D Das Leben des Propheten

Quraish1

7- Die Geschichte von den Kranichen

Nach Oben


Rückkehr der Auswanderer aus Abessinien

Die nach Abessinien ausgewanderten Muslime blieben drei Monate, während derer Umar Ibn Al Chattab Muslim wurde. Die Auswanderer hörten, dass als Folge seiner Annahme des Islam die Kuraisch ihre Schädigung Muhammads und seiner Anhänger aufgegeben hätten. Verschiedenen Berichten zufolge kehrten daraufhin viele bzw. sogar alle nach Mekka zurück. Bei ihrer Ankunft sahen sie jedoch, dass die Kuraisch den Muslimen nun mehr nachstellten und sie mit heftigerem Eifer bekämpften als zuvor. Einige von ihnen wanderten erneut nach Abessinien aus, während andere in Mekka oder in der Nachbarschaft Unterschlupf fanden. Es heißt, dass jene, die zurückkehrten, eine Reihe anderer Muslime mit sich nahmen, die bis nach der Hidschra, als sich die Lage für die Muslime in Medina zum Guten wendete, in Abessinien blieben.

Was veranlasste die abessinischen Muslime nach drei Monaten ihres dortigen Aufenthaltes zur Rückkehr? Hier wird die Geschichte von den Kranichen erzählt, die Ibn Sad in seinen "At Tabakat Al Kubra" (1) und At Tabari in "Tarich Ar Rusul Wa Al Muluk" (2) erwähnen. Sie wird auch von vielen muslimischen Kommentatoren und Biographen angeführt. Eine Reihe von Orientalisten greift sie befürwortend auf und setzt sich breit damit auseinander. Die Geschichte von den Kranichen lautet wie folgt:

Muhammad habe, als er sah, wie die Kuraisch ihn mieden und seinen Gefährten Schaden zufügten, sehnsüchtig gesagt: "O wenn mir doch nichts geoffenbart würde, das sie von mir davonlaufen lässt." Er sei an sein Volk herangetreten und auf sie zugegangen und hätte eines Tages bei einem dieser geselligen Treffen um die Kaba mit ihnen gesessen und habe ihnen die Sure An Nadschm rezitiert, bis er die Worte des Erhabenen erreichte: "Habt ihr denn Al Lat und Al Uzza gesehen und Manat, die dritte, die andere?" (3)

Nach Oben

Die erhöhten Kraniche

Danach habe er gelesen: "Dies sind die erhöhten Kraniche. Und auf ihre Fürsprache ist gewiss zu hoffen." Er sei dann mit der Rezitation der Sure fortgefahren und habe sich an ihrem Ende niedergeworfen. Da hätten sie alle mit ihm die Niederwerfung vollzogen. Und nicht einer von ihnen sei mit ihm uneinig gewesen. Die Kuraisch hätten ihre Zufriedenheit über das geäußert, was der Prophet gelesen hatte, und hätten gesagt: "Wir wussten, dass Allah Leben gibt und sterben lässt, erschafft und versorgt. Aber diese Götter legen für uns Fürsprache bei IHM ein. Da du ihnen also einen Anteil gibst, so sind wir mit dir."

So sei die Uneinigkeit zwischen ihm und ihnen beendet worden, und dies habe sich unter den Menschen verbreitet - bis nach Abessinien, woraufhin die Muslime gesagt hätten: "Unsere Sippen sind uns lieber" und zur Rückkehr aufgebrochen seien. Als sie nicht mehr weit von Mekka gewesen wären, hätten sie Reiter von Kinana getroffen, die sie befragten, und sie hätten gesagt: "Er hat unsere Götter positiv erwähnt, und alle folgen ihm." Dann habe er sich von ihnen abgewendet und sei dazu zurückgekehrt, ihre Götter zu beleidigen, worauf sie wieder dazu übergegangen seien, ihm Schaden zuzufügen. Die Muslime hätten sich beraten, und da sie auf das Zusammentreffen mit ihren Angehörigen nicht verzichten wollten, hätten sie Mekka betreten.

