W Wunder des Propheten

Schutz des Gesandten Allahs

Schutz des Gesandten Allahs

 

Allahs Rettung

Gabir Ibn 'Abdullah berichtete: "Wir zogen zusammen mit dem Gesandten Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, für die Schlacht von Nagd aus. Als die Mittagshitze für ihn stark wurde, und er sich gerade in einem Tal befand, das viele dornige Sträucher hatte, begab er sich in den Schatten eines Baumes und hing sein Schwert an ihn. Die Leute gingen dann auseinander und suchten Schattenstellen unter den Bäumen. Als wir da weilten, rief uns der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, zu sich, und als wir zu ihm kamen, sahen wir einen Wüstenaraber, der vor dem Propheten saß. Der Prophet sagte: »Dieser Mann kam zu mir, während ich schlief und nahm mein Schwert aus der Scheide. Ich wachte auf und sah den Mann mit dem ausgezogenen und auf mich gerichteten Schwert. Er sagte zu mir: >Wer kann dich vor mir retten? < Ich sagte: 

>Allah! < Da schämte er sich und setzte sich, und da ist er.« Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, bestrafte ihn nicht."[71]

Das war nicht ein Einzelfall derartiger Ver­haltensweise der Verzeihung und Vergebung durch unseren gütigen Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm. Dennoch hören manche nicht auf, die Vergebung und die Nächstenliebe nur für sich in Anspruch zu nehmen. 

Schutz vor den Banu An-Nadir

Der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, begab sich zu dem jüdischen Stamm der Banu An­Nadir, damit sie ihm bei der Bezahlung der Blutschuld für jene beiden Männer helfen, die Amr Ibn Umayya zuvor umgebracht hatte. Der Prophet (a.s.s.) war dazu verpflichtet, da ihn mit den beiden Ermordeten ein Schutzversprechen verbunden hatte. Andererseits waren die beiden Stamme Banu An-Nadir und Banu 'Amir Bundesgenossen. Als der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, nun mit seiner Bitte zu den Banu An-Nadir kam, erklärten sie sich bereit, ihm zu helfen. Dann zogen sie sich zur Beratung zurück und sprachen zueinander:

»In eine so günstige Lage bekommen wir diesen Mann nie wieder« der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, saß nämlich neben der Wand eines ihrer Häuser »wer steigt also auf das Haus, wirft einen Stein auf ihn und befreit uns so von ihm?« Einer von ihnen, 'Amr Ihn Gihas, erklärte sich dazu bereit und stieg auf das Haus, um einen Stein auf den Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, zu werfen. Dieser saß dort mit einigen seiner Gefährten, darunter Abu Bakr, Umar und Alyy, als ihn eine Botschaft vom Himmel erreichte, in der ihm das Vorhaben jener Leute offenbart wurde. Er machte sich deshalb sogleich auf den Rückweg nach Al-Madina, ohne aber seinen Gefährten etwas davon gesagt zu haben.

Diese warteten bei den Banu An-Nadir auf ihn, und als es ihnen zu lange wurde, suchten sie ihn. Ein Mann, der gerade aus Al-Madina kam, erzählte ihnen schließlich, er habe den Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, in die Stadt kommen sehen. Sie folgten ihm dorthin, und als sie ihn erreichten, berichtete er ihnen von dem Verrat, den die Juden gegen ihn geplant hatten. Dann ließ er zum Krieg gegen sie rüsten.[72] 

Mordplan der Mekkaner

Obwohl viele Muslime bei Verfolgungen getötet wurden, blieben die Überlebenden dennoch standhaft in ihrem Glauben in Makka, übten Geduld und vertrauten allein auf Allah. Als die Qual zu schlimm wurde, empfahl der Prophet Muhammad voller Mitleid den Muslimen, nach Yathrib auszuwandern. Mit der Zeit machten sich alle auf den Weg dorthin. Zum Schluss waren nur noch der Prophet, sein Vetter Alyy und Abu Bakr, der engste Vertraute des Propheten, in Makka. Als die Mekkaner nun hörten, dass die Muslime in Yathrib Anhänger und Freunde gefunden hatten und dort in Sicherheit leben konnten, bekamen sie es mit der Angst zu tun. Sie befürchteten nämlich, die Muslime könnten an ihnen Rache nehmen. Nach einer längeren Beratung beschlossen sie, Muhammad zu töten. Sie wollten ihn nachts, wenn er schlief, mit ihren Schwertern erschlagen. Aber Allah, der Allmächtige, stand Seinem Propheten gegen den Mordplan zur Seite. Er sandte den Engel Gabriel herab, um den Propheten zu warnen.

