oder Wut auf sie zugrunde. Denn er kannte ja keinen Hass. Es war vielmehr wegen schwerer Verbrechen, die sie begangen hatten.


Einer von ihnen, Abdullah Ibn Abu As Sarh, war Muslim gewesen und hatte die Offenbarung für Muhammad (s.a.s.) niedergeschrieben. Er kehrte jedoch als Polytheist zu den Kuraisch zurück und behauptete, er habe die Offenbarung gefälscht, als er sie niedergeschrieben habe.


Abdullah Ibn Chatal war ebenfalls Muslim geworden. Später tötete er einen seiner Sklaven und wandte sich wieder dem Polytheismus zu. Er befahl seinen beiden Dienstmädchen, Fartana und ihrer Gefährtin, Schmählieder gegen Muhammad (s.a.s.) zu singen. Dieser ordnete deshalb an, die beiden mit ihm hinzurichten.
Und schließlich Ikrima Ibn Abu Dschahl, der zu den heftigsten Widersachern Muhammads (s.a.s.) und der Muslime gehörte und seinen Widerstand nicht aufgab, bis die Einnahme Mekkas und der Einmarsch Chalid Ibn Al Walids von seiner Talseite her vollzogen waren.


Muhammad (s.a.s.) befahl nach seinem Einzug in Mekka, dass dort kein Blut vergössen und niemand - außer genannter Gruppe - getötet werden sollte. Deswegen versteckten sich die zu ihr gehörenden Männer und Frauen. Wer von ihnen fliehen konnte, floh

 

Die Vergebung für die Verurteilten

Als sich die Lage beruhigt und die Leute den Langmut des Gesandten und seine Generalamnestie erlebt hatten, hofften einige seiner Gefährten, er würde sogar jenen vergeben, deren Tötung er befohlen hatte.
Uthman Ibn Affan, der ein Milchbruder von Ibn Abu As Sarh war, erhob sich. Er brachte ihn vor den Propheten und bat um Sicherheit für ihn. Muhammad (s.a.s.) schwieg lange, sagte dann ja und gewährte ihm Sicherheit.


Umm Hakim Bint Al Harith Ibn Hischam, die Frau von Ikrima Ibn Abu Dschahl, der in den Jemen geflohen war, wurde Muslimin und bat Muhammad (s.a.s.) um Sicherheit für ihn, die er ihm gewährte. Sie zog aus, ihn zu suchen, und brachte ihn.
Ebenso vergab Muhammad (s.a.s.) Safwan Ibn Umaija, der Ikrima bei der Flucht in Richtung des Meeres, das sie in den Jemen überqueren wollten, begleitet hatte. Sie wurden ergriffen, als das Schiff, das sie übersetzen sollte, gerade im Begriff war, abzulegen. Ferner vergab Muhammad (s.a.s.) Hind, der Frau Abu Sufjans, die die Leber Hamzas, des Onkels des Gesandten, nach dessen Märtyrertod bei Uhud gekaut hatte. So wie er den meisten derer, deren Hinrichtung er befohlen hatte, vergab.

 

Nur vier werden wegen ihrer Verbrechen hingerichtet

Nur vier von ihnen wurden hingerichtet. Darunter Al Huwairith, der gegen Muhammads (s.a.s.) Tochter Zainab bei deren Rückkehr von Mekka nach Medina aufgehetzt hatte. Sowie zwei Männer, die Muslime geworden waren, dann in Medina einen Mord verübt hatten und zum Polytheismus zurückgekehrt sowie nach Mekka geflohen waren. Und außerdem eine der beiden Sängerinnen von Ibn Chatal, die den Propheten mit ihrem Gesang beleidigten. Die andere war geflohen. Später wurde ihr dann Sicherheit gewährt.

 

Die Unverletzlichkeit Mekkas für alle Menschen

Am frühen Morgen des Tages der Einnahme Mekkas stießen die Chuzaa auf einen Polytheisten von den Hudhail und töteten ihn. Da zürnte der Prophet und erhob sich unter den Leuten und sagte: "0 ihr Leute. Allah hat Mekka am Tage, da ER die Himmel und die Erde erschuf, für unverletzlich erklärt. Somit ist es heilig, heilig und nochmals heilig bis zum Tage der Auferstehung. Niemandem, der an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, ist es gestattet, darin Blut zu vergießen oder auch nur eine Pflanze auszureißen. Niemandem vor mir wurde Mekka als erlaubt zugestanden, und niemandem nach mir wird es als erlaubt zugestanden werden. Und es wurde mir nur zu dieser Stunde des Zorns über seine Einwohner als erlaubt zugestanden. Danach kehrte Mekka in seinen gestrigen Zustand des Verwehrtseins zurück. Wer von euch dabei war, soll es dem Abwesenden mitteilen. Wenn zu euch gesagt wird, der Gesandte Allahs hat in Mekka gekämpft, so erwidert, Allah hatte Mekka SEINEM Gesandten als erlaubt zugestanden, aber nicht euch, o ihr von den Chuzaa. Haltet eure Hände vom Töten zurück. Denn da, wo es Nutzen zu bringen scheint, nimmt es leicht überhand. Ihr habt jemanden getötet, und ich werde das Blutgeld für ihn bezahlen. Wenn nach diesen meinen Worten jemand getötet wird, so haben dessen Angehörige die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten: Wenn sie wollen, das Blut seines Mörders, und wenn sie wollen, sein Blutgeld."


