P Prophet im Überblick

Die Nacht- und Himmelsreise (Al-Isra' wal Mi'radsch)

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Vorwort

In diese Zeit fallen AI-Isra' und AI Mi'radsch (1) . Muhammad befand sich in der Nacht von Al-Isra' im Hause seiner Base Hind, der Tochter von Abu Talib, deren Beiname Umm Hani war. Hind sagte: "Der Gesandte Allahs übernachtete in dieser Nacht bei mir in meinem Haus und betete das Nachtgebet, dann schliefen er und wir. Kurz vor der Morgendämmerung weckte uns Allahs Gesandter. Nachdem er mit uns das Morgengebet gebetet hatte, sagte er: 'O Umm Hani, ich betete mit euch das Nachtgebet, wie du sahst, an diesem Ort, dann ging ich zum Baitul Makdis (2) und betete darin; dann habe ich soeben mit euch das Morgengebet gebetet, wie ihr seht.' Ich sagte zu ihm: 'O Prophet Allahs, erzähle den Menschen nichts davon, damit sie dich danach nicht der Lüge bezichtigen und dir schaden.' Er sagte: 'Bei Allah, ich werde es ihnen erzählen.' "

Es ist uns nach den ältesten Quellen* überliefert, daß dem heiligen Propheten, nachdem er in Jerusalem gebetet hatte, eine wunderschöne Leiter gebracht wurde, die ihn zum Himmelstore hinaufführte, sodann wurde er vom Engel Gabriel durch alle sieben Himmel geführt.

Im untersten Himmel erblickte er unseren Vater Adam (as), an dem die Seelen der Verstorbenen vorüberzogen. Dieser urteilte über die Guten: „Eine gute Seele aus einem guten Körper!“, während er über die Schlechten mit finsterem Gesicht sprach: „Wie abscheulich! Eine schlechte Seele aus einem schlechten Körper!“

Und Muhammad (s) begegnete Jesus und Johannes im zweiten Himmel. Im dritten Himmel traf er auf Joseph, den Sohn Jakobs, im vierten Himmel Idrîs. Im fünften Himmel staunte er über die Schönheit des Aaron, des Sohnes des Imrân, im sechsten Himmel fand er Moses vor, einen Mann von dunkler Farbe und großem Wuchs mit gekrümmter Nase.

Im siebten Himmel schließlich sah er einen Mann beim Tor zum Paradiese sitzen, durch das jeden Tag siebzigtausend Engel eintraten, die erst am Tag der Auferstehung wiederkehren, ein Mann, der ihm außerordentlich ähnlich sah. Der Engel Gabriel sagte ihm, daß es Abraham sei – der Friede sei auf ihnen allen.

Und sie betraten das Paradies. Im siebten Himmel wurde der heilige Prophet zu Allâh dem Allmächtigen gebracht, der ihm pro Tag fünfzig Gebete zur Pflicht machte. Als er auf dem Rückweg an Moses vorbeikam, schickte dieser ihn zurück mit den Worten: „Das Gebet ist eine schwere Last, und dein Volk ist schwach. Bitte deinen Herrn um Erleichterung.“ Und er schickte ihn noch einmal und noch einmal, sooft zurück, bis der Allbarmherzige die Anzahl der Gebete auf fünf verringert hatte. Als Moses ihn ein weiteres Mal zurückschicken wollte, schämte sich Muhammad, die Bitte nochmals vorzutragen und versprach dafür: „Jedem von euch, der diese fünf Gebete gläubig und ergeben verrichtet, werden sie wie fünfzig Gebete vergolten werden.“

Nachtreise Und Himmelsreise (621n. Chr.)


Die Hadîthe über ’Isrâ’ und Mi‘râj, „Nachtreise“ und „Himmelsreise“ des Propheten Muhammad (s), sind überliefert von Ibn ‘Abbâs und vielen anderen Prophetengefährten, von Khalif ‘Umar, Khalif ‘Alî, Ibn Mas’ûd, Ibn ‘Umar, Abû Hurairah, Anas, Jabir, ‘A’îshah bint Abû Bakr und Umm Hâni’ – möge Allâh mit ihnen allen zufrieden sein.

– ’Isrâ’ (von arab. sarâ, laufen in der Nacht) bedeutet des heiligen Propheten „Nachtreise“ von Mekka nach Jerusalem, mi‘râj (von arab. ‘araja, hinaufsteigen) ist sein Aufstieg in die sieben Himmel mittels der himmlischen Leiter, auf der der Erzengel Jibrîl (as) ihn führte.

Ibn Qutaiba (gest. 267 H.), Ibn Abdalbar (gest. 463 H.), Ibn Rafî und Al-Nawawi haben nachgewiesen, daß die beiden Ereignisse im Monat Rajab stattfanden. Allamah ‘Abdul Gani Mugaddsi und Fagi Muhaddith Abû Muhammad al-Hussein Ibn Mas‘ûd Al Bagwi Shafî, Musnnif und Mualim ul-Tauzil bestätigen, daß es am 27. Rajab war.



Großsheikh ‘Abdullâh ad-Daghistânî – möge Allah seine Seele heiligen – berichtet, während des Lebens des heiligen Propheten Muhammad (s) auf dieser Welt habe das Ereignis der mi‘râj 12000 mal stattgefunden. Das bedeutet, daß der heilige Prophet (s) 12000 mal von Seinem Herrn in die Göttliche Gegenwart eingeladen worden ist. Und nachdem er diese Welt verlassen hatte, ging er für immer in die Göttliche Gegenwart Allâhs des Allmächtigen ein, worin er bleiben wird bis zum Tage des Gerichts, von da ab er mit Seinem Herrn sein wird in Ewigkeit.

Ibn ‘Abbâs, möge Allâh mit ihm zufrieden sein, erzählte das folgende: Ich hörte den heiligen Propheten Muhammad (s) sagen: „Wir waren im Hause von Umm Hâni’, möge Allâh mit ihr zufrieden sein, der Tochter von Abû tâlib. Ihr richtiger Name ist Fakita. Es war Montag nacht am 27. des Monats Rajab im achten Jahr der Prophetenschaft. ... Es klopfte an der Tür. Fâtima ging hinaus, um zu sehen, wer es war. Als sie die Tür öffnete, traf sie einen Mann an, der sehr gut gekleidet war und zwei grüne Flügel hatte. Seine Flügel erstreckten sich von Osten nach Westen. Auf dem Kopf hatte er eine Krone, die mit Perlen und Edelsteinen besetzt war und auf der geschrieben stand: Lâ ilâha illâ llâh Muhammadur Rasulullâh.

Fâtima fragte den Mann: „Zu wem wollt Ihr?“

Der Mann antwortete: „Ich will zu Muhammad (s).“

Muhammad (s) trat sogleich hinaus und verstand, daß die Person niemand anderes als der Erzengel Jibrîl (as) war.

Jibrîl (as) sagte: „O mein Geliebter, komm und lege reine Kleidung an und beruhige dein Herz! Wahrlich, in dieser Nacht ruft dein Herr, Allâh der Allmächtige, dich, Er, der niemals schlummert noch schläft.“

Von Malik bin Sa’Sa’a radiya llâhu anhu wird berichtet, daß, als Muhammad (s) in Glückseligkeit hinaustrat, die Engel seine Brust öffneten, sein Herz herausnahmen und es in Zam Zam-Wasser wuschen, es dann mit Glauben und Weisheit aus einem goldenen Gefäß anfüllten und es dann in seine geheiligte Brust zurücklegten.

Der heilige Prophet fuhr fort: „Dort auf dem Feld traf ich auf ein pferdeähnliches Tier, genannt Burâq, an Jibrîls (as) Seite. Es ist ein Tier, das keine Ähnlichkeit mit anderen Tieren hat. Es ist kleiner als ein Maultier, größer als ein Esel und hat eine weiße Farbe. Es hatte ein menschliches Gesicht und war das schönste Tier im Vergleich zu allen Geschöpfen dieser Welt. Seine Mähne war mit Perlen geschmückt und seine Ohren mit grünen Smaragden. Seine Augen sahen wie Sterne aus und strahlten wie die Sonne. Dieses Tier kann durch niemanden gepriesen werden, es sei denn durch Allâh den Allmächtigen. Als ich dieses Tier sah, war ich erstaunt über seine große Schönheit. Ruhm sei Allâh.“

Burâq scheute, den Propheten aufsitzen zu lassen, wurde dann aber von Jibrîl zurechtgewiesen: „Beruhige dich, o Burâq, du solltest dich schämen, vor dem Meister der Geschöpfe davonzulaufen. Dem, der in der Sicht Allâhs der beste ist und besser als die gesamte Schöpfung.“ Muhammad mußte Burâq darauf versprechen, daß er am Tage des Gerichts für ihn Fürsprache einlegen und ihm die Ehre erweisen werde, sich auf seinem Rücken tragen zu lassen.

Der heilige Prophet Muhammad fuhr fort: „Der Burâq rief mich, und ich stieg auf. Wir begannen unsere Reise mit großer Geschwindigkeit mitten durch den Himmel, bis wir einen bestimmten Platz erreichten, wo Jibrîl mich absteigen und gemäß der Überlieferungen des Propheten Ibrâhîm (as) zwei Raka‘ât beten hieß.“ Der Platz war Wad al-Aqiq in der Wüste.

Der heilige Prophet (s) fuhr fort: „Dann bestieg ich Burâq, und wir setzten unsere Reise fort. Als wir weiterritten, hörte ich eine Stimme zu meiner rechten Seite, die sagte: ‚Halt, o Muhammad, laß mich dir und deiner Gemeinde einen Rat geben.‘ Aber ich achtete nicht darauf und setzte meine Reise fort, ohne anzuhalten oder hinter mich zu schauen, und es war Allâhs Barmherzigkeit auf mir und meiner Gemeinde. Als wir unsere Reise fortsetzten, hörte ich einen anderen Ruf zu meiner linken Seite, die rief: ‚Halt, o Muhammad! Laß mich dir und deiner Gemeinde einen Rat geben.‘ Wieder schenkte ich keine Aufmerksamkeit und setzte meine Reise fort, ohne anzuhalten oder hinter mich zu schauen. Und es war auch Allâhs Barmherzigkeit auf uns. Als wir weiterreisten, traf ich eine Frau mit gestriegeltem Haar, die sich sehr schön mit Juwelen, Perlen und Rubinen geschmückt hatte. Allâh hatte sie in großer Schönheit erschaffen. Diese Frau rief mich und sagte: ‚Halt, o Muhammad! Laß mich dir und deiner Gemeinde einen Rat geben.‘ Wir hielten nicht an, sondern setzten vielmehr unsere Reise fort, bis wir Jerusalem erreichten, und dies war wieder Allâhs Barmherzigkeit an mich und meine Gemeinde. Dort sah ich einen jungen hübschen Mann zu meiner Rechten. Als der Jüngling mich sah, kam er mir entgegen. Dieser junge Mann grüßte mich und umarmte mich und verschwand dann.“

Da fragte der heilige Prophet Muhammad (s) Jibrîl (as) nach einer Erklärung zu den Rufen, die er auf seinem Weg von Mekka nach Jerusalem gehört hatte.

Jibrîl (as) antwortete: „O Muhammad (s), der erste Ruf war von den Christen. Siehe! Wenn du ihnen geantwortet hättest, würde deine gesamte Gemeinde nach dir Christen werden.

Während der zweite Ruf von den Juden kam. Siehe! Wenn du ihnen geantwortet hättest, würde deine gesamte Gemeinde nach dir Juden werden. Die geschmückte Frau schließlich war die materielle Welt.