Verschiedenen Berichten zufolge, die diese Nachricht bestätigen, hielt sich Muhammad nunmehr davon fern, die Götter der Kuraisch positiv zu erwähnen, denn die Worte der Kuraisch: "Da du unseren Göttern einen Anteil gibst, sind wir mit dir" bedrückten ihn. Als er in seinem Haus saß, kam Gabriel zu ihm, als es Abend ward, und der Prophet legte ihm die Sure An Nadschm vor, und Gabriel fragte: "Habe ich dir diese beiden Worte gebracht?!", wobei er auf "dies sind die erhöhten Kraniche" und auf "und auf ihre Fürsprache ist gewiss zu hoffen" wies. Muhammad sagte: "Ich habe Allah etwas zugeschrieben, was ER nicht gesagt hat!" Dann offenbarte ihm Allah:



"Und beinahe hätten sie dich Versuchungen ausgesetzt hinsichtlich dessen, was WIR dir geoffenbart haben, damit du lügnerisch gegen UNS etwas anderes ersinnst, und dann hätten sie dich gewiss zum besten Freund genommen. Und hätten WIR dich nicht gefestigt, hättest du dich ihnen beinahe ein wenig zugeneigt. Dann hätten WIR dich das Doppelte im Leben und das Doppelte im Tode auskosten lassen, danach hättest du für dich keinen Helfer gegen UNS gefunden." (4)

Aufgrund dessen kehrte er dazu zurück, die Götter der Kuraisch negativ zu erwähnen und sie zu verfluchen, und die Kuraisch nahmen seine Bekämpfung und das Peinigen seiner Gefährten wieder auf.

Nach Oben

 Unsinnigkeit der Geschichte von den Kranichen

Unsinnigkeit der Geschichte von den Kranichen Das ist die Geschichte von den Kranichen, die mehrere Biographen überliefern, auf die mehrere Kommentatoren verweisen und bei der viele der Orientalisten ausführlich verweilen. Es ist eine Geschichte von offenkundiger Unsinnigkeit, die bereits geringe Nachprüfung entkräftet. Sodann ist es eine Geschichte, die bestreitet, dass einem jeden Propheten Unfehlbarkeit in der Übermittlung der Botschaft seines Herrn eigen war. Es ist also erstaunlich, dass sie einige muslimische Biographen und Kommentatoren aufgriffen. Deshalb zögerte Ibn Ishak, als er darüber befragt wurde, nicht zu sagen: "Sie ist gewiss eine Erfindung der Ketzer."

Nach Oben

Argumente der Befürworter

Einige von jenen, die sie aufgreifen, bemühen sich um ihre Rechtfertigung und berufen sich auf die Verse: "Und beinahe hätten sie dich Versuchungen ausgesetzt..." und auf die Worte des Erhabenen:

"Und WIR sandten vor dir keinen Gesandten und keinen Propheten, dem nicht, wenn er den Koran rezitieren wollte, der Satan in seine Rezitation etwas hineinwarf; doch Allah hebt auf, was der Satan einwirft, dann bestätigt Allah SEINE Zeichen, und Allah ist allwissend und allweise. Auf dass ER das, was Satan einwirft, zu einer Versuchung für jene macht, in deren Herzen eine Krankheit ist und deren Herzen verhärtet sind; und wahrlich, die Frevler sind in äußerstem Zwist." (5)

Einige von ihnen erklären das Wort "tamanna" in dem Vers mit der Bedeutung "rezitieren", andere deuten es im allgemein gebräuchlichen Sinn "Wunsch, Verlangen". Diese und jene behaupten - und die Orientalisten folgen ihnen darin -, dass die Peinigung seiner Gefährten durch die Polytheisten den Propheten sehr mitnahm: Als sie einen Teil von ihnen töteten und einen Teil in die Wüste warfen und im Feuer der sengenden Sonne brennen ließen, nachdem sie sie mit Steinen beschwert hatten - wie z.B. bei Bilal -, so dass er sich schließlich genötigt sah, sie zur Auswanderung nach Abessinien aufzurufen. Ferner belasteten ihn sehr stark die Abneigung seines Volkes gegen ihn und ihre Abwendung von ihm. Da er auf ihre Annahme des Islam und ihre Befreiung von der Götzenanbetung bedacht war, ging er auf sie zu, rezitierte die Sure An Nadschm und fügte ihr die Geschichte von den Kranichen hinzu. Als er sich dann niederwarf, warfen sie sich mit ihm nieder und zeigten ihm die Bereitschaft, ihm zu folgen, so lange er ihren Göttern einen Anteil mit Allah gab.

