D Die faszinierende Lebensgeschichte des letzten Propheten

21- Hafsas Hochzeit

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Fatima, die damals etwa zwanzig Jahre alt war, war über den Tod ihrer Schwester Ruqayya sehr unglücklich; sie weinte und weinte. Der Prophet versuchte, sie zu trösten und trocknete ihre Tränen.

Schon bald darauf heiratete Fatima Ali. Ali verdiente Geld als Wasserträger und Fatima mit dem Mahlen von Korn. Nach ihrer Heirat erfuhr Haritha, der ein Haus direkt neben der Moschee besaß, dass der Prophet seine Tochter gerne in seiner Nähe hätte. Deshalb schenkte er ihm sein Haus.

Nicht lange danach starb Hafsas Mann Chunais Bin Hadhafa aus dem Stamme der Quraisch. Chunais hatte an beiden Auswanderungen der Muslime nach Abessinien und Medina teilgenommen und wurde zu den engen Gefährten des Propheten gezählt. Nachdem er in der Schlacht von Uhud verwundet worden war, starb er in Medina. Er hinterließ Hafsa, die Tochter des Umar Bin Al-Chattab, als Witwe.

Nach dem Tod ihres Mannes kehrte Hafsa in das Haus ihres Vaters zurück. Dort verbrachte sie traurig ihre Tage – bekümmert, dass ihre Jugend einsam und abgeschieden verrann.

Dies bereitete ihrem Vater große Sorge. Nachdem er ihre Trauer über sechs Monate mit angesehen hatte, entschloss er sich, ihr einen Ehemann zu suchen. Dabei dachte er an seinen Freund Abu Bakr, der zugleich der erste Gefährte des Propheten und dessen Schwiegervater war. Abu Bakr war ein erfahrener Mann von gütigem Charakter, ruhig und zuverlässig; er würde Hafsa ohne Zweifel gut behandeln und die Trauer der Witwenschaft von ihr nehmen.

Auch meinte Umar, dass eine Ehe mit Abu Bakr ihn dem Propheten näherbringen würde. Nachdem er dies alles überdacht hatte, gab es für ihn kein Zögern mehr. Er ging zu Abu Bakr und sprach mit ihm über seine Hoffnungen für Hafsa.
Doch Abu Bakr, der ihm schweigend zuhörte, kam dem Vorschlag mit keinem Wort entgegen. Die Ablehnung Abu Bakrs, Hafsa zu heiraten, traf Umar sehr. In Zorn und tiefer Sorge verließ er das Haus Abu Bakrs.

Doch brachte ihn dies nicht von seinem Vorhaben ab; er ging zum Hause Uthman Bin Affans. Uthman Bin Affan war mit Ruqayya, der Tochter des Propheten, verheiratet gewesen. Doch war Ruqayya gleich nach der Schlacht von Badr, kurz nach ihrer Rückkehr von der Auswanderung nach Abessinien, in Medina gestorben.

Uthman war daher schon längere Zeit Witwer. Wegen seines guten Charakters, seiner Frömmigkeit und seiner Stellung zu Muhammad als dessen Schwiegersohn war er hochangesehen; auch war er bekannt für seine Schamhaftigkeit. [280] Nachdem Umar dies alles überdacht hatte, bot er Uthman Hafsa zur Ehe an. Uthman zögerte mit seiner Antwort und bat Umar um einige Tage Bedenkzeit. Danach zog er sich mit den Worten zurück: „Ich will jetzt nicht heiraten.“

Diese erneute Kränkung seiner Ehre und die Sorgen um seine Tochter verletzten Umar umso tiefer, als er die Ablehnung durch Abu Bakr noch nicht verwunden hatte.



Umar war zornig und konnte nicht verstehen, wie gläubige und gute Freunde seine Tochter Hafsa, die jung, gläubig und von gutem Charakter war, ablehnen konnten, zumal er selbst als ihr Vater eine Stütze des Islams war und aus edlem Geschlecht stammte.

Umar wollte wissen, warum Abu Bakr und Uthman seine Tochter zurückgewiesen hatten. Er ging zum Propheten, um ihm seine Sorge vorzubringen. Der Prophet merkte sogleich, dass Umar aufgebracht war und fragte, was ihn so getroffen habe. Umar rügte das Verhalten Abu Bakrs und Uthmans.

Der Prophet lächelte und antwortete ihm: „Hafsa wird den heiraten, der besser als Abu Bakr und Uthman ist, und Uthman wird die heiraten, die besser als Hafsa ist“, womit er seine eigene Tochter Umm Kulthum meinte.

Diese Worte erstaunten Umar, denn wer anders als der Prophet konnte besser als Abu Bakr und Uthman sein? Er verstand das Angebot des Propheten, seine Tochter zu heiraten. Dies war eine Ehre, die Umar selbst nie zu wünschen gewagt hätte. Voller Freude und befreit von seiner Sorge gratulierte er dem Propheten zu dessen Entschluss.

Er eilte hinaus, um allen Leuten seine Freude über die Verlobung zu verkünden und ihre Glückwünsche entgegenzunehmen. Dann stürmte er nach Hause, um seiner Tochter die frohe Botschaft zu übermitteln, und sie freute sich mehr als alle anderen darüber.

Auf dem Weg begegnete ihm Abu Bakr, der seine Freude bemerkte und erriet, was die Ursache war. Entschuldigend und zugleich gratulierend streckte Abu Bakr ihm die Hand entgegen und sprach:

„O Umar, sei nicht traurig meinetwegen, denn der Prophet hatte bereits zuvor von einer Heirat mit Hafsa gesprochen, und ich konnte das Geheimnis des Propheten nicht verraten!“ [281]

Aischa brachte der Beteiligung der anderen Ehefrauen am Leben Muhammads Verständnis entgegen, denn sie war, wie die anderen Gläubigen, der Überzeugung, dass der Gesandte Allahs seine Ehen im Rahmen der Ausübung und Förderung seiner Botschaft schloss.


Fußnoten

[280] Aischa berichtet, dass Abu Bakr eines Tages zum Propheten kam und dann Umar; der Prophet änderte seine Sitzstellung nicht. Dann kam Uthman, und Muhammad richtete seine Kleider und seine Sitzstellung. Als sie weg waren und Aischa nach dem Grund fragte, antwortete der Prophet, wie könne er sich vor einem Mann nicht schämen, vor dem die Engel sich schämen. Abu Huraira berichtete: „Der Prophet sagte: Der Glaube besteht aus mehr als siebzig Bestandteilen, und die Schamhaftigkeit (Haya´) ist einer der Bestandteile des Glaubens“. (Sahih Muslim, Hadith 50).

[281] Sahih Buchari 4005.

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