Und siehe! Wenn du ihrem Ruf geantwortet hättest, dann würde die Gesamtheit deiner Gemeinde diese zeitliche und materielle Welt statt des Ewigen und des Jenseits wählen. All diese Rufe kamen aus der Wüste in der Hölle aus einer Entfernung von 500 Jahren.“

Muhammad (s) fragte: „O mein Bruder Jibrîl (as), und was ist mit dem Jüngling, der mich grüßte?“

Jibrîl antwortete: „O Geliebter Allâhs, dieser Junge ist die Religion Allâhs des Allmächtigen, und wahrlich, deine Gemeinde wird bei dieser Religion bleiben und daran festhalten bis zum Tage des Gerichte. Al-hamdu lillâh.“

Dann führte Jibrîl Muhammad (s) in den Bayt al-Maqdis, wo er ihn zwischen einem Glas Wein, Wasser und Milch wählen ließ. Nachdem er die Milch gewählt und einen Teil davon getrunken hatte, sagte Jibrîl:

„Siehe, hättest du den Wein genommen, wäre deine gesamte Gemeinde vom rechten Weg abgekommen. Und siehe! Hättest du Wasser genommen, dann wäre wahrlich deine ganze Gemeinde verlorengegangen. Und siehe! Hättest du das ganze Glas Milch ausgetrunken, dann würde am Tag des Gerichts keiner von denen, die dir folgen, jemals in die Hölle eingetreten sein.“

Als Muhammad dies hörte, ersuchte er Jibrîl um einen Wunsch, indem er sagte: „O mein Bruder Jibrîl, gib mir das Glas Milch zurück, damit ich es ganz austrinken kann.“

Aber Jibrîl wies dies zurück und sagte: „Das kann nicht sein, o Muhammad! Das Gebot ist ausgesprochen, und die Feder hat geschrieben.“

Worauf Muhammad hinzufügte: „All dies ist in das Göttliche Buch der Geschicke geschrieben worden, das Buch Allâhs des Allmächtigen.“

Nach einigen anderen Quellen, berichtet von Bahiqi, Muslim und Nashruttîb, war es hier in Bayt al-Maqdis, Jerusalem, in der Al-Aqsa Moschee, daß sich alle früheren Propheten und Gesandten, angefangen von Adam bis ‘Îsâ, möge Allâh sie alle segnen, sich versammelt hatten in Erwartung der Ankunft des Propheten Muhammad (s). Bei seiner Ankunft erscholl der Ruf zum Gebet (âdhân), nach dem sich die Versammlung der Propheten, Gesandten und Engel in geordneten Reihen aufstellte und das gemeinsame Gebet hinter Muhammad als ihrem Imâm betete. Nach den Gebeten trugen die früheren Propheten und Gesandten ihre jeweiligen Predigten vor. Schließlich war der heilige Prophet Muhammad, der Stolz der Schöpfung, an der Reihe, und er sprach:

„Aller Preis sei Allâh, Der mich zu einer Barmherzigkeit für die Welten machte, einem, der den Menschen gute und schlechte Neuigkeiten bringt. Er gab mir den Qur’ân, welches ein vollständiges Buch der Führung ist, und ließ meine Nachfolger eine gemäßigte Gemeinde sein, die die ersten im Rang sind und die letzten in der Zeit. Er half mir bei meiner Aufgabe und Arbeit und ehrte meinen Namen und mein Andenken. Er ließ mich an Licht und Seele der erste sein und der letzte, der erscheint.“

Als der heilige Prophet Ibrâhîm (as) dies hörte, sagte er zu allen: „Was dies betrifft, so hat der geliebte Muhammad (s) euch alle an Rang, Ehre und Stufe übertroffen.

Aus diesen Gründen ist der heilige Prophet Muhammad (s) auch bekannt als der Imâm ul-Anbiyâ’, welches bedeutet, Meister der Gesandten und Propheten. Später traf er die Propheten einzeln in den Himmeln. 

Wunder der Nachtreise und der Himmelfahrt

Dies ist ein Wunder, das Allah dem Propheten zum Trost schenkte, weil innerhalb kurzer Zeit erst seine geliebte Gemahlin Hadiga und dann sein Onkel, die ihm immer Halt und Unterstützung gegeben hatte, verstarben. Einer Überlieferung zufolge verbrachte der Prophet jene Nacht im Hause seiner Tante Ummu Hany; sie berichtet, dass er ihr von seiner Reise erzählte, als sie ihn zum Frühlichtgebet weckte; nach einer anderen Quelle bemerkte seine Gattin ‘A'isha Muhammads Verschwinden, und die Banu ‘Abd al-Muttalib suchten ihn überall vergebens.

Dagegen, dass es sich um eine echte Abwesenheit handelt und nicht nur um eine geistige Reise oder einen Traum steht eine umstrittene Überlieferung ‘A'ishas, die da lautet: "Sein Körper wurde nicht vermißt, sondern Gott ließ seinen Geist reisen.", sowie die Auslegung des Wortes "Ru'ia" [17:62] als 'Traumgesicht" statt "Vision". Doch schon at-Tabari räumt jeden Zweifel daran aus dem Weg:

· Der Prophet tritt seine Reise auf einem Reittier an, das seinem Führer Gibril folgt.

· Es wird ausdrücklich gesagt, dass Allah seinen Diener reisen läßt und nicht nur seinen Geist.

· Die Mushrikin hätten sich nicht so vehement dagegen gewehrt, ihm zu glauben, wenn es sich nur um einen Traum gehandelt hätte, da im Traum alles möglich ist.

In der Tat handelt es sich hierbei um ein Wunder, an dem sich sprichwörtlich die Geister scheiden: Einige Menschen, die sich zuvor zum Islam bekehrt hatten, fielen nun wieder vom Glauben ab, weil ihnen dieses Wunder zu unglaublich erschien. Sie suchten Abu Bakr auf und fragten ihn sarkastisch: "Hast Du nicht gehört, was dein Freund (nun schon wieder) behauptet?"

Abu Bakr hatte das Wunder noch nicht vernommen, und als sie ihm davon berichteten, sagte er: "Wenn er das tatsächlich gesagt hat, glaube ich daran. Wieso sollte ich so etwas anzweifeln, wenn ich glaube, dass er Offenbarungen vom Himmel bekommt?" Seitdem trägt er den Titel as-Siddiq, der Wahrhaftige, der Treue.

Zur Nachtreise heißt es im Koran:

"Erhaben ist Gott, der Seinen Diener nachts von der Heiligen Moschee in Mekka zur al-Aqsa-Moschee in Jerusalem führte, deren Umgebung Wir gesegnet haben, um ihm einige Unserer Zeichen zu zeigen. Gott hört und sieht alles." [17:1]

 

 

Allah hatte Gibril befohlen, Muhammad um Mitternacht aufzusuchen. Als der Prophet aufwachte, grüßte ihn der Engel: "Friede sei mit Dir, edler Prophet! Allah möchte Dich einige Seiner Zeichen im Universum schauen lassen." Da folgte er ihm, und Gibril führte ihm das Reittier al-Buraq vor; er saß auf, und in "Lichtgeschwindigkeit" trug es den Propheten zum Sinai, und der Engel zeigte ihm die Stelle, wo Allah einst zu Moses gesprochen hatte, bevor es seinen Ritt bis nach Jerusalem fortsetzte. Der Prophet stieg ab, und in der Moschee warteten bereits die anderen Propheten auf ihn, mit denen er als Imam betete. Dann wurden drei Becher vor ihn gestellt: Wasser, Wein und Milch. Er wählte den letzteren und trank davon, und Gibril versprach ihm: "Du wirst rechtgeleitet werden und dein Volk mit Dir." Hätte er das Wasser gewählt, wären sie ertränkt worden, hätte er sich für den Wein entschieden, dann wären sie verführt worden. (at-Tabari XV, 5)

Ibn Ishaq berichtet über die anschließende Himmelfahrt:

"Ein zuverlässiger Mann hat mir von Abu Sa‘id berichtet, dieser habe gehört, wie Muhammad erzählte: Als ich in Jerusalem das Nötige ausgeführt hatte, wurde mir eine Leiter gebracht, wie ich nie eine schönere gesehen habe. Es war die auf welche die Toten bei der Auferstehung ihre Blicke richten. Mein Freund ließ mich aufsteigen, bis wir an eines der Himmelstore kamen, welches das Tor der Wache heißt. Zwölftausendmal zwölftausend Engel hielten dort Wache."

Isma‘il, unter dessen Befehl sie stehen, fragte nach dem Namen Muhammads und erkundigte sich, ob er wirklich ein entsandter Prophet sei. Auf die bejahende Antwort Gabriels wurde der Eintritt bewilligt. Im unteren Himmel saß ein Mann, dem die Seelen der Menschen vorgeführt wurden. Er freute sich über die eine und sagte: Eine gute Seele aus einem guten Körper gekommen; anderen machte er ein finsteres Gesicht und sagte: Eine hässliche Seele aus einem hässlichen Körper gekommen. Der Mann war Adam. Nun bekommt der Prophet die Strafen der Sünder zu sehen, die nach der Art des Verbrechens abgemessen sind. Die Veruntreuer von Waisengut müssen Feuer verschlucken; Wucherer mit gewaltigen Bäuchen werden von Krokodilen ins Feuer gejagt und zertreten; die Ehebrecher hatten vor sich gutes und stinkendes Fleisch, mussten aber vom letzteren Essen; Weiber, die ihren Männern fremde Kinder unterschoben hatten, waren an den Brüsten aufgehängt. Muhammad besuchte die folgenden Himmel, wo in jedem Himmel ein Prophet begegnete, (‘Isa, Yahia, Jusuf, 'Idris, Harun, Musa und) im siebten Himmel Ibrahim. Dann wurde er ins Paradies geführt. Von den Paradiesfreuden und der Begegnung mit Allah schweigt der Bericht Abu Sa‘ids. In anderen Rezensionen (bei Ibn Ishaq von ‘Abdullah ibn Mas‘ud) führt Gabriel ihn zu seinem Herrn, der ihm fünfzig Gebete täglich vorschreibt. Auf Musas Rat brachte es Muhammad stufenweise auf fünf herunter. (3)

Aufstieg in den Ersten Himmel

Der heilige Prophet Muhammad (s) fuhr fort zu erzählen: „Da hielt Jibrîl mich fest, Brust an Brust, und bedeckte mich mit seinen Flügeln. Dann begannen wir die himmlische Leiter hinaufzuklettern. Auf unserem Weg erblickten meine Augen Menschen im Gebet, und ich sah auch Engel so viele an der Zahl, daß man sie nicht zählen konnte. Sie alle priesen und lobten Allâh den Allmächtigen. Dann sah ich sich drehende Sterne, und sie erschienen wie riesenhafte Gebirge. Schließlich erklommen wir den ersten Himmel, der as-Samâ’u d-Dunyâ (der untere Himmel) genannt wird. All dies geschah in der Kürze eines Augenblicks, und die Entfernung von der Erde bis zum ersten Himmel betrug eine Zeitspanne von 500 Jahren.“ …

Muhammad (s): „Dann öffneten sie die Tür, und wir traten hinein. Dieser Himmel ist wie Rauch, und er nennt sich Rafî‘ah (hochrangig). Es war kein Platz darin, seinen Fuß aufzusetzen, weil die Engel überall beteten, einige im ruku, der gebeugten Haltung, einige in sujjud, der Niederwerfung.

Hier sah ich zwei breite Flüsse, und ich fragte meinen Bruder Jibrîl: ‚Welche sind diese breiten Flüsse?‘ Er antwortete, daß es die Flüsse Nil und Euphrat wären. Und wahrhaftig entspringen ihre Quellen im ersten Himmel. Dann sah ich einen anderen Fluß, der eingezäunt war, und sein Zaun war geschmückt mit Perlen und Chrysolith. Ich ließ meine Hand spritzend durch den Fluß fahren und nahm einen starken Duft von Musk wahr, worauf ich Jibrîl (as) fragte, was für ein Fluß das wäre. Jibrîl erzählte mir, daß es der Fluß Kauthar war, den Allâh der Allmächtige mir geschenkt hatte.“

Der heilige Prophet fuhr fort: „Dann sah ich einen sehr großen Engel, reitend auf einem Pferd, das von leuchtendem Licht (nûr) erschaffen war. Dieser große Engel hatte den Befehl über 70000 andere Engel, und in Händen eines jeden von ihnen war eine Waffe, geschmiedet aus strahlendem Licht. Sie waren Soldaten Allâhs des Allmächtigen. Wenn jemand hier auf Erden eine Sünde begeht, dann macht einer dieser Engel eine Meldung.“ … Doch wenn er bereut, wird ebenso Allâhs Barmherzigkeit verkündet.

Der heilige Prophet traf Ismâ‘îl (as), den Verwalter des ersten Himmels, und nahm seine guten Wünsche entgegen.