Diesem Bericht verschiedener Biographie- und Exegesebücher fügt Sir William Muir ein Argument hinzu, das er zum Beweis der Richtigkeit der Geschichte von den Kranichen für entscheidend hält. Dass nämlich die Muslime, die nach Abessinien ausgewandert waren, nach ihrer Auswanderung nicht länger als drei Monate dort blieben, während derer der Negus sie aufs Beste schützte. Hätte sie nicht die Nachricht von der Versöhnung zwischen Muhammad und den Kuraisch erreicht, hätte sie nichts zur Rückkehr bewegt, durch die sie mit ihren Angehörigen und ihren Sippen wieder zusammenkommen wollten. Wie konnte es aber eine Versöhnung zwischen Muhammad und den Kuraisch gegeben haben, ohne dass sich Muhammad darum bemüht hätte, zumal er doch in Mekka zahlenmäßig unterlegen war und weniger Macht hatte und seine Anhänger nicht in der Lage waren, sich gegen die Peinigungen der Kuraisch aus eigener Kraft zu wehren?!

Nach Oben

Widerlegung dieser Argumente

Dies sind die Argumente, die jene anführen, die behaupten, die Geschichte von den Kranichen träfe zu; aber es sind schwache Argumente, die keiner Nachprüfung standhalten. Wir beginnen mit der Widerlegung des Orientalisten Muir.

Nach Oben

Gründe für die Rückkehr der Auswanderer

Zwei Gründe veranlassten die Muslime zur Rückkehr von Abessinien nach Mekka: Der erste ist, dass Umar Ibn Al Chattab kurz nach ihrer Auswanderung Muslim geworden war.

1. Umars Annahme des Islam

Umar trat der Religion Allahs mit dem Eifer bei, mit dem er sie zuvor bekämpft hatte. Er verheimlichte seine Zugehörigkeit zum Islam keineswegs; er tat sie vielmehr der Öffentlichkeit kund und bekämpfte die Anführer damit. Er war nicht damit einverstanden, dass die Muslime sich versteckten und sich zu den Außenbezirken Mekkas davonstahlen, um das Gebet fern von den Kuraisch abzuhalten. Er beharrte vielmehr auf dem Bekämpfen der Kuraisch, so dass er sogar bei der Kaba betete und die Muslime mit ihm. Da waren die Kuraisch sicher, dass der Schaden, den sie Muhammad und seinen Gefährten, zufügten, im Begriff war, einen Bürgerkrieg hervorzurufen, dessen Ausmaß und Ausgang niemand kannte.

Es waren Männer von verschiedenen Stämmen und Sippen der Kuraisch Muslime geworden, so dass die Tötung eines von ihnen dessen Stamm aufbringen würde, auch wenn dieser einer anderen Religion angehörte. Es war also unvermeidlich, in der Bekämpfung Muhammads einen Weg zu finden, der sie nicht dieser Gefahr aussetzte. Bis die Kuraisch dazu in der Lage waren, schlössen sie mit den Muslimen einen Waffenstillstand und fügten niemandem etwas zu. Das war es, was den Auswanderern zu Ohren kam und veranlasste, an die Rückkehr nach Mekka zu denken.