Danach bezahlte er das Blutgeld des Mannes, den die Chuzaa getötet hatten. Mit dieser Rede und diesem seinem Verhalten, das zum Großmut und zur Vergebung vom Vortag hinzukam, gewann Muhammad (s.a.s.) die Herzen der Mekkaner entgegen ihren Erwartungen. Sie wandten sich dem Islam zu. Ein Rufer unter ihnen verkündete: "Wer von euch an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, soll keinen Götzen in seinem Haus lassen, den er nicht zerschlägt." Dann sandte er eine Gruppe von den Chuzaa aus, um die die heilige Stadt umgebenden Befestigungen zu reparieren. Dies war den Mekkanern ein weiterer Beweis für sein Empfinden der Heiligkeit der Stadt in seinem Herzen und ließ ihre Liebe für ihn wachsen. Als er ihnen mitteilte, dass sie die beste Gemeinschaft seien, die er liebe, und dass er sie nicht verlassen oder anderen Leuten gleichgesetzt hätte, wenn sie ihn nicht vertrieben hätten, erreichte ihre Verbundenheit mit ihm ihr höchstes Ausmaß.


Abu Bakr kam mit seinem Vater, der am Tag des Aufmarsches auf den Hügel Abu Kubais geklettert war, und führte ihn vor den Propheten. Als Muhammad (s.a.s.) ihn sah, sagte er: "Hättest du doch den alten Mann an seinem Platz gelassen, so dass ich zu ihm gekommen wäre!" Abu Bakr entgegnete: "0 Gesandter Allahs . Es ist angemessener für ihn, dass er zu dir kommt, als dass du zu ihm gehst." Da ließ der Prophet den alten Mann vor sich niedersitzen und strich über seine Brust. Dann sagte er zu ihm: "Werde Muslim." Da wurde er Muslim, und sein Islam war von schöner Art. So nahm der erhabene prophetische Charakter diese Leute ein, die Muhammad (s.a.s.) aufs heftigste erregt hatte und die ihn nun ehrten und hochschätzten. Schließlich wurden die Männer und Frauen der Kuraisch Muslime und legten ihr Treuegelöbnis ab.


Muhammad (s.a.s.) blieb fünfzehn Tage in Mekka, während der er die Angelegenheiten Mekkas ordnete und seine Bewohner in der Religion unterrichtete sowie einen Expeditionstrupp entsandte, um friedlich zum Islam aufzurufen und die Götzen ohne Blutvergießen zu zerschlagen.

 

Chalid Ibn Al Walid bei den Dschadhima

Chalid Ibn Al Walid war nach Nachia gezogen, um Al Uzza, die Göttin der Banu Schaiban, zu zerstören. Als er sie vernichtet hatte, zog er zu den Dschadhima. Als die Leute ihn sahen, griffen sie zu den Waffen. Da forderte Chalid sie auf, sie niederzulegen, zumal sie bereits Muslime geworden waren. Ein Mann von den Dschadhima sagte zu seinen Leuten: "Wehe euch, o Banu Dschadhima! Das ist Chalid. Bei Allah , der Niederlegung der Waffen folgt nur die Gefangenschaft, und der Gefangenschaft folgt nur die Hinrichtung." Seine Leute sagten zu ihm: "Willst du denn unser Blut vergießen! Die Leute sind bereits Muslime geworden. Der Krieg ist beendet und die Leute sind in Sicherheit." Sie ließen nicht ab von ihm, bis er seine Waffen niedergelegt hatte. Da befahl Chalid, sie zu fesseln. Dann tötete er einige von ihnen mit dem Schwert. Als der Prophet davon erfuhr, hob er seine Hände gen Himmel und sagte: "0 Allah , ich spreche mich frei bei DIR von dem, was Chalid Ibn Al Walid getan hat." Dann schickte er Ali Ibn Abu Talib mit der Anweisung zu ihnen: "Zieh zu diesen Leuten und schau nach ihnen und bringe die Dinge der vorislamischen Unwissenheit unter deine Gewalt." Ali zog mit Geld aus, das der Prophet ihm gegeben hatte. Als er die Leute erreicht hatte, bezahlte er das Blutgeld und ersetzte den Vermögensverlust. Als für alles Blut und Geld bezahlt worden war, gab er ihnen sogar den Rest des Geldes, mit dem der Gesandte Allahs ihn losgeschickt hatte. Dies war als Vorbeugemaßnahme für den Gesandten Allahs gedacht für etwas, was er noch nicht wusste.


Während der beiden Wochen, die Muhammad (s.a.s.) in Mekka zubrachte, löschte er alle Spuren des Polytheismus dort aus. Von den Ämtern der heiligen Moschee gingen nur das Wächteramt der Kaba auf den Islam über, das der Prophet Uthman Ibn Talha und seinen Nachkommen zusprach, bis Allah (t.) die Erde und alles, was darauf ist, erben würde - und nur ein Ungerechter kann es ihnen wegnehmen -, sowie die Tränkung der Pilger mit Zamzamwasser, die er seinem Onkel Al Abbas anvertraute.
So nahm die Mutter der Städte den Glauben an und richtete den Leuchtturm des Monotheismus und seine Flagge auf. Sie erleuchtete die Welt Generationen und Jahrhunderte hindurch mit ihrem strahlenden Licht.

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