„Dann lief ich nach vorne und sah einen anderen Engel, dessen Körper halb aus Eis und halb aus Feuer erschaffen war. Das Feuer schmilzt nicht das Eis, und das Eis erlischt nicht das Feuer. Sie sind beide zusammen. Dieser Engel hatte eintausend Köpfe. Auf jedem Kopf waren eintausend Gesichter, auf jedem Gesicht eintausend Münder, und in jedem Mund eintausend Zungen, die Allâh den Allmächtigen in je einer anderen Sprache priesen und lobten.“ …

Aufstieg in den zweiten Himmel

„Dann erstiegen wir den zweiten Himmel in der Geschwindigkeit eines Augenblicks. Die Distanz zwischen erstem und zweitem Himmel betrug fünfhundert Jahre. ... Dann öffneten sie die Tür, und wir traten ein. Dieser Himmel war aus Eisen gemacht, und weder kann man oberhalb seiner gelangen, noch gibt es einen Weg in ihm. Dieser Himmel wird Mâ‘ûn (Unterstützung) genannt. Hier sah ich viele Engel auf Pferden reiten, sie trugen Rüstungen und hatten Waffen in ihren Händen. Ich fragte Jibrîl: ‚Wer sind diese Leute?‘“

Jibrîl antwortete: „Dies sind die Soldaten unter den Engeln. Allâh erschuf sie, damit sie die Muslime (Gläubigen) am Tag des Gerichts beschützen und ihnen zum Sieg verhelfen.“

Muhammad fuhr fort: „Ich sah in diesem Himmel zwei junge Männer, die sich ähnlich sahen. Ich fragte Jibrîl: ‚Wer sind sie?‘“

Jibrîl antwortete: „Einer ist Yahyâ, Sohn des Zakharia, während der andere ‘Îsâ, Sohn der Maryam, ist – Friede und Segen auf ihnen beiden.“ Und sie grüßten ihn und hießen ihn mit guten Worten willkommen.

 

Aufstieg in den dritten Himmel

„Der dritte Himmel war aus Messing gemacht und wird Muzayyan (geschmückt) genannt. Hier sah ich Engel mit einer grünen Fahne, auf der geschrieben stand: Lâ ilâha illâ llâh Muhammadur Rasulullâh.

Jibrîl sagte: ‚Diese sind Engel der Lailatu l-Qadr und des Monats Ramadân. Sie suchen auch nach Leuten, die zusammensitzen und Allâhs gedenken (dhikr). Sie besuchen Leute, die Glauben an die Einheit Allâhs haben, und sie grüßen ebenso mit Güte diejenigen, die nachts beten (tahajjud).‘“

Der Prophet Muhammad (s) traf dort den Propheten Dâwud und dessen Sohn Sulaimân, Friede und Segen auf ihnen, sowie den gesegneten Propheten Yûsuf. Sie alle grüßten ihn in Glückseligkeit und beteten mit ihm – wie es vom Propheten Ibrâhîm (as) überkommen ist.

 

Aufstieg in den vierten Himmel

Dieser Himmel ist aus Silber gemacht und heißt Zahîrah (strahlend).

„In ihm sah ich Wunder meines Herrn und viele Engel. Ich sah eine Person mit strahlendem Licht auf dem Gesicht und ruhigem Herzen.

Jibrîl sagte: ‚Er ist dein Bruder Idrîs (as), den Allâh hochgeehrt und ihm eine hohe Stufe gegeben hat.‘“ …

„Später sah ich dann einen großen, ehrfurchtgebietenden, majestätischen Engel. Seine Füße standen unten auf der siebten Welt, während sein Kopf sich genau unter Allâhs Thron befand. Er saß auf einem Stuhl von strahlendem Licht. Vor ihm waren Engel, einige zu seiner Rechten und einige zu seiner Linken. Sie warteten auf Allâhs Göttliches Gebot. Auf seiner rechten Seite waren die bewahrten Göttlichen Tafeln, und zu seiner Linken befand sich ein großer Baum. Weder lacht noch lächelt er, dieser Engel, und unaufhörlich fixiert sein Blick die Göttlichen Tafeln, sie niemals aus den Augen verlierend. Ich fragte Jibrîl: ‚Wer ist er?‘“

Jibrîl (as) antwortete: „Er ist derjenige, der den Geschmack des Todes bringt, der die Liebenden trennt, der das Zuhause zerbricht, der Gräber erbaut, der Kinder zu Waisen und Frauen zu Witwen macht, und er ist der, der Liebende verletzt: Er ist Malaku l-Maut, der Engel des Todes. Todesengel (as) ist sein Name. – Todesengel und Mâlik (as), der Engel, der das Feuer in der Hölle bewacht, haben seit ihrer Erschaffung niemals gelacht oder gelächelt.“

Muhammad (s) sagte: „Ich grüßte Todesengel (as), aber er weigerte sich, meine Grüße zu erwidern.“

Jibrîl fragte ihn: „Warum hast du dem Meister der Geschöpfe und Geliebten Allâhs des Allmächtigen nicht geantwortet?“

Muhammad (s) berichtet: „Sobald er dies von Jibrîl hörte, stand er auf und grüßte mich in Glückseligkeit und gab gute Nachricht: „Glückseligkeit ist dein, o Muhammad, und alles Gute ist mit dir und deiner Gemeinde bis zum Tage des Gerichts.“

Da nahm Todesengel (as) den heiligen Propheten (s) beiseite und sagte: „O Geliebter Allâhs, vergib mir, ich hatte nicht gewußt, daß du es warst, bis Jibrîl es mir erzählte. ... Bitte vergib mir.“

Dann fuhr Muhammad fort: „O mein Bruder Todesengel, ist dies dein Platz im vierten Himmel?“

Todesengel antwortete: „Ja. Seit meiner Erschaffung bis zum Tage des Gerichts war und werde ich immer hier sein.“

Und Todesengel berichtet dem Propheten alles über den Tod und das Grab und den Baum des Lebens.

Was der Todesengel dem Propheten erzählte

Der heilige Prophet Muhammad fragte den Todesengel, den er im vierten Himmel traf, wie er den Menschen den Tod bringe, wo er doch die ganze Zeit hindurch an einem und demselben Platz im Himmel sitzen würde.

Todesengel (as) antwortete: „Wahrlich bei Allâh dem Allmächtigen, Er hat meine Arbeit leicht gemacht und hat mir Engel gegeben, fünftausend an der Zahl. Ich habe sie auf der Erde zu besonderen Arbeiten eingeteilt. Wenn die Todeszeit eines Menschen gekommen ist, ist sein Unterhalt beendet, und seine Lebenszeit ist erloschen. Dann sende ich vierzig Engel zu dieser Person, daß sie ihm die Seele herausziehen und sein Leben wegnehmen. Sie beginnen damit, daß sie ihm das Leben aus den Adern, dem Fleisch und dem Blut nehmen. Sie beginnen an den Nägeln der Zehen damit, bis sie die Knie erreichen. Wenn sie die Knie erreichen, beginnt die sterbende Person, totes Fleisch zu riechen. Und wenn sie von den Knien aufwärts den Bauchnabel erreichen, dann spürt die sterbende Person den Geruch des Verhängnisses. Erreichen sie schließlich die Spitze des Kopfes, beginnt hier der Sterbende, sich zu ängstigen. Unter den vierzig Engeln sind zwei, einer ist der Engel der Barmherzigkeit, und er ist strahlend wie die Sonne und hat Leichentücher aus dem Paradies und Waffen aus Licht in Händen. Während der andere der Racheengel des Zorns ist. Er ist mit Teer ausgerüstet, Hüllen von Dunkelheit, und in Händen hält er Waffen aus Feuer.

Diese Engel warten auf ein Signal von mir, und wenn die Zeit gekommen ist, schicke ich ihnen ein Signal innerhalb eines Augenblicks. Wenn der Sterbende ein Gläubiger war, sende ich ihm den Engel der Barmherzigkeit. Er wird zu ihm freundlich kommen, Grabdecken und Umhänge aus dem Paradies bereithalten, er wird weich und empfindsam mit Waffen aus Licht ihm die Seele entnehmen und sie ins Paradies bringen. Er wird sie zum Fluß al-Kauthar bringen und sie kurz darin abspülen, und der Seele des Gläubigen werden wie versprochen die Freuden des Paradieses gezeigt werden.

Wenn der Sterbende aber einer ist, der rebellisch gegen seinen Herrn war und ohne zu bereuen stirbt, dann schicke ich ihm den Engel des Zorns, daß er ihm die Seele nehme. Dieser Engel wird ihm mit Macht und unter schrecklicher Pein die Seele herausreißen und Waffen aus Feuer dazu benutzen. Wenn er sie herausgezogen hat, schleppt er sie zu einem Platz, der Sijjîn heißt, welches ein Gefängnis in einer dunklen schwarzen Wüste auf der siebten und untersten Erde ist. Hier werden die Ungläubigen und die schlechten Leute gefangengehalten bis zum Tag des Gerichts.“

(In einem anderen Bericht wird gesagt, daß, sobald die Seele des Menschen von den Engeln herausgezogen wird, Todesengel sie mit den Händen ergreift, und wenn es die Seele eines Gläubigen ist, er sie mit der rechten Hand fängt und an einen glückseligen Ort namens Illiyûn setzt, wo des Gläubigen Seele ausruht bis zum Tage des Gerichts, wohingegen, wenn eine Person ein Ungehorsamer oder ein Ungläubiger war, er dessen Seele mit der linken Hand fängt und sie an einen Ort, genannt Sijjîn, trägt.)

Muhammad (s) fragte: „Woher weißt du, ob jemandes Zeit gekommen ist oder nicht?“

Todesengel (as) antwortete: „Dort ist der Baum des Lebens. Wie du sehen kannst, ist er mit Myriaden von kleinen Blättern bedeckt, die kleiner sind als die Blätter eines Olivbaumes und viel zahlreicher. Immer wenn ein Mensch auf Erden geboren wird, entsprießt dem Baum ein neues Blatt, auf dem der Name der Person geschrieben steht. Durch diesen Baum weiß ich, wer geboren wurde und wer sterben soll. Wenn eine Person im Begriff ist zu sterben, beginnt sein Blatt zu verwelken und zu vertrocken, und fällt vom Baum auf eine Tafel. Dann wird der Name der Person von der Göttlichen bewahrten Tafel ausgelöscht. Dieses Ereignis geschieht vierzig Tage vor dem tatsächlichen Tod der Person auf der Erde. Wir werden vierzig Tage im voraus über seinen oder ihren bevorstehenden Tod unterrichtet. Diese Person selbst weiß es vielleicht nicht und wird ihr Leben voller Hoffnungen und Pläne fortsetzen, aber wir hier in den Himmeln, wir wissen von seinem herannahenden Tod, weil wir die Nachricht haben. Allâh der Allmächtige hat gesagt: Eure Nahrung wurde in den Himmeln aufgeschrieben, wie euch versprochen. In dem Moment, da wir sehen, daß das Blatt verdörrt und verwelkt, mischen wir es der Nahrung dieser Person bei. Vierzig Tage vor seinem Tod beginnt er, sein Blatt vom Lebensbaum zu verzehren, ohne es zu wissen. Nur noch vierzig Tage verbleiben dann von seinem Leben in dieser Welt, wonach keine Versorgung mehr für ihn übrig ist, um weiterzuleben.“

Der Todesengel bat schließlich den Propheten Muhammad um Fürsprache am Tage des Gerichts und sagte: „Vielleicht bin ich zu manchen Zeiten mißverstanden worden, vielleicht habe ich meine Aufgabe gegenüber meinem Herrn nicht gut genug ausgeführt.“ …

Muhammad (s) sagte: „O mein Bruder Todesengel, zeige mir dein natürliches Gesicht, mit dem Allâh dich erschaffen hat und die Art und Weise, wie es aussieht, wenn du die Seele fängst und deine Arbeit tust.“

Todesengel (as) sagte: „O mein Geliebter, du kannst mich nicht in dieser Form sehen.“

Muhammad (s) sagte: „Ich verspreche dir, daß ich es ertragen werde.“

Zu diesem Zeitpunkt hörte Todesengel (as) Allâh sagen: „Verweigere dich nicht des Wunsches meines geliebten Muhammad.“

Als der Engel des Todes dies hörte, wandelte er sein Gesicht augenblicklich in seine ursprüngliche Form, in der er erschaffen war und in der er seine Arbeit, den Tod zu bringen, verrichet.

Muhammad (s): „Als ich den Engel des Todes sah, sah ich die ganze Welt in seiner Hand wie einen Dirham (Münze). Ich verlor mein Bewußtsein und verharrte schockiert. Sofort kam Jibrîl (as) und hielt seine Hand auf meine Brust, worauf ich mein Bewußtsein wiedererlangte.“

Jibrîl (as): „O Muhammad (s), nach dem Grab gibt es nichts außer Dunkelheit, giftigen Schlangen und der Befragung von Munkar (as) und Nakir (as), den Engeln des Grabes.“

Muhammad (s) verabschiedete sich von Todesengel und traf im vierten Himmel noch den Propheten Ibrâhîm (as), den Freund Allâhs, der ihm ankündigt, daß Jibrîl ihn noch bis in die Göttliche Gegenwart bringen werde, damit er dort den Göttlichen Segen, Gnade und Ehre erhalte.