 2. Die Revolution in Abessinien

Vielleicht hätten sie mit dieser Rückkehr gezögert, hätte es nicht einen zweiten Grund gegeben, der ihren Entschluss bestärkte: in Abessinien brach nämlich seinerzeit eine Revolution gegen den Negus aus. Seine Religion und was er für die Muslime an Sympathie zeigte waren Teil dessen, was darin an Anklagen gegen ihn erhoben wurde. Die Muslime hofften inständig, Allah möge dem Negus gegen seine Feinde helfen. Sie konnten aber selbst an dieser Revolution nicht teilnehmen, da sie Fremde waren und erst eine kurze Zeit ihres Aufenthaltes in Abessinien vergangen war. Da sie die Nachricht vom Waffenstillstand zwischen Muhammad und den Kuraisch erreicht hatte, einem Waffenstillstand, der die Muslime vor Verfolgung bewahrte, war es besser für sie, den Aufruhr hinter sich zu lassen und zu ihren Angehörigen zurückzukehren. Was sie dann auch taten, zumindest ein Teil von ihnen.

Als sie jedoch Mekka beinahe erreicht hatten, hatten die Kuraisch bereits beratschlagt, wie sie mit Muhammad und seinen Gefährten verfahren sollten. Ihre Sippen hatten eine Übereinkunft getroffen und darüber eine Niederschrift angefertigt. Sie einigten sich auf den völligen Boykott der Banu Haschim: Heirat untereinander und Handel miteinander sollten nicht mehr stattfinden. Mit dieser Niederschrift brach der nichtendenwollende Krieg zwischen den beiden Parteien wieder aus, und diejenigen, die von Abessinien zurückgekehrt waren, kehrten wieder um. Wer sich ihnen anschließen konnte, zog mit ihnen. Diesmal kamen sie in Bedrängnis, weil die Kuraisch versuchten, sie an der Auswanderung zu hindern.

Es war also nicht die Versöhnung, auf die Muir verweist und die die Muslime zur Rückkehr aus Abessinien veranlasste, sondern dieser Waffenstillstand, der als Folge von Umars Übertritt zum Islam und seines Eifers in der Unterstützung der Religion Allahs zustandegekommen war. Die Bestätigung der Geschichte von den Kranichen anhand des Argumentes der Versöhnung ist folglich kein zwingender Beweis.

Nach Oben

Die wahre Bedeutung der Koranverse

Was das von den Biographen und Kommentatoren vorgebrachte Argument der Verse „Und beinahe hätten sie dich Versuchungen ausgesetzt...." sowie „Und WIR sandten vor dir keinen Gesandten und keinen Propheten dem nicht, wenn er den Koran rezitieren wollte, der Satan in seine Rezitation etwas hineinwarf " betrifft, so ist es ein noch unsinnigeres Argument als das von Sir Muir. Und es genügt, dass wir von den ersteren Versen die Worte des Erhabenen erwähnen: "und hätten WIR dich nicht gefestigt, hättest du dich ihnen beinahe ein wenig zugeneigt", um zu erkennen, dass selbst dann wenn der Satan etwas in die Rezitation des Gesandten hineingeworfen hätte so dass er sich ihnen beinahe ein wenig zugeneigt hätte, Allah ihn gefestigt hätte und er es dann nicht getan hätte. Und hätte er es doch getan, hätte Allah ihn das Doppelte im Leben und das Doppelte im Tod auskosten lassen. Das Argument in diesen Versen ist also ein gegenläufiges Argument. Die Geschichte von den Kranichen beinhaltet, dass Muhammad sich in der Tat den Kuraisch zuneigte und sie ihn wirklich abbrachten und er gegen Allah etwas sagte, was ER nicht gesagt hatte. Die Verse hier aber beweisen, dass Allah ihn festigte und er es nicht tat.

Wenn man ebenso bedenkt, dass die Bücher der Koranexegese und Offenbarungsanlässe diese Verse in einem anderen Zusammenhang als dem zur Angelegenheit der Kraniche sehen, dann erkennt man, dass es ein unsinniges ja dürftiges Argument ist, diese Verse in einer Frage zum Argument zu nehmen, das der Unfehlbarkeit der Propheten in der Übermittlung ihrer geoffenbarten Botschaften und der gesamten Geschichte Muhammads zuwiderläuft.