Daraufhin hatte der Prophet die Eingebung, diese Nacht nicht wie üblich an seiner Schlafstelle zu verbringen. Er bat seinen Vetter Alyy, in seinem Bett zu schlafen und versicherte ihm, dass Allah ihm nichts Übles geschehen lassen würde. Und so kam es auch. Als die Mekkaner nachts in das Haus des Propheten schlichen, sahen sie eine Gestalt, die in eine   Decke   gehüllt   war, an   Muhammads Schlafstelle hegen. Sie dachten natürlich, es sei der Prophet selbst. Wie groß war aber ihre Ent­täuschung, als sie feststellten, dass es 'Alyy war. Niedergeschlagen und verbissen kehrten sie zurück.

Zur selben Zeit erteilte Allah Seinem Propheten die Erlaubnis, nach Yathrib auszuwandern.[73]

Schutz in der Berghöhle

Nach dem Mordplan der Mekkaner machten sich der Prophet und Abu Bakr gemeinsam auf den weiten, beschwerlichen Weg nach Yathrib und ritten auf zwei Kamelstuten los. Außer ihrer Familie wusste niemand etwas von ihrem Aufbruch, Doch die Mekkaner merkten bald, dass der Prophet die Stadt Makka verlassen hatte. Sie wurden sehr zornig und setzten für jeden, der Muhammad zurückbrächte, eine hohe Belohnung aus. Der Prophet und sein treuer Freund Abu Bakr versteckten sich zunächst drei Tage lang in einer Berghöhle. Allah, der Allmächtige, ließ vor dem

Eingang der Berghöhle eine Spinne ihr Netz spinnen und eine Taube ihr Nest bauen, so dass kein Verfolger Verdacht schöpfte. Trotzdem war Abu Bakr in Sorge, sie könnten entdeckt werden; er sagte zum Propheten. Allahs Segen und Friede auf ihm:

"Wenn einer der Verfolger unter seine Füße blicken würde, würde er uns sehen! Der Prophet erwiderte:

„Was hältst du, Abu Bakr, von zwei Menschen, bei denen Allah der Dritte ist?“[74]

 

Der Bericht von Suraqa Ibn Malik 

Suraqa Ibn Dschu`schum berichtete: „Es kamen zu uns die Boten der Ungläubigen aus dem Stamm Quraisch und gaben das Blutgeld bekannt, das jedem bezahlt werden solle, der den Gesandten Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, und Abu Bakr tötet oder gefangennimmt. Während ich mich in einer der Versammlungen meines Stammes der Banu Mudla? befand, kam ein Mann von ihnen zu uns und berichtete stehend folgendes, während wir da saßen:

„O Suraqa, ich habe vor kurzem Personen wahrgenommen, die an der Küste vorbeizogen. Ich halte sie für Muhammad und seine Gefährten!“ Ich wusste, dass sie es waren, dennoch sagte ich zu ihm: „Sie sind es nicht gewesen denn du sahst nur den Soundso und den Soundso, die von hier vor unseren Augen aufbrachen.“ Ich blieb noch für eine Weile in der Versammlung, stand dann auf und ging anschließend in meine Wohnung. Ich befahl meiner Sklavin, meine Pferdestute hinter einen Hügel zu führen und dort auf mich zu warten. Ich nahm mein Schwert und ging vom Hinterhaus hinaus, lief dann den Hügel hinauf, das Tal hinunter und ritt anschließend auf meiner Stute. Ich ritt sehr schnell, bis ich ihnen nahe war. Da strauchelte die Stute, und ich fiel von ihr herab. Ich stand wieder auf und zog aus meinen Satteltaschen die Götzenfiguren, die ich auslegte, um die Weisung von ihnen zu erhalten, ob ich ihnen (dem Propheten und seinen Begleitern) Schaden zufügen sollte oder nicht. Das Vorzeichen kam mit einem Ergebnis, das entgegen meinem eigenen Wunsch war.

Daraufhin handelte ich dennoch gegen das Vorzeichen der Götzen und zog ihnen weiter nach, bis ich die Qur`an -Rezitation des Gesandten Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, ins Ohr bekam, wobei er nicht einmal umschaute, während Abu Bakr sich häufig umsah. Da sanken die Beine meiner Stute im Sand bis zu den Knien ein. Ich stieg dann ab und wurde heftig zu dem Tier, das sich doch aus dem Sand herausschaffte, und als es da stand, sah ich aus den Steckspuren seiner Vorderbeine eine Staubwolke wie eine Rauchsäule, die bis zum Himmel hinaufreichte. Ich nahm die Götzen wieder zu Hilfe, und das Vorzeichen kam mit dem Ergebnis, das ich mir nicht wünschte. Hier dann rief ich meinen Verfolgten zu und gab ihnen das Wort der Sicherheit. Sie blieben dann stehen, und ich ritt wieder auf meiner Stute, bis ich sie erreichte. Auf Grund der Hindernisse, die zwischen mir und ihnen zurückgelegt worden waren, hegte ich in meiner Seele, dass sich doch die Botschaft des Gesandten Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, durchsetzen würde. Ich sagte zu ihm: „Deine Leute haben ein Blutgeld für dich ausgesetzt!“ Ich teilte ihnen mit, was die Leute mit ihnen vorhatten. Ich bot ihnen Reiseproviant und andere Gegenstände an, die sie von mir weder angenommen noch um einen Teil davon gebeten hatten. Sie sagten nur: „Halte nur unsere Sache im geheim!“ Ich bat ihn (den Propheten) mir ein Schriftstück mit der Zusage über meine Sicherheit schreiben zu lassen, und er wies `Amir Ibn Fuhaira an, der dies auf einem Stück Leder schrieb. Danach zog der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, weiter.“ ...