Fünfter, Sechter und Siebter Himmel

Der heilige Prophet Muhammad (s) berichtet: „Dann stiegen wir hinauf in den fünften Himmel … Dieser Himmel war aus rotem Gold und ist Munîrah (leuchtend) geheißen. In ihm sah ich Allâhs Geschöpfe. Ich sah einen großen Engel, der so groß war, daß, wenn Allâh der Allmächtige ihm befohlen hätte, alle sieben Himmel zu verschlingen, er dies leicht hätte tun können wegen seiner gigantischen Größe. Ich sah eine Tür, auf der zwei Sätze geschrieben standen: Lâ ilâha illâ llâh, Muhammadur Rasulullâh.

Als ich dies vorlas, öffnete sich das Schloß dieser Tür und fiel herab. Dann öffnete sich die Tür. Ich sah diesen Himmel vor strahlendem Licht funkeln, welches von der Siebten Erdschicht kam, und dafür kam aus der Hölle Dunkelheit, und in ihr war Dunkelheit von dem Göttlichen Zorn Allâhs des Allmächtigen. Der Rauch dort stand still und bewegte sich nicht. In ihm sah ich einen gewaltigen Engel. Sein Gesicht war voller Zorn, und seine Stirn war gespannt vor Zorn. Siehe! Würde dieser Engel auf die Erde hinabgebracht werden, alle Menschen würden sterben, wenn sie in sein zorniges Gesicht schauten.“

Dies war Mâlik, der Hüter des Höllenfeuers. Jibrîl sagte: „Seit seiner Erschaffung war er in der Hölle. Sein Zorn wird weder mehr noch weniger, sondern ist stets gleichbleibend und vollkommen.“ Der Prophet bat, daß er ihm die Hölle zeige, und Allâh befahl, den Wunsch Seines geliebten Propheten nicht abzulehnen.

Nach einem Hadîth hat der heilige Prophet Muhammad (s) über die Hölle gesagt: „Der Allmächtige Herr erschuf die Hölle aus Seinem eigenen Zorn, dem Göttlichen Zorn. Die Höllen befinden sich an einem Ort auf einer Wegstrecke von siebzig Jahren unterhalb der untersten Erde. In jeder Hölle ist die Strafe schrecklicher als in der vorhergehenden. Jede hat einen eigenen Namen. Dies sind die Abteilungen der Hölle und ihre Namen von der untersten aufwärts: Hawliya, Hutama, Saqar, Lazza, Sa‘îr, Ghayya, Jahannam …

 

Aufstieg In Den Sechten Himmel

Nachdem der heilige Prophet die Abteilungen der Hölle gesehen hatte, stieg er in den sechsten Himmel auf, der in einer Entfernung von 500 Jahren vom fünften Himmel entfernt liegt.

„Dieser Himmel war aus Rubin gemacht und heißt Khâliah (rein). In ihm sah ich Allâhs Geschöpfe. Ich sah einen großen Engel auf einem Sitz aus Licht. Sein Körper war halb aus Eis und halb aus Feuer beschaffen …“ Es war der Engel, der bis zum Tage des Gerichts die Fürbitten der Gemeinde Muhammads (s) einlegt. Und er trug ein Bittgebet vor, das Allâh den Allmächtigen pries …: „Subhâna man allafa baina l-thalji wa n-nar; allahumma ’alif baina qulûbi ‘ibâdika l-mu’minîna ‘alâ tâ‘atik. Preis sei Ihm, Der Eis und Feuer zusammenbringt. O Allâh, wir bitten Dich, die Herzen derer, die in Gehorsam an Dich glauben, zu versammeln.“ ...

„Ich sah einen großen Mann, der volles graues Haar hatte; er stützte sich auf einen Stock. Sein Bart war so lang, daß er ihm bis auf die Brust reichte, und sein Kopfhaar fiel auf seine Schultern herab.“ Jibrîl erklärte dem heiligen Propheten (s): „Er ist dein Bruder Mûsâ, der Sohn ‘Imrâns, der Friede sei auf ihnen, den Allâh dadurch gesegnet und geehrt hat, daß er ihn direkt ohne Vermittler oder Zwischensmann zu Sich sprechen ließ.“

Mûsâ grüßte und pries den heiligen Propheten und sprach ihm höchste Ehre zu. Und auch hier leitete Muhammad (s) ein gemeinsames Gebet gemäß der Überlieferung Ibrâhîms (as).

 

Aufstieg in den Siebenten Himmel

Muhammad (s): „Dieser Himmel war aus weißen Perlen gemacht und heißt ‘Âqibah (Ende mit gutem Ausgang). Dies ist ein Himmel, der sich sehr hoch über die anderen Himmel erhebt, und es ist in ihm sehr ruhig, kein Laut, kein Geräusch ist zu hören. Ich sah in ihm viele Engel, auch die Engel, die man Ruhaniyûn nennt. Ich sah einen alten Mann. Er saß auf einem Sitz aus Licht und ruhte mit dem Rücken gegen Baitu l-Ma’mûr. (Welches ein gesegnetes und heiliges Haus im Himmel ist wie die heilige Ka‘ba in Mekka auf Erden).“ Jibrîl sagte dem heiligen Propheten, daß es Adam (as) wäre. „Alles Gute ist mit dir“, sprach Adam, „und mit deiner Gemeinde bis zum Tag des Gerichts. Wahrlich, dein Herr Allâh hat dich heute Nacht gerufen, um dich mit Würde und hohem Rang zu ehren.“

Muhammad (s): „Ich sah baitu l-ma’mûr. In ihm waren verschiedene Lichter von glitzernden Juwelen. Seine Mauern auf der Außenseite waren mit Lichtern von gelben Rubinen geschmückt, Chrysolith und feuchten Perlen. Engel umschreiten dieses heilige Haus und machen ‡awâf“ … bis zum Tage des Gerichts.

 

Der Siebente Himmel

Sidratu l-Muntahâ

Der heilige Prophet erreichte Sidratu l-Muntahâ, den Baum an der Grenze, über die niemand hinausgelangen kann. Nach Hadîth-Quellen von Mishkat wird diese Grenze beschrieben als ein Lotusbaum im Siebten Himmel, der seine Wurzeln im Sechsten Himmel hat. Seine Früchte sind wie Wassertöpfe von Stein und seine Blätter wie Elefantenohren. Es ist durch Al-Nawawi überliefert, daß der Baum einen Punkt markiert, den niemand passieren kann, weil das Wissen der Engel und dasjenige Jibrîls (as) hier endet: Niemand ist über diesen Punkt hinausgekommen, außer dem heiligen Propheten Muhammad (s), dem Stolz der Schöpfung …

Muhammad (s): „… Als ich weiterging, sah ich meinen Begleiter Jibrîl mich nicht mehr begleiten wie bisher. Als ich ihn weit hinter mir sah, fragte ich: ‚O mein Bruder Jibrîl, kannst du deinen Geliebten an solch einem Ort alleine lassen? Warum hast du mich verlassen an solch einem Ort?‘“

Jibrîl antwortete: „O Muhammad, die gesegnete und heilige Vortrefflichkeit dieses Ortes ist so groß, daß ich es nicht wert bin, dorthin zu gehen. Allein du bist seiner würdig. Unter uns Engeln hat jeder seinen eigenen begrenzten Stand in seiner Position bis zum Maximum dessen, was er erreichen kann, und der, der versucht, über die Grenze seines ihm eigenen Standes hinauszugehen, wird durch das Göttliche Licht geblendet – welches ihn verbrennen und zerstören kann.“

Muhammad (s): „Als ich meinen Bruder Jibrîl (as) dies sagen hörte, schlug ich die Hände vor das Gesicht, und ich ängstigte und beunruhigte mich. Als Jibrîl (as) mich in diesem Zustand sah, berührte er mit seinen Flügeln meine Brust und sagte zu mir: ‚Fürchte dich nicht und bekümmere dich nicht. Wahrlich! Allâh der Allmächtige wird dich zu Sich nehmen, um dich zu segnen und dich zu ehren, und Er wird dich wählen und dir Dinge geben, wie Er es wünscht.‘

Als ich dies von meinem Bruder Jibrîl hörte, verschwand die Furcht von mir. ... Dann hörte ich einen Ruf von meinem Herrn Allâh dem Allmächtigen: ‚Komm in Mein Göttliches Licht, o Mein Geliebter.‘

Als ich fortschritt, kamen Engel zu mir. Unter ihnen waren vier Engel, die einen Teppich wie ein Tablett trugen, und sie baten mich, hinaufzuklettern. Dieser Teppich hieß Raf-Raf und hatte eine grüne Farbe.

Ich stieg auf Raf-Raf, und sehr schnell trug er mich mit großer Geschwindigkeit, bis wir ein Meer von weißem Licht erreichten. An diesem Meer traf ich auf einen Engel, der sehr groß und weit war, so weit, daß, wenn ein großer Vogel in großer Geschwindigkeit von einer seiner Schultern zur anderen fliegen wollte, er nicht weniger als 500 Jahre dazu gebraucht hätte.

Wir bewegten uns mit den vier Engeln auf dem Tablett fort, bis wir ein Meer von grüner Farbe erreichten, welches mit Perlen geschmückt war. Hier an diesem Meer traf ich auf einen sehr großen Engel. Siehe! Würde Allâh der Allmächtige ihm befehlen, alle sieben Welten und alle sieben Himmel zu verschlingen, würde er es mit Leichtigkeit tun, ... und die Erde würde auf seiner Handfläche Platz finden, und die Geschöpfe würden nur als winzig kleine Staubteilchen auf seiner Handfläche zu sehen sein.

Dann flogen wir von diesem Meer fort und weiter, bis wir ein schwarzes Meer erreichten. Dort trafen wir auf Engel in Niederwerfung vor ihrem Herrn. An dieser Stelle rief ich mit lauter Stimme meinen Herrn an: ‚O Helfer derer, die Hilfe suchen! O Gott der Welten! O Herr des großen Göttlichen Thrones! O mein Gott! O mein Herr! O mein Meister, ich bin ganz allein in diesem Augenblick. Ich bin Dein Diener und Sklave. Ich brauche Hilfe, o Schöpfer aller Geschöpfe.‘

Augenblicklich hörte ich einen Ruf von einer Seitenbank des Meeres: ‚O Muhammad, komm zu Mir.‘ Ich schritt weiter vor und traf einen großen Engel, der Wasser abmaß und auf einer Waage abwog“

Allah ruft den heiligen Propheten zu Sich

Der heilige Prophet traf auf seiner Himmelsreise den Erzengel Mîkâ’îl (as). Er bat ihn im Namen Allâhs, ihm zu berichten, woher er diesen seinen Namen habe, ebenso, woher Jibrîl, Irâfîl und ‘Todesengel ihre Namen hätten.

Mîkâ’îl (as) fragte: „O Geliebter Allâhs, welches Wunder hast du gesehen, daß du mich danach fragst?“

Muhammad (s) pries Allâh, dankte Ihm und antwortete: „Wahrlich, mein Bruder Mîkâ’îl, ich frage dich danach, damit ich, wenn ich zur Erde zurückgehe, erklären kann, was ich durch den Willen Allâhs des Allmächtigen in den Himmeln gesehen habe.“

Mîkâ’îl antwortete: „Du hast die Wahrheit gesprochen, o Muhammad (s).Wisse! O Geliebter Allâhs, wahrlich, ich werde Mîkâ’îl genannt, weil ich Regen sende, welcher die Nahrung wachsen läßt. Ich messe Wasser ab und wiege es auf einer Waage, und schließlich schicke ich es in die Wolken, bis Allâh es sich auf Erden an einem Ort und zu einer Zeit gemäß Seinem majästetischen Willen verdunkeln läßt.“

Muhammad (s): Ich fragte: „Was ist Donner und was ist Blitz?“

Mîkâ’îl antwortete: „O Geliebter Allâhs, wenn ein Blitz die Wolke von Wasser durchschneidet, so sendet Allâh Engel, damit sie Wasser an einem Ort, wo Er will, vergießen. Der Blitz ist das Licht, das entsteht, wenn der Engel mit seinen Waffen in die Wolke schneidet. Während der Donner das Geräusch des Einschlags beim Schnitt in die Wolke ist.“

Im Qur’ân heißt es: Wa yusabbihu r-ra‘du bihamdihi wa l-malâ’ikatu min jîfatih (13:13) Und der Donner lobpreist ihn und die Engel, aus Furcht vor Ihm.