Und was die Verse "Und WIR sandten vor dir keinen Gesandten.. " betrifft, so haben sie erst recht keinen Bezug zur Geschichte von den Kranichen. Abgesehen davon erwähnen sie, dass Allah aufhebt, was der Satan auch immer einwirft und zu einer Versuchung für jene macht, in deren Herzen eine Krankheit ist und deren Herzen verhärtet sind; und dass Allah SEINE Zeichen befestigt und Allah allwissend und allweise ist.

 

Nach Oben

Wissenschaftliche Unhaltbarkeit der Geschichte

Wir gehen nun zu einer wissenschaftlichen Untersuchung der Geschichte über, die ihre Falschheit nachweisen wird.

Das erste, was darauf hinweist, ist die Vielzahl der Formulierungen Wie oben schon erwähnt, wurde folgendes überliefert: "tilkal gharanikul ula wa inna schafaatahunna latutardscha".

Nach Oben

Vielzahl der Formulierungen

Einige geben sie so wieder: "al gharanikul ula inna schafaatahum tutardscha , und andere berichten "inna schafaatahum tutardscha" ohne "al gharaniku (die Kraniche; der Übersetzer) zu erwähnen. In einem vierten Bericht heißt es: "wa innaha lahija al gharanikul ula" und in einem fünften: wa inna schafaatahunna lahija allati tutardscha". In manchen Hadith-Büchern werden noch andere als diese fünf Überlieferungen erwähnt. Diese Vielzahl von Berichten weist darauf hin, dass der Hadith erfunden ist. Und dass die Ketzer ihn erfunden haben, wie Ibn Ishak sagt, und dass er Zweifel an der Wahrhaftigkeit von Muhammads Übermittlung der Botschaft seines Herrn bezweckt.

Nach Oben

Der Verlauf der Sure An Nadschm weist die Berichte zurück

Einen anderen, noch stärkeren und stichhaltigeren Beweis bildet der Verlauf der Sure An Nadschm, der die Geschichte mit den Kranichen gar nicht zulässt. Die Worte des Erhabenen lauten wie folgt:

"Er hatte fürwahr von den Zeichen seines Herrn die größten gesehen. Habt ihr denn Al Lat und Al Uzza gesehen und Manat, die dritte, die andere? Ist denn für euch das Männliche und für IHN das Weibliche? Dies wäre dann eine ungerechte Teilung. Doch es sind nur Namen, die ihr ihnen gabt - ihr und eure Väter -; Allah hat für sie keine Vollmacht herabgesandt; sie folgen nur einem Wahn und dem, was sie selbst begehren; und zu ihnen ist von ihrem Herrn die Rechtleitung bereits gekommen." (6)

Dieser Kontext macht klar, dass Al Lat und Al Uzza Namen sind, die ihnen die Götzendiener und ihre Väter gaben, ohne dass Allah dazu eine Vollmacht herabgesandt hätte. Wie sollte es dann möglich sein, dass die Sure wie folgt lautet: "Habt ihr denn Al Lat und Al Uzza gesehen und Manat, die dritte, die andere? Dies sind die erhöhten Kraniche. Und auf ihre Fürsprache ist gewiss zu hoffen. Ist denn für euch das Männliche und für IHN das Weibliche? Dies wäre dann eine ungerechte Teilung. Doch es sind nur Namen, die ihr ihnen gabt - ihr und eure Väter -; Allah hat für sie keine Vollmacht herabgesandt."? Ein solcher Verlauf enthält Fehlerhaftigkeit, Unstimmigkeit und Widersprüchlichkeit; er preist Al Lat, Al Uzza und Manat, die dritte und andere, und verurteilt innerhalb von vier aufeinanderfolgenden Versen, was kein Verstand billigen und kein Mensch sagen würde. Es besteht somit kein Zweifel, dass der Hadith von den Kranichen lügnerisch ersonnen wurde, von den Ketzern für ihre Zwecke erfunden. Wer alles Unverständliche hinnimmt und wessen Verstand anerkennt, was kein logisch denkender Geist hinnimmt, der erkennt ihn als wahr an.