`Urwah Ibn Az-Zubair berichtete: „Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, traf auf dem Weg Az-Zubair, der mit einer Karawane von muslimischen Geschäftsleuten zusammen war, die sich auf der Rückreise aus Syrien befanden. Da bekleidete Az-Zubair den Gesandten Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, und Abu Bakr mit weißen Kleidungsstücken. Als die Muslime in Al-Madina davon hörten, dass der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, von Makka aufbrach, pflegten sie täglich vormittags ins Freie hinauszugehen und auf ihn zu warten. Sie blieben solange, bis die Mittagshitze sie zwang, zurückzukehren. Dies geschah tagtäglich und die Wartezeit wurde immer länger. Als sie sich einmal in ihren Häusern aufhielten, stieg ein Jude aufs Dach eines hohen Gebäudes hinauf, um aus irgendeinem Grund Ausschau zu halten da erblickte er in der Ferne den Gesandten Allahs und seine Gefährten, deren Gestalten ab und zu in der Luftspiegelung verschwanden.

Der Jude konnte dies nicht für sich behalten und rief mit aller Stärke seiner Stimme aus: „Ihr Araber! Da kommt euer Oberhaupt, auf das ihr wartet!“ Die Muslime machten mobil, trugen ihre Waffen und empfingen den Gesandten Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, als er noch im Freien weit entfernt war. Er führte sie dann in eine Richtung nach rechts, bis er sich mit ihnen beim Stamm von Banu `Amr Ibn `Auf niederließ. Dies geschah an einem Montag im Monat Rabi`u-l-Awwal. Da stand Abu Bakr für die Menschen auf, und der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, schwieg. Diejenigen, die von den Muslimen aus Al-Madina (Al-Ansar) kamen, und den Gesandten Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, nie zuvor gesehen hatten, grüßten zuerst Abu Bakr. Als aber die Sonne für den Gesandten Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, zu heiß wurde, begab sich Abu Bakr zu ihm, um ihn mit seinem Gewand gegen die Sonne zu schützen. Hier dann erkannten die Menschen die Person des Gesandten Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm. Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, blieb dann beim Stamm von Banu `Amr Ibn `Auf etwas mehr als zehn Nächte und baute anschließend die Moschee, die auf der Grundlage der Gottesfürchtigkeit errichtet wurde.

Dort verrichtete der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, das Gebet. Danach ritt er auf seiner Kamelstute und zog zusammen mit den Menschen weiter, bis diese an der Stelle der (jetzigen) Moschee des Gesandten Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, anhielt und niederkniete, an der bereits einige der Muslime ihre Gebete zu verrichten pflegten. Seinerzeit wurde diese Stelle als Dattellager benutzt und gehörte Suhail und Sahl, zwei verwaisten Jungen in der Obhut von Sa`d Ibn Zurara. Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, sagte - als sein Reittier dort niederkniete: „Hier - so Allah will - ist die Niederlassung.“

Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, rief dann die beiden verwaisten Jungen zu sich und bot ihnen den Kauf des Dattellagers an, um es als Moschee zu benutzen. Diese sagten: „Nein, wir schenken es dir, o Gesandter Allahs!“ Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, lehnte aber die Schenkung ab und erklärte sich nur für den Kauf bereit. Anschließend kaufte er es und baute dort eine Moschee. Während der Bauarbeiten fing der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, an, selbst mit den Leuten die Ziegel zu tragen und sagte währenddessen: „Diese Last ist nicht wie die Last eines Dattellagers! Denn diese ist bei unserem Herrn segensreicher und reiner. O Allah! Der wahre Lohn ist doch der Lohn des Jenseits, so sei gnädig mit den muslimischen Helfern von Al-Madina (Al-Ansar) und den muslimischen Auswanderern aus Makka (Al-Muha?ira bzw. Al-Muhadschirun) . ...“ 

[Sahih al-Buchari, Kapitel 56/Hadithnr. 3906]

Fußnoten:

[71] Bu

[72] vgl. die Geschichte der Banu An-Nadir im Titel: Lexikon der Sira, Islamische Bibliothek Köln.

[73] DM

[74] DM

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