Mîkâ’îl (as) fuhr fort: „Und Jibrîl wird Jibrîl genannt. Wahrlich, denn er ruft Erdbeben hervor, und er hat Zerstörung auf die Menschen vergangener Nationen gebracht durch den Willen Allâhs. Durch ihn wird die Botschaft Allâhs, Sein heiliges Schrifttum und die Offenbarungen, an die Propheten und Gesandten geoffenbart.

Isrâfîl wird Isrâfîl genannt, denn unter den Engel gibt es keinen, der mehr Kraft hat als er, noch gibt es einen Engel mit mehr Flügeln und Federn als ihn. Er ist derjenige mit der Trompete. Er wird die Trompete blasen am Tag des Gerichts.

‘Todesengel wird ‘Todesengel genannt, denn wahrlich, er ist der, der die Befehle darüber hat, das Leben zu nehmen. Auch wir alle, die wir Engel sind, fürchten ihn, weil er jedem lebenden Wesen den Tod bringen kann durch den Willen des allmächtigen Schöpfers.“

Muhammad (s): „Ich sagte meinem Bruder Mîkâ’îl den Abschiedsgruß und ging. Er betete für mich und meine Gemeinde um Güte und Segen von Allâh dem Allmächtigen.

Bevor ich weggegangen war, erblickte ich Engel in geraden Reihen. Sie waren verschiedener Art, verschiedenen Typs, unterschiedlicher Farben und Haltungen. Einige von ihnen waren in Niederwerfung. Ich sah einen Engel, der Allâh den Allmächtigen in seiner Niederwerfung pries mit den Worten: subhân allâhi l-‘azîm Ehre sei Allâh, dem Gewaltigen

Als er diesen heiligen Preis auf Allâh aussprach, antworteten hiernach alle Hähne auf der Erde auf sein Preisen. Hier auf der Erde drehen die Hähne ihren Nacken, um ihre Ohren dem Himmel entgegenzustrecken. Das tun sie, weil sie dieses Preisen des Engels hören wollen. Ihr werdet dieses Sich-Strecken der Hähne und ihr Schlagen mit den Flügeln bemerken, das sie tun, weil sie dem tasbîh und Preisen Allâhs, des einen und einzigen Gottes, antworten wollen. Wohingegen, wenn dieser Engel still ist, auch die Hähne still bleiben.

Der heilige Prophet traf dann noch auf die Engel Ruhaniyûn und Karubiyîn, die Träger des Göttlichen Thrones, begrüßte sie und nahm ihre Grüße und Wünsche entgegen.

„Und während ich noch mit ihnen sprach, hörte ich einen Ruf von oberhalb meines Kopfes: As-salâtu wa s-salâmu ‘alaika yâ Muhammad, as-salâtu wa s-salâmu ‘alaika yâ Ahmad‘ Gruß- und Friedenswünsche seinen auf dir, o Muhammad, Gruß- und Friedenswünsche seinen auf dir, o Ahmad.

Ich hob meinen Kopf empor und sah einen großen Engel, der schneeweiß war und aus Eis erschaffen war. Um ihn herum waren 70000 Engel, die seinem Gesicht und seiner Gestalt ähnelten. Sie kamen zu mir und sagten: ‚Laß uns gehen, o Geliebter Allâhs, o du, der du in der Göttlichen Sicht Allâhs besser bist als alle Geschöpfe.‘“

Muhammad: „Ich ging mit diesen Engeln, einige von ihnen waren zu meiner rechten, einige zu meiner linken, einige vor und einige hinter mir. Sie alle umgaben mich. Wir gingen weiter, bis wir 70000 Schleier weißen Lichts durchschritten, dann kamen wir durch 70000 Schleier grünen Chrysoliths, dann durch 70000 Schleier von Brokat, dann durch 70000 Schleier von Seide, dann durch 70000 Schleier von Licht, dann durch 70000 Schleier von Dunkelheit, dann durch 70000 Schleier von Musk, dann durch 70000 Schleier von Amber, dann durch 70000 Schleier von Kraft, und die Länge der Entfernung von einem Schleier zum nächsten innerhalb derselben Art von Schleiern betrug jeweils eine Zeitspanne von 500 Jahren.

Die Engel gingen weiter vor mit mir, bis wir einen Schleier von Rauch erreichten, dann gingen wir durch einen Schleier von Dunkelheit, dann durch einen von Licht, dann durch einen Schleier des Königtums, dann durch einen Schleier von Ehre und Würde, dann durch einen Schleier von Willen und Vollkommenheit, dann einen Schleier von Zorn, dann durch einen von Größe, dann durch einen von Einheit, dann durch einen von Vertrauen, dann durch einen von Ewigkeit, dann durch einen Schleier von Erhabenheit, dann einen Schleier von Stolz, dann durch einen Schleier Göttlicher Gegenwart, und schließlich erreichten wir und durchschritten den Schleier der Trennung. Nach diesem sah ich 70000 Ränge von Engeln. Sie standen alle in gerader Ausrichtung, auf ihren Füßen stehend.“

 

Die Begegnung mit Allah dem Allmächtigen


Muhammad (s): „Hier hörte ich eine Stimme von meinem Herrn, dem Allmächtigen. Er sagte: ‚Lüftet den Schleier zwischen Mir und Meinem Geliebten Muhammad.‘“

Muhammad (s) sagte: „Dann wurde der Schleier gehoben. Niemand außer Allâh allein weiß, wie es geschah.

Dort sah ich 100000 Ränge von Engeln in geraden Reihen, sie standen still und beugten sich nicht, und andere 100000 Ränge waren in ruku, der beugenden Haltung. Eine andere Hunderttausendschaft von Rängen waren in Sajda, der Niederwerfung, ihre Köpfe nicht erhebend. Und sie alle werden auf derselben Position und in derselben Haltung verbleiben, ohne sich zu bewegen, bis zum Tag des Gerichts.

Ich dachte noch über diese Engel nach, als ich vor großer Überraschung das Bewußtsein verlor. Das Erstaunen war so groß, daß ich erstaunt war über die Größe meines Herrn, Allâhs des Allmächtigen.

Noch im Zustand des Erstaunens hörte ich einen Ruf von meinem Herrn, der sprach: ‚O Ahmad, geh vorwärts, geh vorwärts.‘

Ich ging einige Schritte vorwärts, und die Länge dieser wenigen Schritte maß eine Entfernung von 500 Jahren in der Zeit. Die Göttliche Stimme sagte zu mir: ‚Fürchte dich nicht und sei nicht bekümmert!‘ Da wurde mein Herz ruhig bei dem, was ich erreicht hatte. Raf-Raf nahm mich hoch, bis ich den Ort meines Meisters, meines Herrn, erreichte. Ich sah große Göttliche Gebote, die kein Mensch jemals gedacht hat und die niemals in irgend jemandes Herz gekommen waren. Gebote des Ruhmreichen Herrn, die kein Auge gesehen hat noch irgendein Ohr gehört hat oder jemals durch das Herz irgendeines Menschen gegangen waren. Ich hörte einen anderen Ruf von meinem Herrn, und ich bewegte mich nach vorn und war Ihm nahe.

Der heilige Qur’ân sagt: Fakâna qâba qausayni au adnâ (53:9) (Alsdann nahte er sich und näherte sich) Und war zwei Bögen entfernt oder näher.

Nach einem anderen Bericht heißt es, daß gerade um diesen Punkt herum dem heiligen Propheten (s) gesagt worden war zu warten, weil sein Gott Salawât sprach. Er war sehr überrascht, denn Salawât bedeuten Gebete. Und als er Seinen Allmächtigen Herrn traf, fragte er: „O mein Herr! O mein Gott! O mein Meister! O mein Schöpfer! Ich weiß und ich glaube, daß es keinen Gott gibt außer Dir allein, Du stehst über allem und bist ein einziger Gott, Du zeugst nicht, noch warst Du gezeugt, Du bist ewig, und alles hängt von Dir ab, Du hängst von nichts ab, Du hast keinen Partner und nichts ist Dir vergleichbar. Deshalb sage mir, wem Du die Salawât (Segenswünsche) dargeboten hat, da doch niemand über Dir steht?‘

Allâh der Allmächtige antwortete, indem Er sagte: „O Mein geliebter Prophet Muhammad! Ich entbot diese Salawât dir!“

Angesichts dieser Tatsache, daß Allâh der Allmächtige Selber Salawât auf den heiligen Propheten Muhammad (s) schickt, wurde der folgende Vers des heiligen Qur’ân geoffenbart: Inna Llâha wa malâ’ikatu yusallûna ‘alâ n-nabiyyi yâ ayyuhâ lladhîna ’âmanû sallû ‘alaihi wa sallimû taslîman. (33:56)

Siehe, Allâh und die Engel segnen den Propheten. O ihr, die ihr glaubt, segnet ihn und begrüßt ihn mit dem Friedensgruß.

... In einem heiligen Hadîth heißt es, daß Allâh einer Person zehnmal Salawât entbietet, die den heiligen Propheten Muhammad nur einmal segnet, und einhundertmal einer Person, die zehn Mal Salawât auf den Propheten spricht Allâhumma salli ‘alâ Muhammad wa ‘alâ âlî Muhammadin wa sallim.

Unser Prophet Muhammad (S) Besucht Das Paradies

(aus: Isra wal Mi‘raj, by Abdul Hamid Butt, Nairobi 1991, p. 59-61.)

Auf seiner Himmelsreise, mi‘râj, bei der der heilige Prophet am 27. Rajab in die Göttliche Gegenwart Allahs des Allmächtigen aufstieg, war er auch eingeladen, das Paradies zu sehen:

Muhammad (s): „Dann hielt Jibrîl mich mit seinen engelhaften Händen und nahm mich mit, bis wir das Paradies erreichten. Dort sah ich einen großen Engel von noblem Angesicht, und das Licht seines Gesichtes hatte einen funkelnden Glanz. Er saß auf einem Stuhl von strahlendem Licht, der in großer Schönheit geschmückt war. Ich fragte Jibrîl: ‚Wer ist er?‘ Ibrîl antwortete: ‚Es ist Ridwân, der Friede sei auf ihm, derjenige, welcher die Aufsicht über das Paradies hat.‘“

Jibrîl forderte Ridwân auf, dem Propheten das Paradies und das, was ihm und seiner Nation versprochen ist, zu zeigen.

Muhammad (s):

„Ridwân (as) nahm mich mit seinen Händen, und wir betraten das Paradies.

Die Oberfläche des Paradieses ist von silbrig-weißer Farbe, geschmückt von Perlen und Korallen. Sein Boden ist aus Moschus, sein Gras aus Safran. Die Blätter seiner Bäume sind aus Silber und einige aus Gold. Die Früchte schimmern wie funkelnde Sterne. Das Dach des Paradieses ist der Göttliche Thron Allahs des Allmächtigen, seine paradiesischen Wohltaten sind überall, seine Bewohner sind Engel, sein Ernährer der allergütigste Herr.

Ridwân nahm mich mit seinen Händen, und wir gingen in die Gärten, wo ich Bettstätten sah und jungfräuliche Mädchen von großer Schönheit , die von Allah dem Allmächtigen im Paradies erschaffen wurden als Belohnung für die Gläubigen. Ich sah hohe Gehege und Einzäunungen und auch junge Männer mit Gesichtern, die funkelten wie der volle Mond, und diese Männer arbeiteten – d. h. sie waren Diener des Paradieses.

Hier waren wir an einem genußvollen Platz angekommen, der ewigen Wohnstatt. Ich sah sehr viele Häuser mit Kuppeln aus weißen Perlen, und diese himmlischen Häuser waren mit Säulen errichtet. Jedes Haus hatte eintausend Türen aus rotem Gold, und an jeder Tür waren eintausend junge edle Diener. Ich trat ein und schaute in eine der Kuppeln hinein, und ich erblickte eintausend eingezäunte Gehege; in jedem waren eintausend Räume und in jedem Raum eintausend Bettstätten; und auf jedem Bett waren eintausend Schlafunterlagen aus Brokat; und zwischen jeder einzelnen war ein Fluß von rieselndem Wasser. Während auf jeder Matratze eine Paradiesjungsfrau war, die hier sorgte.