 

Nach Oben

Das sprachliche Argument

Ein anderes Argument, das der verstorbene Al Ustadh Schaich Muhammad Abduh anführte, ist: es kommt weder in der Poesie noch in den Reden der Araber vor, dass sie ihre Götter als Kraniche bezeichnen. Von niemandem wird überliefert, dass diese Bezeichnung in ihrer Sprache geläufig war. Vielmehr tauchen "Al Gharnuk" und "Al Gharnik" als Namen für einen schwarzen oder weißen Wasservogel und als Bezeichnung für einen schönen, blonden Jüngling auf. Nichts davon passt auf die Vorstellung von den Göttern oder auf ihre Beschreibung durch die Araber.

Nach Oben

Die Aufrichtigkeit Muhammads widerlegt die Geschichte

Es bleibt ein weiteres stichhaltiges Argument aus dem Leben Muhammads selbst, das wir als Beweis für die Unmöglichkeit dieser Geschichte von den Kranichen anführen. Denn schon in seiner Kindheit und seiner Jugend war ihm nie eine Lüge vorgehalten worden, so dass er "Al Amin" genannt wurde, bevor er sein fünfundzwanzigstes Lebensjahr erreicht hatte. Seine Wahrhaftigkeit war bei allen unbestritten, so dass er eines Tages nach seiner Entsendung die Kuraisch fragte: "Was meint ihr, wenn ich euch mitteilte, eine Reiterschar sei am Fuße dieses Berges, würdet ihr mir glauben?" Ihre Antwort war: "Ja! Du wirst bei uns wegen nichts verdächtigt, und wir haben von dir niemals eine Lüge gehört."

Wie kann man für wahr halten, dass der Mann, der für seine Wahrhaftigkeit gegenüber den Menschen von früher Jugend bis ins Alter bekannt war, Allah etwas zuschreiben würde, was ER nicht gesagt hatte; und dass er die Menschen fürchten würde, wo Allah doch ein größeres Recht hat, dass er IHN fürchtete! Dies ist etwas Unmögliches, was diejenigen erkennen, die diese starken, ausgezeichneten Seelen studiert haben, die eine Unbeugsamkeit in der Wahrheit kennen und sich nicht wegen irgendeiner Erwägung verstellen. Wie verstehen wir Muhammads Worte, wenn die Kuraisch die Sonne in seine Rechte und den Mond in seine Linke legten, damit er diese Sache aufgäbe oder er sonst sterben würde, dass er es nicht täte! Wie, wenn er Allah etwas zuschriebe, was ER ihm nicht geoffenbart hatte, und es sagte, um dadurch die Grundlage der Religion zu entkräften, mit der ihn Allah als Rechtleitung und Freudenbotschaft für die ganze Welt entsandt hatte!

Wann also wandte er sich den Kuraisch zu, um ihre Götter zu loben? Nach zehn Jahren oder dergleichen nach seiner Entsendung, nachdem er und seine Gefährten um der Botschaft willen an Schaden und Opfern einiges ertragen hatten? Nachdem Allah den Islam durch Hamza und Umar gestärkt hatte und die Muslime in Mekka zu einem Machtfaktor zu werden begannen und die Kunde über sie sich bis zu allen Arabern, nach Abessinien und in verschiedene Teile der Welt verbreitet hatte? Eine solche Aussage ist schwachsinnig und eine wahnwitzige Lüge. Jene, die sie erfanden, merkten, dass sie mit Leichtigkeit aufgedeckt werden könnte, und wollten sie mit den Worten verhehlen: Kaum hatte Muhammad die Worte der Kuraisch gehört, dass er ihren Göttern einen Anteil gegeben hatte, als ihm das unerträglich wurde, so dass er am ersten Abend in seinem Haus, als Gabriel zu ihm kam, reuig zu Allah umkehrte.

Dieses Verschleiern ist jedoch noch geeigneter, sie bloßzustellen. So lange die Angelegenheit Muhammad unerträglich wurde, sobald er die Worte der Kuraisch hörte, wäre es dann nicht angemessener gewesen, dass er sofort zur Offenbarung zurückgekehrt wäre! Und wäre es nicht angemessener für ihn gewesen, dass die Offenbarung ihm das Richtige in den Mund gelegt hätte! Die Grundlage für die Geschichte mit den Kranichen ist also nichts als eine Erfindung einer Gruppe derer, die nach Ablauf der Frühzeit des Islam durch hinterlistige Machenschaften dem Islam Abbruch tun wollten.

Nach Oben

 Eine Lüge gegen die monotheistische Lehre

Verwunderlich ist die Dreistigkeit dieser Verleumder, dass sie sich mit dieser Lüge der wichtigsten aller Fragen des Islam zuwandten: dem Monotheismus! In einer Sache, die den Menschen zu verkünden Muhammad vom ersten Augenblick an entsandt worden war, in der er von jenem Augenblick an zu keinem Kompromiss bereit war und von der ihn nichts abbringen konnte, was die Kuraisch ihm auch unterbreiteten: dass sie ihm an Geld gäben, was er wolle, und ihn zum König über sie machen wollten. Sie boten ihm dies an, als nur wenige der Mekkaner zu seinen Anhängern zählten. Die Peinigung seiner Gefährten durch die Kuraisch konnte ihn nicht dazu veranlassen, den Ruf zur Sache seines Herrn den Menschen nicht mehr zu verkünden. Die Wahl dieses Themas seitens der Verleumder, bei dem die Unnachgiebigkeit Muhammads das Äußerste von dem erreichte, was wir von ihm an Unnachgiebigkeit kennen, weist auf eine unbegreifliche Unverfrorenheit hin. Es beweist gleichzeitig, dass jene, die dazu neigten, ihnen zu glauben, in etwas getäuscht wurden, worin sich niemand täuschen lassen darf.

Es gibt folglich keinerlei Grundlage für die Geschichte von den Kranichen und keine Beziehung zwischen ihr und der Rückkehr der Muslime aus Abessinien. Sie kehrten vielmehr - wie wir bereits erwähnten - zurück, nachdem Umar Muslim geworden war und den Islam stärkte und die Kuraisch zu einem Waffenstillstand mit den Muslimen gezwungen worden waren. Und sie kehrten zurück, als in Abessinien eine Revolution ausbrach, deren Ausgang sie fürchteten. Als die Kuraisch von ihrer Rückkehr erfuhren, nahmen ihre Befürchtungen zu, dass die Sache Muhammads unter ihnen an Gewicht gewinnen könnte, und sie beratschlagten, was sie tun sollten. Als Ergebnis legten sie ein Schriftstück nieder, in dem sie unter anderem beschlossen, mit den Banu Haschim weder Heirats- noch Handelsbeziehungen noch sonstigen Umgang zu pflegen, so wie sie sich untereinander einigten, Muhammad zu töten, sofern sie es vermochten.

 

 


(1) Anmerkung des Übersetzers:

"Die großen Klassen", eine Abhandlung über die verschiedenen Klassen der Gefährten des Propheten.

(2) Anmerkung des Obersetzers:

"Die Geschichte der Gesandten und Könige".

(3) Anmerkung in der englischen Fassung: Koran, Sure 53. Verse 19-20.

(4) Anmerkung in der englischen Fassung: Koran. Sure 17. Verse 73-75.

(5) Anmerkung in der englischen Fassung: Koran, Sure 22. Verse 52-53.

(6) Anmerkung in der englischen Fassung: Koran. Sure 53, Vene 18-23.

Auch interessant

Spende für Weg zum Islam
Pixel
Live Konvertierung zum Islam

Newsletter

Abonnieren Sie unseren Newsletter und erfahren Sie die neusten Beiträge immer als erstes!.

Unsere Facebook Seite

Meistgelesene Artikel


 

Suche