Ich war überrascht, bis ich einen Ruf von meinem Herrn, Allâh, vernahm, der sprach: ‚Dies überrascht dich, o Muhammad! Schau in das Zentrum der Kuppel, und du wird noch überraschendere Wunder deines Herrn sehen als dieses, das dich überrascht hat.‘

Ich überlegte und richtete meine Augen nach oben, und ich sah eine andere Kuppel in der Mitte, die aus grünen Smaragden gemacht war, und in ihr war ein Bett aus weißem Ambra, das mit Perlen und Edelsteinen besetzt war und wie die Sonne funkelte. Wahrlich, Allah der Allmächtige hat diese Liegestatt unter Seinen eigenen Göttlichen Schritten erschaffen. Vom Boden hoch bis zum mittleren Abschnitt war die Liegestatt mit weißem Kampfer und vom mittleren Abschnitt bis zum oberen Teil mit gelbem Moschus geschmückt. Es hatte eintausendsechshundert Felle, und die Felle leuchteten. Siehe! Würden diese Pelze hiernieder auf die Erde gebracht, ihr Licht würde von Osten bis Westen scheinen. Und siehe! Würde sie in die salzigen Meere gehalten werden, wahrlich, die Ozeane würden mit Glanz erleuchten.

Ich fragte meinen Gefährten Jibrîl (as): ‚Für wen wurde dieser gesegnet und geehrte Ort erschaffen?‘

Jibrîl antwortete: ‚O Geliebter Allahs, er ist für jemanden aus deiner Nation, der, wenn er stirbt, erklärt: ‚Lâ ilâha illâ llâh, Muhammadu r-Rasulullâh.‘ Muhammad (s): ‚Ich sah die große Herrlichkeit und das große Königreich; in ihm sah ich acht Flüsse: einen Fluß aus reinem Wasser, einen von reiner Milch, einen von reinem Wein, einen von purem Honig, einen Fluß von Salsabil, einen Fluß von Rahik, einen Fluß von Rasnîm und einen Fluß von Kauthar.“ (Fortsetzung …) u (Li 127)

 

Die Rückkehr zur Erde

(aus: Isra wal Mi‘raj, by Abdul Hamid Butt, Nairobi 1991, p. 62 ff).

Der Prophet Muhammad (s) sprach: „Als ich [auf meiner Himmelsreise] von einem Himmel zum nächsten hinabstieg, hörte ich alles sprechen: „Lâ ilâha illâ llâh Muhammadu r-rasûlullâh.“

Es gibt keinen Gott außer Allâh, Muhammad ist der Gesandte Allâhs.

Als wir nach dem letzten Himmel zur Erde zurückkamen, fanden wir die Nacht so unverändert vor, wie wir sie verlassen hatten, das heißt, die Zeit hatte stillgestanden. Ich bestieg Burâq in Jerusalem, und als wir Mekka erreichten, entbot mein Gefährte Jibrîl mir den Abschiedsgruß und sagte zu mir: „O Muhammad, Allâh segne dich und schenke dir Heil. Wenn der Morgen graut, berichte deinen Leuten von den Wundern deines Herrn und mache sie glücklich durch Allâhs Barmherzigkeit.“

Muhammad (s): „Ich sagte: ‚O mein Bruder Jibrîl, ich befürchte zumindest, daß sie mich einen Lügner nennen werden.‘“

Jibrîl (as) antwortete: „Sorge dich nicht über jene, die versuchen, dir nicht zu glauben, denn dein Freund Abû Bakr, möge Allâh mit ihm zufrieden sein, wird dir glauben und beweisen, daß du der Wahrhaftige bist.“

Muhammad (s): „Nachdem Jibrîl, der Friede sei auf ihm, gegangen war, schlief ich auf meiner Matratze bis zur Zeit des Gebets zur Morgendämmerung, wonach ich aufstand und betete. Dann ging ich hinaus zur Tür der heiligen Kaaba.

Üblicherweise fragte mich Abû Jahl jedesmal, wenn er meinen Weg kreuzte: „Hast du heute etwas Neues, o Muhammad?“

Muhammad (s): „Ich sagte: ‚Ja, ich reiste.‘“

Abû Jahl fragte: „Wohin?“

Muhammad (s): „Ich sagte: ‚Bis Jerusalem, dann bis zum göttlichen Thron, und ich sprach mit Allâh, und Er sprach zu mir, und Er gab mir Heiligkeit. Ich sah das Paradies, welches Allâh den Gläubigen versprochen hat, und ich sah ebenso das Feuer von Zakkum, das für die Nichtgläubigen vorbereitet worden ist.‘“

Abû Jahl sagte: „O Muhammad, verberge diese Worte, und erzähle den Leuten nicht davon, denn sie werden dir Unglauben entgegenbringen, über dich lachen und dich verspotten.“

Muhammad (s) erwiderte: „Es ist mir verboten, Aufgetragenes zu verbergen, das mir von Allâh dem Allmächtigen erteilt wurde, wie Er im heiligen Koran gesagt hat:

Wa ammâ bi ni‘mati rabbika fahiddith. 93:11 Und von der Gnade deines Herrn sei deine Rede.

Abû Jahl sagte: „Bei Allâh! Kannst du den Leuten in deinen eigenen Worten erzählen, was du mir gerade berichtet hast? Hast du den Mumm?“

Muhammad (s) antwortete: „Ja.“

Abû Jahl versammelte die Leute und die Ältesten von Mekka, indem er sagte: „Kommt! Kommt! Kommt!“ Und die Leute von Mekka versammelten sich um ihn und den heiligen Propheten. Der heilige Prophet Muhammad (s) stand auf und erklärte: „‚O ihr Leute der Quraisch, wisset die Wahrheit von eurem Herrn, Allâh dem Allmächtigen. Er ließ mich diese Nacht bis nach Jerusalem reisen, dann ließ er mich den siebten Himmel erklimmen und darüber hinaus. Ich sah Propheten, ich sah den göttlichen Thron, ich schritt auf einem Teppich von Licht, ich sprach zu Allâh dem Allmächtigen, und Er sprach zu mir, ich sah das Paradies und die Hölle. All dies sah ich in einer geordneten Abfolge.“

Als ich dies erzählte, akzeptierte Abû Bakr meine Worte, möge Allâh mit ihm zufrieden sein, indem er sprach: ‚Ich glaube es, ich glaube es, es ist die Wahrheit, es ist wahr …‘“

Abû Jahl fragte: „Du hast uns all dies berichtet, und wir haben es gehört. Wir wollen nicht, daß du uns über die Himmel berichtest, alles, was wir wollen, ist, daß du uns über Jerusalem berichtest. Wo ist es? Erzähle uns davon, so daß wir es wissen, damit wir dir glauben und all deine Worte annehmen können.“

Muhammad (s) ließ seinen Kopf in Verlegenheit sinken, denn zu der Zeit, da er nach Jerusalem reiste, war es Nacht gewesen, und als er zurückkehrte, war es immer noch Nacht und dunkel, daß er nichts von der Stadt und ihren Grenzen hatte wahrnehmen können. Während er noch seinen Kopf hängenließ, sandte Allâh der Allmächtige den Erzengel Jibrîl hinab, der Friede sei auf ihm, indem Er zu ihm sprach: ...

 

Die Quraisch befragen Muhammad (S)

(aus: Isra wal Mi‘raj, by Abdul Hamid Butt, Nairobi 1991, p. 64 ff.)

Als der Prophet Muhammad (s) nach seiner Himmelsreise wieder in Mekka angelangt war und am nächsten Morgen bereit war, vor den versammelten Quraisch von seinen Erlebnissen zu berichten, verlangten sie als Beweis, daß er ihnen Auskunft über Einzelheiten der Stadt Jerusalem gebe, dem Ausgangspunkt seiner Reise. Dann würden sie ihm Glauben schenken. Da es aber Nacht gewesen war, als er seine Reise begonnen hatte, und ebenfalls Nacht, als er zurückgekehrt war, er von Jerusalem also gar nichts hatte wahrnehmen können, stand er nun ratlos da:

Da sandte ihm Allâh der Allmächtige den Erzengel Jibrîl, der Friede sei auf ihm, zur Hilfe, indem Er ihm befahl:

„Bringe das ganze Jerusalem mit seiner Erde, seinen Bergen, seiner Gegend, seinen Straßen, seinen Tempeln und all seinen Teppichen herbei und stelle es vor Meinen geliebten Muhammad.“

Jibrîl tat, wie ihm von Allâh dem Allmächtigen befohlen war, nahm die ganze Jerusalem-Stadt und setzte sie vor den geliebten Muhammad, Allâh segne ihn und schenke ihm Heil.

Als die Leute der Quraisch Muhammad befragten: „Was ist wo?“, antwortete Muhammad (s), der Jerusalem auf Jibrîls Hand sah, ihnen haargenau. Sie fragten ihn: Wo ist die und die Straße? Wo ist das und das Haus? Wo ist der und der Berg? Wo ist das und das Fenster? und stellten viele andere Fragen, aber zu ihrer Überraschung konnte Muhammad (s) ihre Fragen richtig und auf den Punkt genau beantworten.

Zu jener Zeit war Abû Bakr einer der Ältesten der Leute der Quraisch und wurde von ihnen sehr gefürchtet. Er wiederholte immer wieder: „Ja, das ist wahr, das ist wahr, ich glaube daran …“, bis die Quraisch ihre Köpfe voller Scham und Enttäuschung senkten.

Muhammad (s) fuhr fort zu erklären: „Als ich mit meinem Bruder Jibrîl in den Lüften war, sah ich eine Karawane von Leuten des Stammes der Makhzûm. Sie erklommen gerade den Berg von Araq und hielten gegen Mekka. Ihr Kamel ging auf dem Weg verloren, bis wir ihnen vonmitten der Lüfte zuriefen und ihnen sagten, daß sich ihr verlorenes Kamel auf dem Dattelfeld befand.“ Muhammad fuhr fort: „So Gott will, werden sie morgen bei Sonnenaufgang hier in Mekka eintreffen, und wenn sie kommen, könnt ihr sie fragen, ob sie ein Kamel verloren hatten und eine Stimme aus der Luft vernahmen, die sie zu genau diesem Kamel führte.“

In Wirklichkeit war die Karawane der Bani Makhzûm noch sehr weit von Mekka entfernt, in einer so großen Entfernung, daß es ihnen unmöglich gewesen wäre, zu dem von Muhammad (s) versprochenen Zeitpunkt anzukommen. Um die Worte Seines geliebten Muhammad (s) wahr werden zu lassen, verzögerte Allâh der Allmächtige den Sonnenaufgang um einen Tag. Schließlich ging die Sonne gerade dann auf, als die Bani Makhzûm Mekka betrafen.

Die Leute der Quraisch von Mekka befragten die Leute der Karawane: „War euer Kamel verlorengegangen?“ Und sie antworteten: „Ja, unser Kamel war verlorengegangen, und als wir nach ihm suchten, hörten wir eine Stimme vom Himmel rufen, die uns bekanntgab, daß das verlorene Kamel im Dattelfeld wäre. Sofort begaben wir uns zum Dattelfeld und fanden dort unser verlorenes Kamel vor.“

Als die Muslime dies von der Karawane des Stammes der Makhzûm hörten, waren sie alle sehr glücklich, und in ihrer Freude stimmten sie die Einheit Allâhs an, lobten, priesen und dankten Ihm allein. Später kam der Prophet Muhammad (s) und war von den Muslimen umringt. Unter ihnen leuchtete er wie der volle Mond, und die neben ihm standen, erstrahlen wie die Sterne. An diesem Tag nahmen viertausend Männer – Frauen und Kinder nicht eingerechnet – den Islam an. Während die Engel im Himmel die Einheit Allâhs anstimmten, Ihn allein lobten, priesen und Ihm dankten, um dem geliebten Muhammad (s) in Dankbarkeit und Respekt Ehre zu erweisen.

Angesichts der göttlichen Erhebung des heiligen Namens des geliebten Propheten Muhammad (s), dem Respekt, der Ehre, des Lobes, der Würde, des Zuspruchs und des Rufs seiner bis zum Tag des Gerichts, wurde der folgende Vers im heiligen Koran geoffenbart:

wa rafa‘nâ laka dhikrak (94:4) Und Wir erhoben deinen Ruf, o Muhammad! [Und erhoben Wir nicht deinen Ruf?]

Abû Jahl war wie gewöhnlich ungläubig. Er wurde sehr eifersüchtig und sagte: „Du, o Muhammad, bist ein großer Zauberer und hast große Kräfte der Magie und Zauberei.“

Muhammad (s) ging und erzählte später seinen Gefährten die ganze Geschichte der Nachtreise (isrâ’) und Himmelsreise (mi‘râj), da er in die Himmel fuhr, den göttlichen Thron sah und zu Allâh sprach, wo er die Wunder Seines Herrn gewahrte, das Paradies mit seinen Wonnen und seinem Volk, das in Wohlbehagen weilte, und wo er das glühende Feuer der Hölle sah mit seinen schmerzvollen Bestrafungen für jene, die zu Feinden Allâhs und Seiner Propheten werden.

Und hier endet die Erzählung von Ibn ‘Abbâs, möge Allâh mit ihm zufrieden sein.

Al-hamdu lillâh – Preis sei Allâh.

 

Geschah Al-Isra' mit dem Geist oder mit dem Körper?

Jene, die sagen, Al-Isra' und Al Mi'radsch hätten mit dem Geist Muhammads (s.a.s.) stattgefunden, stützen sich auf diesen Bericht von Umm Hani und auf das, was Aischa sagte: "Der Körper des Gesandten Allahs (s.a.s.) wurde nicht vermisst, vielmehr ließ Allah ihn mit seinem Geist reisen." Muawija Ibn Abu Sufjan sagte, als er über Al-Isra' des Gesandten befragt wurde: "Es war eine wahre Vision von Allah." Sie führen für all das die Worte des Erhabenen an:

"Und WIR haben das Gesicht, das WIR dich sehen ließen, nur zu einer Versuchung für die Menschen gemacht" (4)

Nach Ansicht anderer fand Al-Isra' von Mekka zum Baitul Makdis mit dem Körper statt, wobei sie dazu auf das verweisen, was Muhammad erwähnte, während seiner Reise in der Wüste gesehen zu haben - wovon noch berichtet wird -. Dagegen wäre Al Mi'radsch zum Himmel mit dem Geist gewesen. Wieder andere behaupten, Al-Isra' und Al Mi'radsch hätten sich beide mit dem Körper ereignet.

Die Erörterungen der Gelehrten über diese Meinungsverschiedenheit sind so zahlreich, dass darüber Tausende von Seiten geschrieben wurden. Wir haben zum Verständnis von Al-Isra' eine Ansicht, die wir darlegen werden, ohne zu wissen, ob diese Ansicht schon jemand vor uns hatte oder nicht. Bevor wir diese jedoch darlegen, ja, um sie überhaupt darlegen zu können, ist es erforderlich, dass wir die Geschichte von Al-Isra' und Al Mi'radsch so wiedergeben, wie sie in den biographischen Büchern dargestellt wird.

Die Darstellung von Al-Isra' in den biographischen Büchern

Der Orientalist Dermenghem stellt diese Geschichte als Auszug aus verschiedenen Biographie-Büchern in wunderschöner Ausdrucksweise zusammen, deren Übersetzung wie folgt lautet:

"Inmitten einer feierlichen, ruhigen Nacht, als sogar die Nachtvögel und die umherstreifenden Tiere still waren, als die Flüsse aufgehört hatten zu murmeln und kein Windhauch spielte, wurde Muhammad von einer Stimme geweckt, die rief: "Schläfer, wach auf!" Und vor ihm stand der Engel Gabriel mit strahlender Stirn, einem Gesicht so weiß wie Schnee, blondem, wallendem Haar und in Gewändern mit Perlen bestickt und in Gold eingefasst. Zahlreiche Flügel jeder Farbe standen bebend von seinem Körper ab.

Er führte eine fantastische Stute, Burak ('Blitz'), mit einem menschlichen Kopf und zwei Adlerschwingen; sie näherte sich Muhammad, gestattete ihm, aufzusteigen, und war auf und davon wie ein Pfeil über die Berge Mekkas und die Sandflächen der Wüste in Richtung Norden ... Der Engel begleitete sie auf diesem erstaunlichen Flug. Auf dem Gipfel des Berges Sinai, wo Gott zu Moses gesprochen hatte, ließ Gabriel Muhammad zum Gebet anhalten und wiederum in Bethlehem, wo Jesus geboren war, bevor sie ihren Weg in der Luft fortsetzten. Seltsame Stimmen versuchten, den Propheten zurückzuhalten, der so in seine Sendung vertieft war, dass er fühlte, allein Allah habe das Recht, seine Stute anzuhalten. Als sie Jerusalem erreichten, band Muhammad Burak fest und betete auf den Ruinen des Tempels von Salomo mit Abraham, Moses und Jesus. Als er eine endlose Leiter am Fels Jakobs erscheinen sah, wurde der Prophet in die Lage versetzt, rasch in die Himmel aufzusteigen.

Der erste Himmel war aus reinem Silber, und die Sterne hingen von seinem Gewölbe an goldenen Ketten; in einem jeden lag ein Engel auf Wache, um die Dämonen davon abzuhalten, in die heiligen Wohngemächer aufzusteigen, und die Geistwesen davon, taktlos himmlischen Geheimnissen zu lauschen. Dort grüßte Muhammad Adam. Und in den sechs anderen Himmeln traf der Prophet Noah, Aaron, Moses, Abraham, David, Salomo, Idris (Enoch), Jahja (Johannes der Täufer) und Jesus. Er sah den Engel des Todes, Izrail, so riesig, dass seine Augen 70.000 Tage Fußmarsches auseinanderlagen. Er befehligte 100.000 Bataillone und verbrachte seine Zeit damit, in ein unermesslich großes Buch die Namen derer, die starben oder geboren wurden, einzuschreiben. Er sah den Engel der Tränen, der wegen der Sünden der Welt weinte; den Engel der Rache mit ehernem Gesicht, mit Warzen bedeckt, der den Elementen des Feuers präsidiert und auf einem Thron von Flammen sitzt; und einen anderen gewaltigen Engel halb aus Schnee und halb aus Feuer, umgeben von einem himmlischen Chor, der unablässig rief: "O Allah, DU hast Schnee und Feuer und all DEINE Diener im Gehorsam gegenüber DEINEN Gesetzen vereint." Im siebenten Himmel, wo die Seelen der Gerechten wohnten, war ein Engel größer als die ganze Welt, mit 70.000 Köpfen ;jeder Kopf hatte 70.000 Münder, jeder Mund hatten 70.000 Zungen und jede Zunge sprach in 70.000 verschiedenen Mundarten, endlos das Lob des Allerhöchsten singend.

Während er diese außergewöhnlichen Wesen betrachtete, wurde Muhammad zu den Wipfeln des Lotusbaumes des Himmels getragen, der zur Rechten von Allahs unsichtbarem Thron blüht und unzählige, engelhafte Geistwesen beschattet. Dann, nachdem er in einem einzigen Augenblick die weitesten Meere, Gegenden des Zwielichts und der tiefsten Dunkelheit überquert hatte, durchquerte er Millionen von Wolken aus Hyazinthen, aus Gaze, aus Schatten, aus Feuer, aus Luft, aus Wasser, aus Leere, jede von der anderen 500 Jahre Fußmarsches entfernt; dann kam er an noch mehr Wolken vorbei -aus Schönheit, Vollkommenheit, Überlegenheit, Unermesslichkeit und Einheit, hinter denen 70.000 Engelschöre waren, niedergebeugt und bewegungslos in völliger Stille. Die Erde begann sich zu heben, und er fühlte sich in das Licht seines Herrn gebracht, wo er erstarrt war und gelähmt. Von hier aus erschienen Himmel und Erde zusammen, als seien sie ganz klein für ihn, als seien sie zu einem Nichts zerschmolzen und zur Größe eines Senfsamenkornes in der Mitte eines Feldes zusammengeschrumpft. Folgendermaßen bezeugt Muhammad, vor dem Thron des Herrn der Welt gewesen zu sein:

Er befand sich in der Gegenwart des Thrones in einer "Entfernung von zwei Bogenlängen oder noch näher" (Koran, Sure 53), Gott mit den Augen seiner Seele wahrnehmend und Dinge sehend, die die Zunge nicht beschreiben kann, die alles menschliche Verständnis überschreitend. Der Allmächtige legte eine Hand auf Muhammads Brust und die andere auf seine Schulter - bis ins Mark seiner Knochen spürte er eine eisige Kälte, gefolgt von einem unbeschreiblichen Gefühl der Ruhe und verzückten Auflösung.

Nach einer Unterhaltung, deren Unaussprechlichkeit man durch äußerst genaue Überlieferung nicht gerecht wird, erhielt der Prophet von Allah den Befehl, dass alle Gläubigen fünfzig Gebete täglich sagen müssten. Als er vom Himmel herabkam, traf Muhammad Moses, der mit ihm über diese Angelegenheit sprach:

'Wie kannst du hoffen, deine Anhänger fünfzig Gebete täglich sagen zu lassen? Ich hatte mit der Menschheit vor dir Erfahrung. Ich versuchte mit den Kindern Israels alles, was möglich war. Hör auf mein Wort, kehre zurück zu unserem Herrn und bitte um eine Verringerung.'

Muhammad kehrte zurück, und die Zahl der Gebete wurde auf vierzig verringert. Moses dachte, dass dies immer noch zu viel sei, und ließ seinen Nachfolger einige Male zu Allah zurückkehren. Am Ende forderte Allah nicht mehr als fünf Gebete.

Gabriel führte den Propheten dann zum Paradies, wo die Gläubigen sich nach ihrer Wiedererweckung erfreuen - einem ungeheuer großen Garten mit silbernem Boden, Kies aus Perlen, Bergen aus Amber, gefüllt mit goldenen Palästen und kostbaren Steinen.

Schließlich, nachdem er auf der leuchtenden Leiter zur Erde zurückgekehrt war, band Muhammad Burak los, stieg in den Sattel und ritt auf der geflügelten Stute nach Jerusalem."

Ibn Hischams Bericht über Al-Isra'

Dies war die Überlieferung des Orientalisten Dermenghem über die Geschichte von Al-Isra' und Al Mi'radsch: Verstreut in vielen Biographien stößt man auf diese Erzählung, wenngleich man in allen Unterschiede findet, indem manche Aspekte hinzugefügt oder weggelassen wurden. So zum Beispiel der Bericht Ibn Hischams, dass der Prophet (s.a.s.), nachdem er Adam im ersten Himmel getroffen hatte, sagte:

"Dann erblickte ich Männer mit Lippen wie denen von Kamelen. In ihren Händen hatten sie faustgroße glühende Steine, die sie sich in den Mund warfen und die aus ihrem Gesäß wieder herauskamen. „Wer sind sie, o Gabriel?' fragte ich. Er antwortete: 'Dies sind jene, die den Besitz der Waisen ohne Recht aufgezehrt haben.“

Sodann erblickte ich Männer in einer Art der Familie des Pharao mit Bäuchen, wie ich sie noch nie gesehen habe. Über sie zogen Wesen hin wie vor Durst schmachtende Kamele, wenn sie dem Feuer ausgesetzt werden. Sie traten auf die Männer, ohne dass sich diese von ihrer Stelle hätten bewegen können. Ich fragte: 'Wer sind diese Männer, o Gabriel?' Er erwiderte: 'Dies sind jene, die sich vom Wucher genährt haben!'

Und dann sah ich Männer, vor denen neben fettem, gutem Fleisch auch mageres, stinkendes lag. Sie aßen nur von dem mageren, stinkenden und ließen das fette, gute liegen. 'Wer sind diese, o Gabriel?' fragte ich. Er erklärte: 'Das sind jene Männer, die sich nicht die Frauen nahmen, die Allah ihnen erlaubte, sondern zu jenen gingen, die Allah ihnen verbot.'

Dann erblickte ich Frauen, die an ihren Brüsten aufgehängt waren, und ich fragte: 'Wer sind diese, o Gabriel?' 'Dies sind jene Frauen,' antwortete er, 'die ihren Männern Kinder unterstellten, die diese nicht gezeugt hatten.'

Schließlich betrat er mit mir das Paradies. Dort erblickte ich ein Mädchen mit dunkelroten Lippen, und da es mir gefiel, fragte ich es: 'Wem gehörtest du?' 'Dem Zaid Ibn Haritha', erwiderte es mir. Der Gesandte Allahs (s.a.s.) verkündete diese frohe Botschaft dem Zaid Ibn Haritha."

Weitere, vom Bericht des Ibn Hischam abweichende Überlieferungen, findet man in anderen Biographien und in den Büchern der Koran-Erläuterung. Es steht dem Historiker zu, Genauigkeit und Zuverlässigkeit all dessen zu hinterfragen, sowie was davon mit einwandfreier Überlieferungskette auf den Propheten zurückgeführt werden kann und was der Vorstellungkraft der Sufis und anderer entsprang. Es ist hier nicht der Ort zur Beurteilung oder Erforschung der Aussagen über Al Mi'radsch und Al-Isra' , ob sie beide mit dem Körper stattfanden, oder ob Al Mi'radsch sich mit dem Geist und die Al-Isra' mit dem Körper ereignete, oder ob beide nur mit dem Geist stattfanden. Doch gibt es keinen Zweifel darüber, dass jede dieser Ansichten Rückhalt bei den Gelehrten hat und dass es kein Vergehen ist, wenn jemand ausschließlich eine dieser Ansichten vertritt. Wer die Ansicht vertreten möchte, Al-Isra' und Al Mi'radsch hätten mit dem Geist stattgefunden, dem dient als Stütze das Vorausgeschickte und das, was im Koran und in den Worten des Gesandten wiederkehrt:

"Ich bin indes nur ein Mensch wie ihr. Mir wurde geoffenbart, dass euer Gott ein einziger Gott ist“ (5) , und dass das Buch Allahs allein das Wunder Muhammads ist, und "Allah vergibt gewiss nicht, dass IHM etwas beigesellt wird und vergibt abgesehen davon, wem ER will." (6)

Es steht dem Vertreter dieser Ansicht noch mehr als anderen die Frage nach der Bedeutung von Al-Isra' und Al Mi'radsch zu. Wir wollen nun unsere Ansicht darstellen, ohne zu wissen, ob dies schon jemand vor uns tat.

Al-Isra' und die Einheit des Seins

Al-Isra' und Al Mi'radsch haben in Muhammads geistigem Leben eine überaus große Bedeutung. Eine Bedeutung, die größer ist, als die zitierten Überlieferer sie beschreiben und die einiges davon mit der fruchtbaren Vorstellungskraft der Philosophen sehr vermischt. Dieser starke Geist Muhammads vereinte in sich zur Stunde von Al-Isra' und Al Mi'radsch die Einheit dieses Seins in äußerster Vollkommenheit. Weder Zeit noch Raum noch irgendeine andere Art von Schleier, der aufgrund unserer verhältnismäßig beschränkten Wahrnehmungs- und Verstandeskraft unser Urteil beeinflusst, stand zu jener Stunde vor Muhammads Intellekt und Geist. In dieser Stunde fielen sämtliche Schranken vor Muhammads Einblick, und er vereinte das gesamte Sein in seinem Geist. Er umfasste es von seinem Anbeginn bis zur Ewigkeit. Es stellte sich ihm in seiner Einheit dar als Entwicklung hin zur Vollkommenheit hinsichtlich des Guten, der Überlegenheit, der Schönheit und der Wahrheit, die durch die Gnade und Vergebung von Allah das Schlechte, das Minderwertige, das Hässliche und die Falschheit bekämpfen und überwinden.

Nur eine übermenschliche Kraft ist zu dieser Erhabenheit imstande. Wenn also die Anhänger Muhammads später nicht in der Lage sind, dieselbe Größe des Denkens zu erreichen und die Einheit des Seins in seiner Vollkommenheit zu erfassen wie er und ihm in seinen Anstrengungen zu folgen, diese Vollkommenheit zu erreichen, so nimmt dies weder Wunder noch liegt darin ein Mangel. Unter den Ausgezeichneten und Begabten der Menschen bestehen Abstufungen. Wenn wir die Wahrheit erlangen wollen, stoßen wir ständig auf diese unüberwindbaren Grenzen.

Wenn es trotz der Verschiedenheit ein Beispiel gibt, so wollen wir im Zusammenhang mit dem, was wir gerade erörtern, die Geschichte jener Blinden erwähnen, die wissen wollen, was ein Elefant ist. Einer von ihnen sagte: Es ist wie ein langes Seil, da er den Schwanz des Elefanten berührte. Der Zweite sagte: Es ist dick wie ein Baum, da er seinen Fuß berührte. Der Dritte sagte: Es ist spitz wie eine Lanze, da er seinen Stoßzahn berührte. Der Vierte sagte:

Es ist rund und bewegt sich schnell und viel, da er seinen Rüssel berührte. -Vergleicht man diese Eindrücke mit dem tatsächlichen Aussehen des Elefanten, so sei uns der Vergleich mit dem Bewusstsein Muhammads vom Wesen der Einheit des Seins und seiner Darstellung in Al-Isra' und Al Mi'radsch erlaubt, wo er mit der Zeit von ihrem Anfang vor Adam bis zu ihrem Ende am Tag der Auferstehung in Berührung kam. Wo die Begrenztheit des Raumes schwand, als er beim höchsten Lotusbaum mit dem Blick der Einsicht auf dieses Sein blickte, das sich als ein Nebel vor ihm auftat.

Demgegenüber ist das Verständnis der Weisheit von Al-Isra' und Al Mi'radsch bei vielen beeinträchtigt, indem sie sich bei Einzelheiten aufhalten, die in Bezug auf die Einheit des Seins und seiner Belebtheit nur die Partikelchen des Körpers sind und sogar das Verstehen verhindern: Welch großer Unterschied besteht doch zwischen diesen Partikelchen im Leben dieses Körpers und dem Schlag seines Herzens, der Ausstrahlung seines Geistes und dem Leuchten seines Verstandes und seiner Erfüllung mit Leben, das keine Grenzen kennt, da es aus dem Sein heraus mit dem ganzen Sein verbunden ist.

Al-Isra' mit dem Geist ist in ihrer Bedeutung nicht geringer an Erhabenheit und Herrlichkeit als die Al-Isra' und Al Mi'radsch mit Geist und Körper. Sie ist eine intensive Verbildlichung der geistigen Einheit vom Anfang des Seins bis zur Ewigkeit. Dieser Umweg über den Berg Sinai, wo Allah mit Mose sprach, und Bethlehem, wo Jesus geboren wurde, und diese geistige Versammlung, in der Muhammad, Jesus, Moses und Abraham im Gebet vereinigt wurden, sind ein starker Ausdruck der Einheit des religiösen Lebens als Stütze der Einheit des Seins, während es sich beständig auf die Vollkommenheit zubewegt.

Al-Isra' und die moderne Wissenschaft

Die Wissenschaft unserer heutigen Zeit bekennt sich zu dieser Nachtfahrt und dem Aufstieg mit dem Geist. Denn wo sich ursprüngliche Kräfte treffen, verbreitet sich das Licht der Wahrheit, den Naturkräften gleich, die in bestimmter Form Marconi (7) gehorchten und mittels der Kraft der Wellen des Äthers die Stadt Sidney in Australien erleuchteten, als er von seinem Schiff aus, das bei Venedig vor Anker lag, einen besonderen elektrischen Strom einsetzte. In dieser unserer Zeit bestätigt die Wissenschaft die Theorien vom Gedankenlesen und was sie in sich schließen, so wie sie die Übertragung des Schalls durch den Äther mittels des Radios bestätigt. Ebenso die Übertragung von Bild und Schrift, was in Vergangenheit manche Wissenschaftszweige als Utopie betrachteten. Die verborgenen Kräfte des Seins werden für unsere Wissenschaft jeden Tag aufs neue entdeckt.

Wenn also ein Geist an Kraft und Macht erreicht, was die Seele Muhammads erreichte, und ihn Allah eines Nachts vom Masdschid Al Haram in Mekka zum Masdschid Al Aksa in Jerusalem reisen ließ, deren Umgebung ER heiligte, um ihm etwas von SEINEN Zeichen zu zeigen, so wird dies von der Wissenschaft zugestanden. Die Weisheit darin liegt in jenen erhabenen Vorstellungen voller Schönheit und Herrlichkeit, die Muhammad die Einheit des Geistes und die Einheit des Seins als klares Bild erkennen ließen. Der Mensch kann zu diesem Verständnis gelangen, wenn er sich über die Täuschungen des Vergänglichen im Leben zu erheben versucht. Wenn er versucht, mit dem innersten Wesen der höchsten Wahrheit in Verbindung zu treten, um von ihr seine Bedeutung und die Bedeutung der ganzen Welt zu erfahren.

Zweifel der Kuraisch und Glaubensabfall einiger Muslime

Die Araber unter den Mekkanern vermochten diese Bedeutungen nicht zu verstehen. Deshalb verweilten sie, kaum dass Muhammad ihnen von seiner Nachtreise erzählt hatte, bei der stofflichen Form dieser Nachtreise und ihrer Möglichkeit oder Unmöglichkeit. Sodann überkam selbst jene, die Muhammad folgten und ihm glaubten, Zweifel an dem, was er sagte. Viele sagten: "Das ist bei Allah eine klare Sache. Bei Allah, ein Kamel ist auf dem Hinweg ohne Unterbrechung einen Monat von Mekka nach Asch Scham unterwegs und braucht einen Monat für den Rückweg. Legt Muhammad diese Entfernung in einer einzigen Nacht zurück!?" Viele, die Muslime geworden waren, fielen vom Glauben ab.

Diejenigen, denen in der Sache Zweifel kamen, gingen zu Abu Bakr und trugen ihm Muhammads Geschichte vor. Da sagte Abu Bakr: "Ihr erzählt gewiss Lügen über ihn!" Sie erwiderten: "Keineswegs, er selbst erzählt ja den Menschen in der Moschee davon." Abu Bakr sagte: "Bei Allah, wenn er es wirklich gesagt hat, dann stimmt es auch. Er berichtete mir, das Wort von Allah komme zu ihm vom Himmel zur Erde in einer Stunde der Nacht oder des Tages, und ich glaube ihm; und das ist weitgehender als das, worüber ihr euch wundert."

Abu Bakr kam zum Propheten und hörte zu, wie er die Heilige Moschee in Jerusalem beschrieb, in der Abu Bakr bereits gewesen war. Als der Prophet nun die Beschreibung der Moschee vollendet hatte, sagte Abu Bakr zu ihm: "Du hast wahr gesprochen, o Gesandter Allahs." Von diesem Tag an nannte Muhammad Abu Bakr "As Siddik." (8)

Die Behauptung von Al-Isra' mit dem Körper

Jene, die sagen, Al-Isra' geschah mit dem Körper, verweisen zur Begründung ihrer Meinung darauf, dass die Kuraisch und die Gläubigen, als sie davon erfuhren, Muhammad nach einem Zeichen dafür gefragt hätten, denn sie hätten desgleichen noch nie gehört. Da hätte er ihnen eine Karawane beschrieben, die er unterwegs getroffen und zu einem ihrer Tiere geführt hätte, das sich verirrt hätte. Bei einer anderen Karawane habe er aus einem Gefäß getrunken, das er danach verschlossen habe. Also fragten die Kuraisch bei den Karawanen nach, und diese beiden Karawanen bestätigten, was Muhammad über sie berichtet hatte.

Jene, die nun behaupten, Al-Isra' habe mit dem Geist stattgefunden, sehen darin nichts Verwunderliches, nachdem ja die Wissenschaft unserer heutigen Zeit die Möglichkeit kennt, mittels Hypnose von Dingen, die weitab stattfanden, zu berichten. Wie also sollte dies dann nicht einem Geist möglich sein, der die Einheit des geistigen Lebens im gesamten Kosmos vereinigt?! Der durch die Kraft, mit der Allah ihn ausgestattet hat, mit dem Geheimnis des Lebens vom Anfang des Seins bis in Ewigkeit in Verbindung treten kann!

 


Quellen:

Das Leben des Propheten Muhammad von Mohammed Heikal

http://www.way-to-allah.com/wunder_des_islam_texte/wunder_prophet.html

http://www.islampress.de/2009/7/18/27-rajab-die-himmelsreise-des-propheten

http://www.spohr-publishers.com/lichtblick/detail/334?periodical_id=1

http://www.spohr-publishers.com/lichtblick/detail/335?periodical_id=1

http://www.spohr-publishers.com/lichtblick/detail/336?periodical_id=1

Fußnoten:

(1) Anmerkung des Übersetzers:

Al-Isra' ist die nächtliche Reise Muhammads nach Jerusalem. Al Mi'radsch der Aufstieg von dort zum siebenten Himmel.

(2) Anmerkung des Übersetzers: die heilige Moschee in Jerusalem.

(3) Auszug aus einer Arbeit von As-Sunnah.de

(4) Anmerkung in der englischen Fassung: Koran, Sure 17, Vers 60.

(5) Anmerkung in der englischen Fassung: Koran, Sure 18, Vers 110.

(6) Anmerkung in der englischen Fassung: Koran, Sure 4, Vers 48.

(7) Anmerkung des Übersetzers:

Gughelmo Marconi (1874-1937) war ein italienischer Erfinder, der 1909 den Nobelpreis erhielt. Er gilt als Begründer des drahtlosen Nachrichtenverkehrs.

(8) Anmerkung in der englischen Fassung:„As Siddik“ wird derjenige genannt, der daran glaubt, dass das Wahre wirklich wahr ist

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